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Bell’s Streik – Ein Fazit

BELL’S STREIK – EIN FAZIT

Was wurde letzte Saison über Le’Veon Bell (27, RB) alles geschrieben. Der ehemalige Star Running Back der Pittsburgh Steelers wurde vergangenes Jahr zum zweiten Mal in Folge mit dem Franchise Tag versehen. 2018 hätte der Spieler also $ 14.544.000 verdient. Anstatt das Beste aus seiner Situation zu machen, streikte Bell schlicht und einfach die gesamte Saison. Er spielte keine Minute für die Steelers und wollte damit ein klares Ausrufezeichen setzen. In der zwischen Zeit ist viel passiert. Wir fassen nochmal zusammen.

Streik Während Der Saison 2018

Die Hintergründe für den „Hold Out“ 2018 lassen sich einfach erklären. Bell wollte keine Ein-Jahres-Verträge mehr, sondern eine langfristige Sicherheit. Große Verträge gehen bekanntlich über mehrere Jahre und es sind oftmals große Summen garantiert. Genau einen solchen Vertrag wollte Le’Veon Bell auch. Aufgrund des großen Verletzungsrisikos, gerade auch auf seiner Position, kann man dies soweit auch verstehen.

So sah der Spieler scheinbar keinen anderen Ausweg mehr, als sich einen solchen Vertrag zu erstreiken. Berichten zu folge versuchten sich die Pittsburgh Steelers mit Bell auf einen langfristigen Vertrag 2018 festzulegen, was letztlich jedoch an den garantierten Gehaltsforderungen des Superstars scheiterte. Mit dem Franchise Tag versehen, hätte Bell einmal mehr nur mit einem Ein-Jahres-Vertrag gespielt.

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Am Ende kam es zum endgültigen Bruch zwischen der Franchise und dem Spieler. Le’Veon Bell streikte die gesamte Saison 2018. Spielte keine Minute für sein Team und verzichtete so auf die ihm in der vergangenen Saison zugestandenen $ 14.544.000! Das es in dieser Saison zu keiner Einigung mehr zwischen den Steelers und Bell kommen wird, war gänzlich klar. Mittlerweile hat Bell einen neuen Arbeitgeber gefunden, die New York Jets.

Großer Vertrag 2019

Die New York Jets haben Bell einen Vier-Jahres-Vertrag über ein gesamt Volumen von $ 52.000.000 gegeben. Garantiert sind davon aktuell jedoch auch nur lediglich $ 17.000.000. Als Option hat der Spieler in seinem dritten Vertragsjahr 2021 eine Klausel eingebaut, die sein Grundgehalt in Höhe von $ 10.000.000 am 17.03.2021 ebenfalls garantiert. Schaut man sich den Vertrag genauer an, dann gibt es sehr große Bonuszahlungen für den Spieler, wenn er im Kader steht, oder auch spielt. Sein Grundgehalt beträgt nämlich in diesen 4 Jahren gerade mal $ 28.000.000.

Was ist nun also das Ergebnis bzw. das Fazit der Akte Le’Veon Bell. Hat sich sein letztjähriger Streik tatsächlich gelohnt? Hat der Spieler das bekommen, was er wirklich wollte? Sagen wir es mal so, in meinen Augen hat sich Bell wohl etwas anderes vorgestellt. Viele Teams sahen den Streik mitunter sehr kritisch. Eine gewisse Rufschädigung kann man dem Spieler sicherlich nachsagen. Niemand möchte gerne einen Spieler in seinem Team haben, der komplett aus der Reihe tanzt.

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Bereits letzte Saison gab es auch innerhalb des eigenen Kaders der Steelers große Meinungsverschiedenheiten zu diesem Fall. Während manch einer den Spieler öffentlich unterstützte, gab es von nicht wenigen Teammitglieder klare Aussagen in Richtung Bell. Dem Spieler wurden Egoismus und das Verletzen des Kodex als Mannschaftsspieler vorgeworfen. Sein Team war ihm nicht mehr wichtig. Hätten die Steelers doch leicht mit ihrem Kader und Bell um den Super Bowl mitspielen können. Am Ende verpasste man die Playoffs, auch weil der Star Running Back, vor allem zum Ende der Saison hin fehlte.

