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Detroit Lions – Der Druck Wird Grösser

DETROIT LIONS – DER DRUCK WIRD GRÖSSER

Mit ganz viel Hoffnung ernannten die Detroit Lions Matt Patricia (45, HC) 2018 zum ihrem Head Coach. Der Erfolg lässt bislang auf sich warten. In den beiden Jahren unter seiner Riege gewann die Franchise aus dem US Bundesstaat Michigan nur 9 der möglichen 32 Spiele! Trotz Neuaufbau, keine prickelnde Statistik, zumal man nach der 6 – 10 – 0 Bilanz aus der ersten Saison unter Patricia deutlich verschlechterte!

PATRICIA UNTER ZUGZWANG

Sicherlich sind Aufbauprojekte in der NFL eher langfristig angelegt. Trotzdem befindet sich Patricia in seiner dritten Saison deutlich unter Zugzwang. In seinem ersten Jahr konnte er noch ordentliche sechs Siege einfahren. Das ist soweit in Ordnung. Doch jeder erwartet dann natürlich einen Fortschritt. Nach dem man nun aber 2019 lediglich 3 Siege einfahren konnte, ergibt sich da ein anderes Bild. Zumindest unter dem Strich hat man wenig Entwicklung gezeigt.

Schließlich darf man auch nicht vergessen, dass der ehemalige Defensive Coordinator der New England Patriots vor der letzten Saison auch ordentlich auf dem Transfermarkt zugeschlagen hat. Spitzenverteidiger Trey Flowers (27, DE) wurde zum Supereinkauf, als man ihn als Free Agent für eine große Stange Geld verpflichtete. Er könnte in seinen 5 Jahren bis zu $90.000.000 verdienen! Auf dem Platz zeigte er zwar wie gewohnt gute Leistung, konnte die Niederlagenserie der vergangenen Saison aber auch nicht aufhalten.

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Stattdessen sorgt er nun für viel mehr Druck für seinen Head Coach. Schließlich wird ein Coach nicht nur an der Entwicklung seines Teams gemessen, sondern auch welche Aktionen getätigt wurden. Die Lions haben tief in den Geldbeutel gelangt, um einen Starspieler zu holen. Schneidet man also auch 2020 ähnlich schlecht ab, könnte das Projekt Patricia bereits nach drei Jahren gescheitert sein. Denn schaut man sich mal grundlegend den Kader Detroits an, dann stehen da schon einige größere Namen drauf.

Teams wie die Cincinnati Bengals (2 – 14 – 0) oder Washington Redskins (3 – 13 – 0) haben da in meinen Augen deutlich weniger Potenzial im Kader. Nüchtern betrachtet müsste man das Team eig. in wenigen Jahren auf Playoff Kurs haben. Schließlich hat man mit Matthew Stafford (32, QB) einen guten Strippenzieher im besten Football alter. Sicherlich wurde Stafford zum beginn seiner Karriere sehr gehypt als er noch von seinem Mega-Wide-Out Calvin Johnson (34) lebte. Johnson, der nicht umsonst den Spitznamen „Megatron“ bekam, war über Jahre das Beste, was die Liga auf seiner Position zu bieten hatte. Trotzdem gibt es sicherlich weitaus mehr schlechtere Quarterbacks, als Stafford in der Liga.

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ENDLICH POTENZIAL ABRUFEN

Möchte der Defensivspezialist Patricia über die kommende Saison hinaus im Amt bleiben, muss er dieses Jahr das Potenzial abrufen. Mögliche Erklärungen wie „Corona“ oder „Verletzungspech“ werden dann wohl nicht mehr zählen. Erschreckend ist vor allem, dass gerade die verstärkte Defensive, gepaart mit der Tatsache, dass der Head Coach als Defensiv-Guru bekannt ist, zur Achillesferse avancierte. 

Kaum ein Team in der NFL lässt mehr Yards zu wie die Detroit Lions. Kaum ein Team in der NFL lässt mehr Touchdowns zu wie die Detroit Lions. Kaum ein Team hat gegen den Ball so wenig entgegen zu setzen wie die Detroit Lions. Letztlich befindet man sich in nahezu allen wichtigen Kategorien der Verteidigung ziemlich am Ende der Nahrungskette. Es ist nicht einfach so, dass man sich im letzten Drittel befindet, nein wir sprechen hier von einer Defensive die in fast allen wichtigen Kategorien zu den schlechtesten fünf gehört! Viel zu wenig für eine Franchise mit Playoff Anspruch.

Doch gleichzeitig macht dieser Misserfolg auch irgendwie Hoffnung. In der Offensive gehört man nämlich zum Mittelmaß der Liga, mit Ausschlägen und vor allem Potenzial nach oben. Bekommt man also die Defensive 2020 viel besser in den Griff, dann könnte man eine Franchise wie verwandelt erleben. Nicht selten erleben wir in diesem komplizierten Sport, dass eine Lücke geschlossen wird und urplötzlich ein komplett neues Team auf dem Grün steht. Somit wird die Hauptaufgabe für das Coaching Team sein, eine bessere Verteidigung zu stellen.

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AUSBLICK AUF 2020

Wie bereits erwähnt, gehört das Defensivloch gestopft. In meinen Augen liegt es hier nicht allein an die individuelle Power. Vielmehr sollte das gesamte Coaching Team seine Ausrichtung und Konzept überdenken. Das man sich oftmals so machtlos präsentierte, lag nicht nur an fehlendem Potenzial. Bestes Bespiel ist für mich die allgemeine geringe Anzahl an Sacks. Jeder weis, hat ein Quarterback Druck, dann macht er Fehler. Mit Flowers hat man einen guten Spieler auf dieser Position geholt. Der Spieler selbst, hat auch mit 7.0 Sacks seinen Teil beigetragen, doch vom Rest des Teams kommt zu wenig. Man kann nicht einfach nur hoffen, dass Flowers es schon richten wird.

Mit 4,38 % an Sacks auf die Drop-Backs der Quarterbacks gerechnet rangiert man auf Rang 31 der NFL. Mit einem Verlust von 3,50 % zum Vorjahr eine herbe Verschlechterung. 2018 gehört man hier zum Vergleich, noch zum viert besten Team! Ein Jahr später zählen die Lions zum zweit schlechtesten Team und das obwohl man einen Superstar auf genau dieser Postion geholt hat, um eig. noch besser zu werden. Das sollte einen schon sehr stutzig machen. Zumal man hier auch dem Spieler Flowers wenig vorwerfen kann. Er liegt mit seinen Zahlen im Bereich wie jene vor seiner Verpflichtung. Football ist nun mal ein Teamsport. Zum Team gehören aber nicht nur die Spieler auf dem Feld, sondern auch außerhalb. Hier muss sich das Coaching Team deutlich hinterfragen.

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Auch den Verantwortlichen aus Detroit dürfte eine solche Entwicklung nicht entgangen sein. Daher wird der Druck 2020 für das Coaching Team sehr groß sein. Nach einem ähnlichen katastrophalen Jahr wie letzte Saison, sehe ich wenig Chancen auf ein Verleib von Patricia im Norden der USA. Gelingt es ihm aber die Fehlentwicklung zu verhindern und viele Fehler der Vergangenheit abzustellen, dann könnte man sich wieder in die richtige Richtung bewegen. Die Playoffs werden aber sicherlich nur ein langfristiges Ziel bleiben. Einen solchen Turnaround kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

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