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Carolina Panthers – Zwischen Sorge Und Hoffnung

CAROLINA PANTHERS – ZWISCHEN SORGE UND HOFFNUNG

Trotz eines bescheidenen Starts in die Saison 2019, schafften es die Carolina Panthers sich am vergangenen Wochenende etwas zu rehabilitieren. Zum Auftakt verlor man knapp zu Hause gegen die Los Angeles Rams. Nur eine Woche später enttäuschte man das heimische Publikum erneut, als man gegen den NFC South Divisionskonkurrenten Tampa Bay Buccaneers mit 20 – 14 verlor. Fast schon befreiend wirkte da der Must-Win-Sieg über die Arizona Cardinals. Derzeit hinkt es noch etwas im Getriebe bei den Panthers. Mit den Houston Texans erwartet man noch dazu am kommenden Wochenende eine Mannschaft von Playoff Kaliber.

Genügend Verbesserungspotenzial

Schaut man sich die Statistiken der Panthers etwas genauer an, dann gibt es in vielen Schlüsselstatistiken noch genügend Verbesserungspotenzial. Man kann hier auch nicht einen Mannschaftsteil ausnehmen. Während die Defensive Probleme gegen den Lauf hat, lässt die Offensive vor allem in den wichtigen 3rd Down Situationen oder gar in der Red Zone das Team im Stich. Nur 34,29 % der wichtigen dritten Versuche sind erfolgreich. Zu oft schafft man es also nicht, den Drive noch irgendwie am Leben zu erhalten. Das erklärt auch die Tatsache, dass das Team aus Charlotte, North Carolina zu wenig den Ball hat. Nur vier Teams haben den Ball seltener in ihrem Besitz als die Panthers. Das erhöht natürlich den Druck auf die Verteidigung.

Zu oft müssen also Drives vorzeitig beendet werden, wonach die Defensive oft auf dem Feld steht. Das diese bislang Probleme gegen den Lauf zeigten, macht die Situation dann noch zusätzlich schwer. Gezielte Läufe der Offensive sind bewerte Mittel um eine Verteidigung müde zu machen. Zeigt diese dann auch noch Schwächen, nutzen die Gegner diese Problematik dann natürlich gerne und kommen so relativ simpel ihrem Ziel näher. Schafft man es diese Problematik in den Griff zu bekommen, könnte das ein ganz neues Bild erzeugen. Im Passspiel gehört Carolina nämlich zu den besten Verteidigungen.

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Überraschend ist, dass man sich bislang auch sehr schwer in der Red Zone tut. Hier hat man bislang bei nur etwas über der Hälfte aller Besuche in der Red Zone auch Punkte mitgenommen. Für eine Mannschaft mit einem Quarterback wie Cam Newton (30) oder Running Back Christian McCaffrey (23) eindeutig zu wenig. Da hat man selbst an sich größere Ansprüche. Zumal man mit einer solch mageren Ausbeute nicht in Richtung Playoffs schauen braucht. Es birgt also noch ordentlich Verbesserungspotenzial.

Der Superstar Das Sorgenkind

Wer bislang in der Saison 2019 noch gar nicht angekommen ist, ist Superstar Cam Newton. Der Quarterback spielte in den ersten beiden Partien deutlich unter seinen Möglichkeiten. Mit nur 56,18 % Passgenauigkeit, liegt er über 10 % unter seinem letztjährigen Wert. Auch ein Touchdown wollte dem M.V.P. aus der Saison 2015 noch nicht gelingen. Weder durch die Luft, noch auf dem Boden konnte Cam den Ball in der Endzone unterbringen. Für den 1,96 Meter Hünen ein Saisonauftakt zum vergessen. Zu allem Überfluss verletzte sich Newton auch noch am Fuß, was den Einsatz am letzten Wochenende unmöglich machte. Mittlerweile wurde bekannt, dass sich die Verletzung voraussichtlich noch etwas hinziehen kann.

Ein Einsatz am kommenden Wochenende ist somit wohl ebenfalls nicht möglich. Sollte sein Back-Up Kyle Allen (23, QB) so spielen wie letzte Woche und sein Team erneut zum Sieg führen, könnte sich der Druck auf Newton schlagartig und völlig unerwartet erhöhen. Ich prognostiziere hier keinen Abgesang für den dreimaligen Pro Bowler, aber in der NFL zählen auch nur Ergebnisse. Wenn Cam Newton zurückkehrt, wird er definitiv als Starter zurückkehren, aber klar sollte auch sein, dass er sich nicht viele Spiele in der Form der ersten beiden erlauben sollte. Trotzdem darf man natürlich auch nicht überreagieren und muss den Ball ganz flach halten. Allen hat eine wirklich starke Leistung gezeigt und sein Team zum Sieg geführt. Man muss jedoch auch sagen, dass die Arizona Cardinals nicht jedem Schweißperlen auf die Stirn treiben. Hier muss man den Sieg und die Leistung auch richtig einschätzen.

