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Arizona Cardinals – College Football in der NFL

ARIZONA CARDINALS – COLLEGE FOOTBALL IN DER NFL

Im NFL Draft 2018 wählten die Arizona Cardinals Josh Rosen (QB, 23) von UCLA an achter Stelle aus. In einem Draft der 4 Quarterbacks in der Top 12 hervorbrachte (neben Rosen außerdem noch Josh Allen, Sam Darnold, Baker Mayfield), sollte Rosen der Schlechteste von ihnen werden. Mit Kliff Kingsbury als neuem Headcoach und Kyler Murray (QB, 23), der als allererster Pick im Draft 2019 ausgewählt wurde, scheint das Franchise nach einigen Jahren wieder auf dem richtigen Weg zu kommen. Doch wie kamen die Cardinals nach erfolgreichen Jahren in 2014 und 2015 überhaupt auf die schiefe Bahn und was genau soll diese Flaute nun beenden?

Die Carson Palmer Jahre und Josh Rosen

Carson Palmer (QB, 40) wurde 2003 als allererster Spieler von den Cincinnati Bengals ausgewählt. Dort spielte er acht Jahre. Für zwei Jahre wechselte er anschließend zu den Oakland Raiders, bis es ihn 2013 nach Arizona verschlug. Die ersten drei Jahre liefen gut. 2014 wurden die Playoffs nach vier Jahren wieder erreicht und die Saison 2015 war besonders herausragend. Palmer wieß 4671 Passing Yards, 35 Touchdowns und ein Quarterback Rating von 104,6 auf. Das beste Jahr seiner Karriere. 2015 führte der Weg sogar bis in das NFC Championship Game, welches jedoch 49-15 gegen die Carolina Panthers verloren wurde. Ab der nachfolgenden Saison ging es für das Team aus Arizona bergab und 2017 brach Palmer sich in Woche sieben den Arm, was dem Team weiter schadete. Aufgrund dessen beendete Carson Palmer seine Karriere. Ihm gleich tat es der Headcoach Bruce Arians (67). In der Free Agency hat das Team wichtige Leistungsträger wie zum Beispiel Tyrann Mathieu (S, 28) und den fünffachen Pro-Bowler Calais Campbell (DE, 33) verloren. Weiterhin waren die Draft Picks meistens ungenügend und so kam eine gewisse Krise zu den Cardinals.

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Diese Krise sollte durch zwei Leute gestoppt werden. Steve Wilks (HC, 50), welcher zu seinem ersten Headcoach Job kam und UCLA Absolvent Josh Rosen (QB, 23), welcher als achter Spieler gedrafted wurde, führten das Team somit in das Jahr 2018. Rosens Stats beschreiben die Saison sehr gut. Er kam in 14 Spielen auf 2278 Passing Yards, 11 Touchdowns und 14 Interceptions. Das führte zu einem Passer Rating von 66,7. Somit führte er das Team zu einem 3-13 Rekord, welches den Arizona Cardinals den ersten Pick im NFL-Draft 2019 bescherte. Der Rekord bescherte dem Headcoach Steve Wilks, sowie dem Offensive Coordinator Mike McCoy (48) jedoch auch die Kündigung.

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Neue Identität durch Kliff Kingsbury

Nach dem fatalen Jahr 2018/2019, musste ein Neuanfang stattfinden. Dieser wurde durch Kliff Kingsbury (HC, 40) eingeleitet. Er war vorher Headcoach der Texas Tech University und war maßgeblich an der Entwicklung des jetzigen Gesichtes der NFL Patrick Mahomes (QB, 24) beteiligt. Texas Tech ist vor allem durch ihre Offense bekannt. Sie spielen ein so genanntes „Air Raid“ System, welches ihr Potential vor allem aus schnellen, dominanten Receivern schöpft. Es ist ein System, was nahezu nur im College Football praktiziert wird, weil es risikoreich ist und die richtigen Spieler benötigt. Kingsburys erste Aktionen waren die Free Agency Signings Jordan Hicks (ILB, 26), Terrell Suggs (OLB, 36) und Robert Alford (CB, 30). Im Draft fügte er dem Receiver-Core der Cardinals, welcher mit das wichtigste für seine Offense darstellt, noch Andy Isabella (WR, 23) und Hakeem Butler (WR, 24) hinzu. Isabella gehörte mit einem 40-yard Dash von 4.31s zu einem der schnellsten Spieler seines Jahrgangs und auch Butlers 4.48s ist mehr als gut.

Nun fehlte nur noch eine Sache, um die Offense so auszurichten, dass Kingsbury sein System erfolgreich anwenden konnte. Ein Quarterback mit einem starken Arm, der die Bälle weit werfen kann. Im Kader hatte man Josh Rosen, welcher aber eher ein Game-Manager, als ein Gunslinger war. Bis zum Tag des Drafts war nicht klar, in welche Richtung die Cardinals mit ihrem ersten Pick gehen. Zur Wahl standen Nick Bosa (DE, 22), welcher der wahrscheinlich beste Defensive Spieler des Landes war und Kyler Murray (QB, 22), der die Heisman Trophy als bester College Spieler des Landes gewonnen hat. Zufälligerweise spielte Murray bei den Oklahoma Sooners, die in der selben Conference wie Texas Tech waren und somit kannte er Systeme wie das von Kliff Kingsbury schon sehr gut. Mit dem ersten Pick wurde, trotz Josh Rosen, der Quarterback Murray ausgewählt und sofort kam Verwirrung auf. Nachdem Rosen aber, am zweiten Tag des Drafts zu den Dolphins getradet wurde, war die Richtung des Franchises klar. Es gab jedoch viele kritische Stimmen um den neuen Quaterback Kyler Murray, der mit einer Größe von 1,78m in keinster Weise den Standards eines NFL Quarterbacks entsprach .

