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5 Gründe Warum Die Patriots Den Super Bowl Gewonnen Haben

5 GRÜNDE WARUM DIE PATRIOTS DEN SUPER BOWL GEWONNEN HABEN

Manch einer wird mit etwas Ernüchterung auf den 53. Super Bowl zurückblicken. In einer Highlight armen Partie setzten sich die New England Patriots mit 13 – 3 gegen die Los Angeles Rams durch. Noch nie wurden im Super Bowl weniger Punkte erzielt wie in diesem Jahr. Während die Rams auf ganzer Linie enttäuschten, taten die Patriots genau so viel, damit es für den Sieg reicht. In einer von beiden Defensivreihen geprägten Partie gibt es dennoch Gründe, warum es für die Patriots, im Gegensatz zu den Rams, für den Titel gereicht hat.

1. Bill Belichick

Bill Belichick (66, HC, Patriots) zieht seit 2000 die Strippen bei den New England Patriots. Der Super Bowl Sieg am vergangenen Montagmorgen war sein insgesamt achter! Sechs davon gewann er als Head Coach der Patriots, zwei als Defensiv Coordinator der New York Giants. Teilgenommen hat er aber bereits an 11! Nach der Niederlage im letzten Jahr, als man mit 41 – 33 gegen die Philadelphia Eagles verlor, nahm der Coach die Schuld auf sich.

Belichick selbst sprach davon ausgecoacht worden zu sein. Über die gesamten 60 Minuten hatte er keine Antwort auf das Offensivspektakel der Eagles. Hinzu lies er einen seiner besten Cornerbacks in Malcolm Butler (28, Titans) das gesamte Spiel auf der Bank. Eine Entscheidung die dem Coach noch heute vorgeworfen werden kann. Das dies eine ungewohnte Situation darstellte, zeigen seine Super Bowl Statistiken.

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In all seinen Super Bowls schaffte es nie eine Mannschaft mehr als 29 Punkte gegen eine Belichick-Defense zu erzielen, außer die Philadelphia Eagles 2017:

Super Bowl Team Gegner Punkte Gegner Funktion
XXI New York Giants Denver Broncos 20 Defensive Coordinator
XXV New York Giants Buffalo Bills 19 Defensive Coordinator
XXXVI New England Patriots St. Louis Rams 17 Head Coach
XXXVIII New England Patriots Carolina Panthers 29 Head Coach
XXXIX New England Patriots Philadelphia Eagles 21 Head Coach
XLII New England Patriots New York Giants 17 Head Coach
XLVI New England Patriots New York Giants 21 Head Coach
XLIX New England Patriots Seattle Seahawks 24 Head Coach
LI New England Patriots Atlanta Falcons 28 Head Coach
LII New England Patriots Philadelphia Eagles 41 Head Coach
LIII New England Patriots Los Angeles Rams 3 Head Coach

Das sind also im Schnitt 21,82 Punkte für den Gegner pro Super Bowl. Damit erzielten die Eagles ca. doppelt so viel als man das gewohnt war. Wie bereits im Artikel vor wenigen Tagen erwähnt, kam es mir in dieser Spielzeit vor, als befindet sich Bill Belichick auf „Wiedergutmachungs-Tour“. Jemand wie Belichick hat die Kritik nach dem letzten Sieg sicherlich persönlich genommen und wusste, dass er auch in der vergangenen Saison nach dem Misserfolg viel an Kredit innerhalb des eigenen Lockerrooms eingebüßt hatte. Deshalb übertraf sich der Altmeister dieses Jahr selbst.

Wer die 2. beste Offensive der Liga bei 3 Punkte über 60 Minuten hält, dem gebührt jeglicher Respekt. So wie die Patriots Super Bowl LII vielleicht wegen Belichick verloren, so haben sie ihn dieses Jahr sicherlich wegen ihm gewonnen. Letztes Jahr noch ausgecoacht, machte er es dieses Jahr wesentlich besser. Ein absolutes Mastermind!

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Gerade in einem Jahr wo jeder behauptet, dass die Offensive die Zukunft des Sports ist. In einem Jahr wo alle nach Coaches wie Sean McVay (33, Rams) schreien. In einem Jahr wo Patrick Mahomes (23, QB, Chiefs) mit 5.000+ Yards Raumgewinn und 50 TD’s fast neue Standards setzte. In einem Jahr wo Bill Belichick schon ausgezählt wurde, zeigte er, dass es weiterhin keinen besseren in diesem Geschäft gibt. Die Leistung seiner Defensivmannschaft, gerade in einem solchen Jahr war wahrscheinlich sein größtes Statement in seinen 43 Jahren in diesem Business!