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Für Carolina ist es gut zu sehen, dass man einen Back-Up hat, auf den man sich zur Not verlassen kann, aber häufig hatte man auch schon den Fall, dass nur eine Woche später ein Back-Up zum tragischen Helden wurde. Meist fehlt vielen die Konstanz, um auf diesem Niveau dauerhaft die erforderliche Leistung zu bringen. Newton gehört die Offensive und er ist das Gesicht der Franchise. Da wird schon mehr notwendig sein als die bisherigen drei Wochen der Saison, um den Superstar Carolinas ins Aus zu buxieren. Möchte man es jedoch in die Playoffs schaffen, dann ist ohnehin egal, wer die Bälle verteilen darf. Die zwei Niederlagen zu Beginn lassen wenig Spielraum für Fehler zu.

Hoffnungsträger McCaffrey

Wer aufgrund der Verletzung Newtons noch mehr in den Fokus rückt ist Christian McCaffrey. Nicht nur im Laufspiel, sondern auch im Passspiel gefährlich, mauserte sich McCaffrey zu einem der Besten auf seiner Position. In der letzten Saison stellte der Spieler einen neuen Rekord auf. Nie hat ein Running Back mehr Pässe gefangen als er 2018. Am Ende der Spielzeit standen 107 Receptions auf seinem Konto, ein neuer Rekord in der NFL. Auch 2019 läuft es schon wieder recht ordentlich für den ehemaligen Spieler der Universität Stanford. Mit genau 400 Yards von der Line of Scrimmage läuft alles schon wieder wie gewohnt. McCaffrey schafft Raum und zieht so auch sein Team mit.

Nun muss er noch mehr ins Rampenlicht rücken. Sonntags werden die Augen von Seiten der Panthers überwiegend auf ihn gerichtet sein. In der letzten Partie gab er dem jungen Ersatzmann Allen genügend Sicherheit, um das Spiel für sein Team zu gewinnen. Ähnliches erhofft man sich auch kommendes Wochenende. Mit einem Sieg über die Houston Texans würde man sich wieder in der Spur befinden. Aktuell weis man noch nicht genau wo man steht. Denn verliert man andererseits, würde es mit den Playoffs schon wieder richtig schwer werden. Schließlich befindet man sich mit den New Orleans Saints, Atlanta Falcons und Tampa Bay Buccaneers in einer der schwierigsten und ausgeglichensten Divisionen der gesamten Liga.

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Um mal einen kleinen Ausblick auf die kommenden drei Partien zu geben, befinden sich die Panthers in einer wegweisenden Position. Die Texans sind ein Playoff Team, wo es auswärts verdammt schwer werden wird. Im Anschluss empfängt man die Jacksonville Jaguars, welche sich ebenfalls noch nicht mit viel Ruhm bekleckert haben. Das ist dann mehr oder weniger auch schon ein Spiel der Sorte Must-Win. Im Rückspiel gegen die Buccaneers in Woche 6 kann man dann Besserung bzw. Wiedergutmachung für die 2. Woche leisten. Ein Spiel was angesichts der Divisionszugehörigkeit sehr wichtig werden wird. Mit zwei Niederlagen aus diesen drei Spielen würde man sich in meinen Augen schon aus dem Playoff-Rennen verabschieden.

Holt man aber zwei Siege, wäre man mit einer 3 – 3 – 0 Bilanz nach sechs Spielen zumindest halbwegs im Soll. Ganz auf Plaoyff Kurs wäre man freilich noch lange nicht, aber die Chance wäre noch gegeben. Schafft man es alle drei Spiele zu gewinnen, dann würde man sich wieder Voll und Ganz rehabilitiert haben. In diesem Fall würde man plötzlich wieder hochgehandelt werden. Wir dürfen also gespannt sein was passiert. Verbesserungspotenzial gibt es genügend. Wenn dann der Superstar auch keine Sorgen mehr bereitet und der Hoffnungsträger weiterhin sein Charisma versprüht, könnte es zumindest in die Playoffs führen. Andernfalls sitzt man enttäuschend wie letzte Saison im Januar auf der Couch.

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