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Dallas Cowboys – Fehlendes Zünglein

DALLAS COWBOYS – FEHLENDES ZÜNGLEIN

Große Hoffnungen ruhen auf dem Offensiv-Duo rund um Quarterback Dak Prescott (26) und Running Back Ezekiel Elliott (24). Beide sollen der Schlüssel für einen baldigen Super Bowl Triumph für die Dallas Cowboys sein. Die Franchise, welche auch als America’s Team bezeichnet wird, lechzt nach einem erneuten Titel seit mittlerweile 24 Jahren. Fast ein viertel Jahrhundert ist es her, dass Eigentümer Jerry Jones (77, HOF) die Vince-Lombardi-Trophäe in den Himmel strecken konnte. Für die stets ambitionierten Texaner soll es also bald wieder für mehr als „nur“ einen Playoff-Platz reichen. Letzteres hat sich aber 2019 als Herausforderung offenbart.

Ausgewogenheit im Spiel

Mit Blick auf die Statistik der Mannschaftsteile stellt man schnell fest, dass die Cowboys zu den ausgewogensten Franchises in dieser Spielzeit gehören. Egal ob in der Offensive oder Defensive, überall befindet man sich in den wichtigen Kategorien in den Top 10! Schaut selbst:

Kategorie NFL Rang
Erzielte Punkte Offensive 8
Erzielte Yards Offensive 1
Erzielte Yards durch Pässe Offensive 1
Erzielte Yards durch Läufe Offensive 8
Kassierte Punkte Defensive 8
Kassierte Yards Defensive 8
Kassierte Yards durch Pässe Defensive 8
Kassierte Yards durch Läufe Defensive 16
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Kaum eine Mannschaft kann also von so viel Balance sprechen. Lediglich gegen den Lauf offenbarte die Defense Schwächen. Trotzdem ist die Mannschaft nicht angewiesen auf einen ganz besonders guten Mannschaftsteil. Im Passspiel ist man sogar Ligaspitze. Kein Team erzielt mehr Raumgewinn durch die Luft, als Dallas. Dies liegt vor allem an der starken Saison von Dak Prescott. Schon am kommenden Wochenende wird der Spielmacher voraussichtlich einen neuen Karriere-Bestwert für Passing Yards und geworfene Touchdowns aufstellen. Auch sein Quarterback Rating liegt über dem üblichen Ligadurchschnitt. In seinem wichtigen letzten Vertragsjahr, liefert der Strippenzieher richtig gut ab. Zumindest in den persönlichen Statistiken.

Ähnliches gilt auch für seinen Running Back. Trotz das Ezekiel Elliott aufgrund eines Vertragsstreiks die gesamte Vorbereitung verpasst hat, ist er auch in dieser Spielzeit einer der besten Taktgeber aus dem Backfield. Elliotts Statistiken unterscheiden sich kaum zu seinen Jahren davor. Von einem Leistungseinbruch, trotz verpasster Vorbereitung ist nichts zu merken. Für die Cowboys ist es sehr wichtig, dass beide Spieler funktionieren. So tut man sich leichter einen Match-Plan zurecht zu legen. Trotz beider Superstars in der Offensive, konnten sie oftmals nicht den erhofften Lohn einholen. Es gehört zu einer Mannschaft eben mehr, als nur eine gute Quarter-Running Back Kombination. Ab einem gewissen Niveau reicht ein solches Pendant nicht mehr aus. Dallas muss das schmerzlich am eigenen Leibe erfahren.

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Kein Playoff Niveau

Das die Dallas Cowboys überhaupt noch im Rennen um den Kampf der Playoff-Plätze sind, liegt größtenteils an ihrer schwachen Division. Mit den Philadelphia Eagles (5 – 7 – 0), Washington Redskins (3 – 9 – 0) und New York Giants (2 – 10 – 0) hat man mit Abstand die schwächste Division erwischt. Alle drei Teams haben ebenfalls negativ Rekorde. Keine Division hat so wenig Siege wie die NFC East bisher geholt. Während sich in den anderen Divisionen teilweise drei Teams um die heiß begehrten Playoff-Plätze streiten, trifft dies in diesem Falle nicht zu. Für alle Teams der NFC East führt der einzige Weg in die Playoffs, über den Divisionssieg. Momentan führen die Cowboys nach der jüngsten Niederlage nur noch mit einem Sieg. Diesen Vorsprung versuchen sie nun mit allen Mitteln über die Ziellinie zu retten.

