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Cleveland Browns – Es Wird Zeit!

CLEVELAND BROWNS – ES WIRD ZEIT!

Lange hält sie schon an. Die Tragödie rund um die Cleveland Browns. Kein NFL Team hat die Playoffs seit so langer Zeit nicht mehr gesehen. Jedes Jahr kommt ein neuer Hoffnungsträger, der den Bann vermeintlich brechen wird, aber schlussendlich kommt dasselbe Ergebnis heraus. Seit 2002 sah man die Playoffs nicht mehr und damals verlor man schon in der Wildcard- Round. Vor 2002 war der letzte Besuch 1994. In 22 Jahren wurden die Playoffs also einmal erreicht. Um zu verstehen, dass das unglaublich schlecht ist, muss man kein Experte sein. Nach 7 Jahren im Tabellenkeller, welche von einer 1-15-0 Leistung in 2016 und einer 0-16-0 Leistung in 2017 abgeschlossen wurden, war man 2018 erstmals wieder auf dem richtigen Weg. Doch der Druck wird für alle größer, wenn man mit den hohen Draft-Picks nicht langsam Gewinne erzielen kann. Doch wie stehen die Chancen der Browns in einer starken AFC North?

Von zwei First-Overall Picks zur ersten akzeptablen Saison

Wie vorher schon beschrieben, hat der Misserfolg eine lange Tradition in Cleveland. Nach vielen Jahren mit Draft-Picks in der Top 10, hatte man 2017, sowie 2018 als schlechtestes Team der Liga den Nummer 1 Pick. 2017 entschied man sich für Myles Garrett (DE, 24), welcher seit langer Zeit der erste Erstrundenpick ist, der auch seinen zweiten Vertrag in Cleveland unterschreibt. Er wurde mit 125 Millionen, welche er über 5 Jahre erhält, zu einem der bestbezahltesten Verteidiger der Liga. 2018 hatte man sogar zwei Picks in der Top 5. Als erstes wurde Baker Mayfield (QB, 25) ausgewählt, welcher eine starke Rookie Saison, aber eine eher schwache Sophomore Saison hatte.

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Als vierten Spieler 2018 wählten die Browns noch Denzel Ward (CB, 23) aus, welcher ein solider Nummer 1 Cornerback mit Star-Potential ist. Erwähnenswert ist auch noch Nick Chubb, welcher in der zweiten Runde ausgewählt wurde und zu einem der besten Backs in der NFL avancierte. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch und wurden teilweise auch erfüllt. Man beendete die Season mit einem Rekord von 7-8-1, was nach sieben Jahren im Division Keller, einen dritten Platz einbrachte. Der Headcoach, in den beiden desaströsen Jahren 16/17, Hue Jackson (55) wurde nach der ersten Saisonhälfte und einem 2-5-1 Rekord endgültig entlassen und es übernahm Gregg Williams (62) der in 8 Spielen fünf Siege einfahren konnte. Das Team schaute optimistisch in eine Zukunft, in welcher man mit Baltimore und Pittsburgh schritthalten könnte.

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Große Namen, wenig Erfolge

Trotz guter Leistung Williams, entschied sich das Front Office in der Offesason 2018/2019 für Freddie Kitchens (45) als neuen Hauptverantwortlichen. Die Offseason wurde außerdem von einem großen Trade überschattet. Die New York Giants gaben Odell Backham Jr. (WR, 27) und Olivier Vernon (DE, 30) ab und erhielten im Gegenzug den Erst- und Drittrundenpick 2019, sowie Jabrill Peppers (SS, 24) und Kevin Zeitler (OG, 30). Mit Star Power und neuer Führung, sollten nun die Playoffs ins Visier genommen werden. Mit riesigen Erwartungen, krachte das Kartenhaus zusammen und sie schafften lediglich einen 6-10-0 Rekord. Man hatte trotzdem zwei 1000 Yard-Receiver und einen Runningback, welcher über 1700 Scrimmage Yards aufweisen konnte. Auffällig waren jedoch die 21 Interceptions von Mayfield, welche er gegen nur 22 Touchdowns aufwiegen konnte. Trotz dessen ist das Coaching ein Problem gewesen und man verabschiedete sich von Kitchens und verpflichtete Kevin Stefanski, den vierten Headcoach in drei Jahren.

