MyNFL

Aktuelles

Atlanta Falcons – Trügt Der Schein?

ATLANTA FALCONS – TRÜGT DER SCHEIN?

Letzte Saison konnten die Atlanta Faclons nicht an die beiden guten Spielzeiten davor anknüpfen. Man verpasste die Playoffs. Mit einer Bilanz von 7 Siegen zu 9 Niederlagen blieb man hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Schwachstellen von 2018 wurden aber ausfindig gemacht. Die Offseason Strategie entsprechend angepasst und darauf aufgebaut. So dachte man eigentlich, man habe sich für die kommende Saison gut gewappnet. Doch nach dem ersten Spiel kann man die Frage durchaus stellen ob der Schein nicht etwas trügt? Die Probleme im ersten Spiel waren ähnlich wie letzte Saison, obwohl man diese doch ausmerzen wollte. Wo stehen die Falcons also wirklich?

Offseason Strategie

Wie jedes Team haben sich die Falcons mit ihren Schwächen von 2018 auseinandergesetzt und die Saison in meinen Augen auch gut analysiert. Man erstellt ganz klar den Plan, die Offensiv Line zu verstärken. Zu häufig geriet Quarterback Matt Ryan (34) unter Druck. Gesackt wurde der Spielmacher im Schnitt 2,6 mal pro Partie. Damit liegt man zwar ziemlich im Mittelfeld, ändert jedoch nichts an der Tatsache, das Ryan oftmals unter Druck geriet und den Ball schnell los werden musste. Ein Quarterback braucht die Sicherheit seiner O-Line um in sein Spiel zu finden. Dies war dann auch die Hauptschwachstelle, welche man ausmachte und verbessern wollte.

Rein auf das Papier geschaut, hat die Franchise auch viel dafür getan, um diese Problemzone zu verbessern. Man gab zwei 1. Runden Picks für die Offensive Line her. Mit Chris Lindstrom (22, OG) holte man an 14. Stelle einen Offensive Guard vom Boston College. Durch einen Trade mit den Los Angeles Rams schob man sich von der 2. Runde auf ein erneutes Auswahlrecht in der 1. Runde. An 31. Stelle holte man dann Kaleb McGary (24, OT). Der talentierte Offensive Tackle soll zukünftig genauso wie Lindstrom seinen Quarterback beschützen und ihm mehr Zeit für seine Pässe geben.

Embed from Getty Images

Trotz Unterschrift der beiden Top Talente, wollte man sich nicht allein auf den NFL Draft verlassen. Bereits vorab machte man Nägel mit Köpfen und scheute auch nicht etwas Geld dafür in die Hand zu nehmen. James Carpenter (30, OG) wurde mit einem Vier-Jahres-Vertrag ausgestattet. Dieser könnte den Falcons bis zu $21.000.000 kosten. Für Jamon Brown (26, OG) legte das Team aus dem US-Bundesstaat Georgia sogar noch mehr hin. Zwar beträgt das Gesamtvolumen des Vertrags „nur“ $18.750.000, geht aber auch nur über drei Jahre. Wie mittlerweile üblich, sind auch mehrere Millionen Dollar der Verträge garantiert. Garantiert sind Carpenter $8.250.000 und Brown $12.750.000.

Dementsprechend hat man in dieser Offseason alleine $21.000.000 für zwei Neuzugänge ausgegeben, welche den Starquarterback beschützen sollen. Nimmt man also diese vier Zugänge her, dann muss man offen und ehrlich sagen, dass die Falcons ihre Hausaufgaben gemacht haben. Oder trügt der Schein etwa? Schließlich hat die O-Line kein gutes Spiel beim Auftakt in die 100. NFL Saison gezeigt. Auch wenn sich das im ersten Spiel der Saison noch nicht wie gewünscht widergespiegelt hat, sehe ich es nicht so kritisch. Gerade den jungen Spielern muss man auch unbedingt etwas Zeit geben um sich zu entwickeln und mit dem neuen Niveau zurecht zu kommen. Zukünftig kommen da schließlich Pass Rusher wie Khalil Mack (28, OLB, Bears), J.J. Watt (30, DE, Texans) oder Aaron Donald (28, DT, Rams) um die Ecke geflogen.