Abschließendes Fazit

Zurück zum eigentlichen Thema. Der Vertrag den Bell abgeschlossen hat, ist groß, aber wir dürfen nicht vergessen, dass er letztes Jahr auf ein Salär von über $ 14,5 Millionen verzichtet hat. Die für die nächsten zwei Jahre garantierten $ 17 Millionen erscheinen daher für mich sehr gering im Verhältnis zu dem, was er letztes Jahr verdient hätte. Denn so viel finanzielle Sicherheit für seine Zukunft hat er mit diesem neuen Vertrag auch nicht gewonnen. Cuten die Jets ihn z.B. nach der Saison 2020, also vor dem 17.03.2021, dann steht Bell mit seinen bis dahin verdienten $ 22 Millionen da und wird angesichts seines Alters kaum mehr einen langfristigen Megavertrag bekommen.

Dieses Szenario ist natürlich abhängig von den Leistungen Bells, aber die Jets können sicherlich mit diesem Deal besser leben, als der Spieler. Ein Cut vor dem 01.06.2021 würde im Übrigen den Jets nur $ 4.000.000 gegen die Gehaltsgrenze kosten. Eine Tatsache, die das Ganze somit nicht unbedingt unwahrscheinlich erscheinen lässt. Wenn man mich also fragt, hat sich Le’Veon Bell verzockt? Dann würde ich mit einem Ja antworten.

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Er hätte letzte Saison spielen und den Franchise Tag mitnehmen sollen. Denn wie gesagt, das Geld, welches er bei diesem Vertrag garantiert bekommen hat, ist nur minimal höher, wie sein Gehalt aus der letzten Saison. Ob also diese $ 2,5 Million das Kraut jetzt Fett machen, wage ich zu bezweifeln. Der Spieler hat viel auf eigene Rechnung riskiert und wurde dafür am Ende nicht so belohnt, wie er es sich sicherlich erhofft hatte.

Vielleicht wird nun jemand argumentieren und sagen „Er wollte aber einen langfristigen Vertrag mit Sicherheit und vielleicht hätten die Steelers ihn 2019 wieder getagt.“ Das ist alles schön und gut, aber hätten die Steelers ihn 2019 erneut mit dem Franchise Tag versehen, dann hätte Bell ein Quarterback ähnliches Gehalt und an die $ 25.000.000 verdient. Das ist die Hälfte von dem was er nun in vier Jahren verdient. Wäre es den Steelers das Wert gewesen, dann hätte der Streiker den Reibach seines Lebens in einer Saison gemacht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Steelers für einen Spieler, der kein Quarterback ist, nicht so viel Geld gezahlt hätten, dann wäre Bell in der exakt gleichen Situation gewesen wie jetzt: Free Agent und hätte sich seinen gewünschten, großen, langfristigen Vertrag holen können.

Egal wie man es dreht oder wendet. Der Zirkus hat sich nicht ausgezahlt für Le’Veon Bell. Hinzu wechselt der Spieler nämlich zu einem Team, welches in absehbarer Zeit nicht um einen Titel mitspielen wird. Am Ende hat er sich wohl dann doch rein für das Geld entschieden. Zweifelsohne hievt der Running Back die Offensive der New York Jets mit seiner Unterschrift auf ein ganz neues Level, aber alleine wird er das Team nicht zu einem Titelkandidaten machen. Sollte sich das Ganze als lukratives Geschäft für den Spieler herausstellen, dann müssen sehr viele Faktoren eintreten, die auch von Zufall geprägt sind und diese Zufallsfaktoren wollte der Spieler eigentlich minimieren. Deshalb sehe ich den Streik im Nachhinein als reines Verlustgeschäft. Die Rechnung muss nun der außergewöhnliche Spieler selbst tragen.

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