2. Die Defense

Wenn wir Belichick so loben, dann müssen wir natürlich auch noch mal explizit die Defensive hervorheben. Denn auch wenn der Gameplan des Hauptübungsleiters vollends aufgegangen ist, so braucht es doch auch Spieler, die diese außergewöhnliche Leistung in die Tat umsetzen. Unterstützt vom Defensive Play-Caller und zukünftigen Head Coach der Miami Dolphins Brian Flores (37, Patriots) zeigte New England ein nahezu perfektes Spiel gegen den Ball. Fast das gesamte Spiel über schickten Belichick und Flores 5 bis 6 Mann in den Pass Rush. Mit dieser für die Patriots ungewöhnlichen Vorgehensweise erwischten Sie die Rams eiskalt.

Während die Patriots das gesamte Jahr über nicht ein mal in dieser Formation oder auf diese Art und Weise versuchten Druck zu erzeugen, hatten die Los Angeles Rams rund um Quarterback Jared Goff (24) keine Antwort parat. Der Junge Quarterback wirkte maßlos überfordert und fand zu keiner Zeit seinen Rhythmus. Der Spieler selbst wusste nicht mit diesem Druck umzugehen und lieferte dem entsprechend eine schwache Leistung ab. Die Fehlende Unterstützung von Seiten seines Coaching-Staffs machte sich vor allem in der 2. Hälfte bemerkbar.

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Die Patriots dagegen zeigten sich über die gesamte Spielzeit gnadenlos und performten Rund um Stars wie Dont’a Hightower (28, MLB – 2 Sacks) oder Stephon Gilmore (28, CB – 3 Verteidigte Pässe, 1 INT) auf einem konstant hohem Niveau. Die Aufgaben der Coaches wurden also perfekt umgesetzt und der Gegner bei mickrigen 3 Punkten gehalten. Die wahrlich beste Defensivleistung einer Super Bowl Mannschaft!

3. Überforderte Rams

Ich möchte natürlich nichts von den zuvor verteilten Lorbeeren für Belichick und seine Defensive nehmen, aber die Los Angeles Rams machten es teilweise den Patriots auch recht einfach. Angefangen über Goff, der wie bereits erwähnt überhaupt nicht stattfand, bis hin zu Head Coach Sean McVay. Goff wusste mit dem Druck nicht umzugehen, hat er doch eine solche Verteidigung das gesamte Jahr über nicht wirklich gesehen. Halt doch, es war in der 14. Woche gegen die Chicago Bears. Chicago hielt die Rams bei 6 Punkten und gewann folglich das Spiel mit 15 – 6. Als ich damals das Spiel sah, wurden die Bears mit dieser nahezu perfekten Leistung ein wahrer Super Bowl Aspirant.

Es war schlicht und einfach beeindruckend, wie sie das Offensivkonzept der Rams zerpflückten und über das gesamte Spiel die Rams dominierten. Hier kamen mir erste Zweifel, ob Jared Goff auch in der Postseason den Druck stand halten kann. Bis zum Super Bowl hatte es dann tatsächlich gereicht. Gegen eine ähnlich stark verteidigende Mannschaft aus New England konnte er und seine Coaches aber nichts dagegensetzen. Man hatte also entweder nichts aus der 14. Woche gelernt oder man traute schlicht und einfach den Pats nicht eine solche Defensivleistung zu.

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Ähnlich Schwach wie Goff verhielt sich dann das Coaching-Verhalten vom zuvor so hochgelobten Sean McVay. Dieser war ebenfalls von der Art und Weise der aufspielenden Patriots überrannt. Selbst nach der Pause konnte er keine Mittel und Wege finden um das Bollwerk zu durchkreuzen. Lediglich 3 Punkte brachte man nach dem ähnlich schwach aufspielenden Jungs von Maroon 5, während der Half Time Show, auf das Board. Zu wenig um als Sieger vom Platz zu gehen.