Ob der Schein also trügt, hängt von der Betrachtungsweise ab. Man hat die Offensive Line verstärkt, muss nun aber dafür sorgen, dass diese Einheit zusammenwächst. Stellt man sich also die Frage ob der Schein der Verbesserung trügt, dann sage ich  „Nein, man braucht nur Zeit.“ Verändert man aber den Blickwinkel und fragt sich ob der Schein Trügt, dass die O-Line immer noch nichts ist, dann sage ich „Ja, der Schein trügt weil wir bessere Leistungen erwarten können.“

Embed from Getty Images

Kaum Abgänge

Das man kaum Abgänge in dieser Offseason Periode zu verzeichnen hatte, war sicherlich in den Planungen der Franchise sehr willkommen. Die drei namhaftesten Verluste waren hier sicherlich Bruce Irvin (31, OLB), Matt Bryant (44, K) und Tevin Coleman (26, RB). Irvin unterschrieb für den Divisionsrivalen der Carolina Panthers. Da der Spieler letzte Saison auch nur 8 Spiele gemacht macht, ist dieser Verlust sicherlich noch zu verschmerzen. Ähnliches kann man auch über Matt Bryant sagen. Zwar schnürte der Kicker über 10 Jahre die Schuhe für Atlanta, letztlich hat sich aber die Organisation freiwillig von dem Spieler getrennt, um auf dieser Position neue Wege zu gehen. Mit seinen 44 Jahren sollte der verlässliche Kicker nicht mehr die Zukunft darstellen.

Somit ist wohl Tevin Coleman der schwerste Verlust. Coleman tauscht sein Trikot für jenes der San Francisco 49ers. Aber auch hier muss man sagen, das Coleman nicht ganz unersetzlich ist. Zwar hat man seine Variabilität als 3rd Down Running Back gerne eingesetzt, doch war auch er nur die zweite Geige hinter Devonta Freeman (27, RB). Die meisten Snaps bekommt Freeman, welcher als einer der Top Runningbacks der Liga zählt. Aufgrund seiner Passempfänger Qualitäten rückte aber auch Coleman immer wieder in den Blickpunkt. Die in seinen vier Jahren von ihm erzielten 3.350 Yards Raumgewinn von der Line of Scrimmage, zeigen seinen Wert genauso, wie die von ihm erzielten 29 Touchdowns. Und trotzdem ist sein Verlust eher noch zu verschmerzen als jener von Freeman, welcher ganz klar in der Rangordnung vor Coleman stand.

Embed from Getty Images

Man kann also unter dem Strich sagen, dass man die Spieler, die man halten wollte auch gehalten hat. Der Schaden durch Abgänge wurde äußerst gering gehalten. Vor einer Woche hätte ich den Falcons daher auch eine bessere Saison als letztes Jahr prognostiziert. Nun wurden die Karten aber durch die Auftaktniederlage gleich mal wieder neu gemischt. Trotzdem in meinen Augen kein Grund Trübsal zu blasen.

Ausblick 2019

In meinen Augen befindet man sich eigentlich in einer guten Position. So schien es zumindest vor dem ersten Spieltag. Freilich darf man das erste Spiel nicht zu hoch hängen, aber von Seiten der Verantwortlichen war nach dem Spiel schon eine gewisse Ernüchternheit zu spüren. Bei den Minnesota Vikings ging man schließlich mit 28 – 12 ordentlich baden. Die Offensive fand kaum statt und ausgerechnet die Offensive Line machte wieder gehörig Probleme. Matt Ryan wurde insgesamt vier mal gesackt! Gleich im ersten Snap der neuen Saison wurde er auf das Grün buxiert. Ebenso warf der Quarterback zwei Interceptions wobei bei er bei jeder einzelnen ebenfalls unter großen Druck geriet.

Die Niederlage gegen die Vikings jedoch nur an der O-Line fest zu machen wäre nicht fair. Was letzten Sonntag passiert ist, war schlicht und einfach kollektiv versagen. Angefangen bei der O-Line über das Laufspiel welches überhaupt nicht stattfand. Ryan hatte definitiv schon viel bessere Tage. Das Special Team mit einem geblockten Punkt war ebenfalls nicht ganz unschuldig und über die Verteidigung brauchen wir überhaupt nicht sprechen. Kirk Cousins (31, QB, Vikings) musste in der gesamten Partie nur 10 mal Werfen! Die Vikings zertrampelten auf deutsch gesagt die Verteidigung der Falcons. Allen voran Dalvin Cook (24, RB) welcher allein 21 mal laufen durfte.

Embed from Getty Images

Trotzdem glaube ich daran, dass das Team die Kurve bekommt. Der Kader ist wieder mit reichlich Potenzial versehen und in vielen Bereichen grundsätzlich auch eingespielt. Nun wird es wichtig sein wieder in den Tritt zu kommen und das erste Spiel abzuhaken. Man darf dabei auch nicht vergessen, dass die Falcons gegen ihr Kryptonite gespielt haben. Der letzte Sieg der Falcons bei den Vikings war in der Saison 2008 in der 16. Woche. Wenn man dieses Spiel also als Warnschuss nimmt und hart an sich arbeitet, bin ich auch zuversichtlich, dass man wieder eine gute Saison spielen kann. Persönlich plane ich mit den Falcons in den Playoffs bzw. zumindest in der Wild Card. Innerhalb der NFC South sehe ich die New Orleans Saints dann schon ein paar Schritte noch voraus, aber man weis ja nie.

To Top