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Saison und Offseason 2019

Die Saison startete wie erwartet, mit neuem System und neuen Schlüsselspielern, schlecht. Man trennte sich in einem Overtime Krimi mit den Detroit Lions 27-27 und verlor die nächsten drei Spiele. Nach drei knappen Siegen, folgten sechs Niederlagen in Folge. In den letzten drei Spielen der Saison schafften die Cardinals wenigstens noch einen Sieg, was am Ende den 5-10-1 Rekord bildete. Kyler Murray hatte zwei herausragende Spiele. Das erste in Woche 6 gegen die Falcons, indem er für 340 Yards, 3 Touchdowns und keine Interception passte. Das zweite war gegen die San Francisco 49ers, welche eine der stärksten Verteidigungen der Liga bildeten. Er passte zwar nur für 150 Yards. Aber mit 2 Touchdowns, 70 Rushing Yards und einem Rating von 101.8, war es trotzdem ein gutes Spiel. Insgesamt hatte Kyler Murray über die Saison hinweg 3722 Passing Yards, 544 Rushing Yards, 24 Combined Touchdowns und 12 Interceptions, was ihm am Ende der Saison die Offensive Rookie of the Year Trophäe einbrachte. Die Defense stellte zwar immer noch Probleme dar, aber gut erkennbar ist Kliff Kingsburys Einfluss auf die Offense. 2018 waren die Cardinals 41.1% schlechter, als die durchschnittliche Offense der NFL und 2019 waren sie 3.8% besser. Das zeichnete sie als die am meisten verbes-serte Offense aus.

Die Offseason der Cardinals war in der Quantität eher unspektakulär, jedoch in der Qualität unschlagbar. Alles wurde von einem Trade überschattet: Die Cardinals gaben den Houston Texans einen Zweit, sowie einen Viertrundenpick und zusätzlich David Johnson (RB, 28) für Star DeAndre Hopkins (WR, 28). Zu einem schon guten Receiver-Core kommt nun noch ein Mann dazu, der in den letzten 6 Jahren 7800 Yards gefangen hat. Das sind 1300 pro Saison. Im Draft gab es auch einen Spieler der alle Aufmerksamkeit auf sich zog, und das ist Isaiah Simmons (OLB, 22). Dieser junge Mann spielte bei den Clemson Tigers (Eines der besten Colleges des Landes) die größte Rolle in der Defense. Gelistet war er als Linebacker, jedoch spielte er nahezu genauso viele Snaps als Safety (meist Box/Strong Safety). In einigen Plays spielte er als Slot Cornerback oder Defensive End. Kurioserweise wurde er sogar teilweise als Outside Corner aufgestellt. Er kann also nahezu jeden Job erledigen und wird in Zukunft helfen, die wacklige Defense zusammenzuhalten. Erwähnenswert ist auch der Drittrundenpick Josh Jones (OT, 23), welcher einen sehr guten Wert mit sich bringt.

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Ausblick auf die Zukunft

Die Cardinals gehen in die 2020 Saison als eines der erfolgsverspre-chendsten jungen Teams der Liga. Die Offense kennt nun Kingsbuys System und ist, mit Ausnahme von Tight End und Offensive Line, sehr gut besetzt. Die Tight End Position spielt in diesem System kaum eine Rolle, aber dafür die Offensive Line. Dazu kommt noch das Marcus Gilbert (OT, 32), welcher als Starter angesetzt war, die Saison aufgrund von Corona nicht spielen wird. Kyler Murray wird also weiterhin viel Druck von der gegnerischen Defensive ausgesetzt sein. Das könnte der Offense schaden, aber durch Murrays Wendigkeit und Spielverständnis, kann auch dieses Problem eingedämmt werden.

Die Defense hat trotz schlechter Leistungen im Vorjahr noch Potential.  Die zwei Oldstars Patrick Peterson (CB, 30) und Chandler Jones (OLB, 30) sorgen für Stabilität in der Passverteidigung, sowie dem Passrush. In der Passverteidigung sind außerdem noch Budda Baker (S, 24) und Byron Murphy (CB, 22), welcher in seinem Rookie Jahr sehr solide gespielt hat, zu nennen. Mit Hilfe von Isaiah Simmons und der ganzen Defense, sollte die Offense in der Lage sein, das Team in die Playoffs zu bringen. Auf dem Papier könnte das Franchise nämlich in den meisten Divisions um Platz 1 mitspielen. Jedoch haben die Cardinals noch ein Hindernis. Ihre Division.

Die NFC West gehört seit Jahren zu den besten Divisions der NFL. In den letzten acht Jahren wurde das NFC Team im SuperBowl fünfmal von einem NFC West Franchise gestellt. Die San Francisco 49ers und die Seattle Seahawks gehen beide mit SuperBowl Ambitionen in das Jahr 2020. Die  Los Angeles Rams  als SuperBowl  Teilnehmer 2018/2019 Teilnehmer werden sich dies auch als Ziel setzen, was jedoch schwer wird. Denn sie kämpfen seit letztem Jahr schwer mit Cap-Space Problemen. Ein Division Sieg der Cardinals ist dieses Jahr vermutlich noch sehr unwahrscheinlich, aber als zweiter oder dritter Platz in die Playoffs zu kommen, ist mehr als möglich. Das Team hat einen jungen Kern, wird sich über die nächsten Jahre nur noch verbessern und ist wohl bald als Playoffkandidat nicht mehr wegzudenken.

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