Lob gebührt jedoch der Defensive der Rams. Hier muss man allen voran Super Bowl Champion Wade Philipps (71, DC), welcher bereits mit den Denver Broncos vor drei Jahren gegen die Carolina Panthers mit einer überragenden Defensivleistung an Quarterback Legende Peyton Mannings (42) zweiten Super Bowl Ring maßgeblich beteiligt war. Hätte vor dem Spiel jemand den Rams gesagt, dass sie Tom Brady (41, QB, Patirots) & Co. bei lediglich 13 Punkte halten werden, dann hätten sie sicherlich den Champagner kalt gestellt und die Zigarren geschnitten.

4. Erfindungsgeist, Spontanität Und Eier

Das New England anders tickt wie die anderen 31 Franchises ist mittlerweile bekannt. Eine Entscheidende Rolle im Sieg am Super Bowl Sonntag ist die Tatsache, dass man sich immer wieder neu erfindet, spontan ist und Eier hat. Es ist ja nicht so, dass bei der Offensive überhaupt nichts zusammen gegangen ist. Julian Edelman (32, WR) avancierte mit einer 10 Catches für 142 Yards Raumgewinn Performance zum M.V.P. des Spiels. Auch die Drives der Pats begannen meist erfolgversprechend aber sie schafften es nicht die Drives zu Ende zu bringen. Also versuchte Offensive Coordinator Josh McDaniels (42) etwas ganz besonderes.

Manch einem wird es nicht entgangen sein, dass im mehr oder weniger Game-Winning-Drive, welcher mit dem einzigen Touchdown des Abends endete, die Patriots etwas kurioses machten. So spielten die Patriots in diesem Drive drei Mal hinter einander in der exakt gleichen Formation. Sie stellten sowohl Running Back Rex Burkhead (28) also auch Fullback James Davelin (30) auf die außen! Beim ersten Mal bekam Super Bowl M.V.P. Julian Edelman (32, WR) den Ball für 13 Yards über die Mitte. Danach folgte ein kurzer 6 Yard Pass nach Außen auf Burkhead und zum Ende der starke tiefe Pass auf Rob Gronkowski (29, TE) welcher das Tor zum Titel weit aufstieß.

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Tight End Dwayne Allen (28) sagte nach dem Spiel, dass die Patriots dies so vorher nie trainiert hatten, aber McDaniels mit dieser Idee zum Ende des Spiels kam. Nach dem bis dato nicht viel funktionierte, war es einen Versuch wert. So spielten sie den Drive und schafften durch diese Veränderung das Spiel zu gewinnen. Am Ende hatte das Coaching Team der Patriots also somit doch noch eine Antwort parat und die Eier es auch durch zu ziehen. Jeder der selbst Football gespielt hat weis, wie schwer es ist, in einem zuvor noch nie trainierten Spielzug oder Formation zu spielen.

5. Der Glaube

Einen ebenfalls bemerkenswerten Unterschied konnte man in meinen Augen am Sonntag über das gesamte Spiel feststellen. Das Spiel war bis zum Schluss spannend und erst 1:16 Minuten vor dem Ende schafften es die Patriots mit einer 10 Punkte Führung etwas davon zu ziehen. Irgendwie hatte man aber über die meiste Zeit der Partie, dass Gefühl, als hätten die Rams schon längst verloren. Die Körpersprache der Jungs von der West Coast war alles andere als würdig. Egal ob man Quarterback Goff oder Defensive-Ass Aaron Donald (27, DE) zu Gesicht bekam. Es wirkte stets als sei man gerade dabei auseinander genommen zu werden.

Umgekehrt hatte man auf der anderen Seite nicht das Gefühl. Freilich war auch Brady von der Defensivleistung der Rams überrascht aber man sah die Partiots stets locker und konzentriert. Sogar zu Späßen war man teils aufgelegt. Los Angeles schien mehr mit dem Verlauf zu hadern. So passt natürlich das Ergebnis ins Bild. New England hatte bereits vor zwei Jahren gegen die Atlanta Flacons beim Stand von 28 – 3 noch an ihre Minimalchance geglaubt. Am Ende gingen sie als strahlende Sieger vom Platz. Diesmal schien es ebenfalls so, dass trotz dieser unvorhersehbaren Defensivschlacht die Patriots stetig an den Triumph glaubten. Wie heißt es so schön „Der Glaube versetzt Berge“.

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