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Offseason und Anfänge 2020

Die Offseason startete gut. Man wollte Mayfield unterstützen und verpflichtete deswegen Jack Conklin (OT, 26). Weiterhin kam Austin Hooper (TE, 26) zu einer schon sehr starken Offense hinzu. Offensiv war man also gut aufgestellt. Die Defensive ließ sich, trotz des schmerzhaften Abgangs von Joe Schoebert (MLB, 26), welcher die Defense zusammenhielt, zeigen. Auch der Draft verlief ziemlich erfolgreich. In der ersten Runde machte man mit Jedrick Wills (OT, 21) einen unspektakulären, aber wichtigen Pick. Conklin und er werden Baker Mayfield gut schützen können.

Die Saison startete mit einer verheerenden 6-38 Niederlage gegen Baltimore, wurde aber mit vier darauffolgenden Siegen wieder verbessert. Gegen die Division-Kollegen aus Pittsburgh verlor man 7-38, in Woche 7 siegten sie knapp in Cincinnati und die Raiders sorgten für den Franchise-Rekord von 5-3-0. Auffällig ist aber, dass Cleveland die Spiele gegen schwächere Gegner gewann, jedoch gnadenlos gegen die zwei Division-Rivalen Baltimore und Pittsburgh verlor, was dem guten Rekord einen faden Beigeschmack verpasst hat.

Wie kommt es also, dass man gegen die starken Gegner untergeht? Wenn man sich einfach nur die rohen Zahlen anschaut, fällt einem sofort die Defense auf, welche die sechstmeisten Punkte zulässt. Aber der Verteidigung die Alleinschuld zu geben, wäre der falsche Ansatz. In den drei Niederlagen erzielte man nämlich nur einen Punktedurchschnitt von 6.3, was mehr als unterdurchschnittlich ist. Ein weiterer Faktor ist Star-Receiver OBJ, der für viel Kapital verpflichtet wurde und nun als immer funktionierende Konstante angesehen wird. Das bringt Mayfield oftmals in Versuchung, den Ball trotz guter Coverage in seine Richtung zu werfen, was schon einige Male zu einer Interception führte. Durch Beckhams Verletzung wird nun vermutlich jeder Receiver gleich betrachtet und der Quarterback kann unvoreingenommen seine Reads durchgehen. Ein weiteres Problem der Offense stellt das Momentum dar. Als Executive, weiß man nie was man von den Browns bekommen wird. Wenn alles läuft, rollt der Angriff unaufhörlich und siedelt sich in den 30 Punkte Regionen an, aber sollte die gegnerische Defense anfangs ein paar Fehler hervorrufen, schafft es das Team aus Cleveland meist nicht wieder in die Spur.

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Ausblick auf die Zukunft

Die Zukunft der Cleveland Browns steht in den Sternen. Vieles hängt von Baker Mayfield ab. Dieses Jahr muss er zeigen, ob er ein wahrer Franchise-Quarterback ist. Denn trotz eines verletzten Odell Beckhams, hat er genug Waffen und solide Passprotection. Wenn sich herausstellt, dass Mayfield es nicht ist, wird es für die Browns sehr schwer, da sie dank ihrem Rekord vermutlich keinen hohen Draft-Pick bekommen werden. Wenn mit dem Quarterback jedoch alles gut läuft, ist in Cleveland so einiges möglich. Mit einer explosiven Offense, getragen von zwei erstklassigen Runningbacks, guten Receivern sowie Tight Ends und einer soliden Line mit starken Tackles und Wyatt Teller (OG, 25), der nach ProFootballFocus, der beste Lineman der Liga ist. Und einer Defense mit starken Passrushern und stabiler Passverteidigung. Das einzige konstante Problem, ist die Division. Die Ravens und Steelers gehören zu den besten Teams der Liga und hegen beide SuperBowl-Ambitionen. Sogar die Bengals haben in Joe Burrow (QB, 23) vermutlich ihren Franchise Quarterback gefunden, um welchen sie nun stark bauen wollen. Nur die Zeit wird zeigen, ob sich die Browns im Norden behaupten können und ob sie es nach Ewigkeiten zurück in die Playoffs schaffen, denn das wird nach einer historisch-langen Flaute höchste Zeit, um endlich wieder attraktiv für den immer wachsenden NFL-Markt zu werden.

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