Angesichts ihrer bisherigen Ergebnisse, kann man sich aber fast schon den Weg in die Playoffs sparen. Die bisherigen 7 Niederlagen kommen fast allesamt von Teams, die es voraussichtlich auch in die Playoffs schaffen werden! So verlor man gegen die New Orleans Saints (aktuell 1. Platz NFC South), Green Bay Packers (aktuell 1. Platz NFC North), Minnesota Vikings (aktuell Wild Card Platz), New England Patriots (aktuell 1. Platz AFC East), Buffalo Bills (aktuell Wild Card Platz), New York Jets (4 – 8 – 0) und gestern Nacht gegen die Chicago Bears (7 – 6 – 0). Wenn die Pferde zugeritten werden müssen, scheint es so, als versage das Lasso der Kuhtreiber. Bisher ist das nicht weiter schlimm, hat man nämlich innerhalb der eigenen Division eine makellose Bilanz. Trotzdem muss man sich ja zwangsläufig mit Teams solchen Kalibers in der Postseason messen. Daher dürften nicht etwa wenige Fans der Texaner ernsthaft besorgt sein.

Letztlich kann man aus diesen Niederlagen die Schlussfolgerung ziehen, dass das Team bisher noch nicht das Playoff-Niveau erreicht hat. Zwar hat man noch ein paar Wochen, bis diese starten, trotzdem sollte man die Angelegenheit nicht zu locker nehmen. Mit 6 Siegen zu 7 Niederlagen liegt man bei einer Siegerquote von gerade mal 46,2 %. Im Vergleich zu den anderen Teams ein deutlicher Unterschied. Mit 10 – 2 liegen zum Beispiel die Saints auf dem 1. Platz der gesamten NFC. Das ist dann schon ein gehöriger Unterschied. Zwar ist grundsätzlich das Erreichen der Playoffs noch möglich, aber ob man dann auch wirklich auf dem geforderten Niveau agieren kann, wage ich durchaus zu bezweifeln.

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Fehlende Zünglein

Fair gesagt, es fehlt nicht sonderlich viel zu den Top Teams der Liga, aber am Ende fehlt halt trotzdem immer ein Zünglein an der Waage. Lässt die Verteidigung wenig Punkte zu, dann schafft es die Offensive nicht, genügend Punkte auf die Anzeigetafel zu bugsieren. Scored man mit der Offensive gut, fehlt der Verteidigung der letzte Funke um auch den Gegner im Zaum zu halten. Die Differenz in den sieben Niederlagen, gegen mitunter die besten Teams der Liga, lag gerade mal bei 38 Punkten. Auf sieben Spiele verteilt sind das gerade mal 5,28 Punkte Differenz pro Spiel! Weniger als ein Touchdown! Das zeigt, wie furchtbar eng es stets geworden ist. Davon kann man sich aber auch nichts kaufen. In den Playoffs wird niemand darauf Rücksicht nehmen.

Trotzdem darf man angesichts der Statistik die Cowboys nicht zu früh abschreiben. Wie bereits erwähnt, gehört das Team zu den ausgewogensten in der Liga. Ich traue Prescott & Co. zu, dass man in den Playoffs zu herausragenden Leistungen im Stande ist. Undankbar könnte es dann allerdings schon sein, dass man höchstwahrscheinlich entweder auf den alten Rivalen, die San Francisco 49ers oder Seattle Seahawks treffen wird. Beide Teams spielen eine super Saison und sind große Anwärter auf den Eisernen Thron. Dann könnte der Franchise der ein oder andere Lapsus aus der Regular Season doch teuer zu stehen kommen!

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