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Die Baustellen Der NFL Teams – Die NFC North

DIE BAUSTELLEN DER NFL TEAMS – DIE NFC NORTH

Wir spiegeln die AFC North und begeben uns für die nächsten Division-Baustellen in die NFC North. Eine Division, die letztes Jahr wieder sehr unterschiedlich war. Die Packers sind, wie seit langem, das dominante Team im Norden und schnitten auch dieses Jahr wieder mit Abstand auf dem ersten Platz ab. Die Vikings und Bears zeigten, trotz talentierten Spielern, keine wahre Identität und siedelten sich im Mittelfeld an. Den letzten Platz belegten die Lions, wie schon in so vielen Jahren zuvor.

Minnesota Vikings

2020: 7-9-0 keine Playoffs | Draft-Picks: 10 | Cap Space: $7,6 Mio. $

Die Minnesota Vikings schauen auf eine wenig ruhmreiche Saison zurück. Man stellte eine Mannschaft mit mehreren Starspielern zusammen, welche zu mehr als einem Negativrekord, im Stande sein sollte. Die Offensive hielt den meisten Erwartungen stand und war am Ende des Jahres auf Platz 11 angesiedelt. Spielmacher Kirk Cousins (QB, 32), der von den Medien oftmals zu unrecht kritisiert wird, spielte mehr als solide und kam auf 4265 Passing Yards und 35 Touchdowns. Der Star der Offense war jedoch ein anderer und zwar Runningback Dalvin Cook (RB, 25). In nur 14 Spielen lief er für 1557 Yards und 16 Touchdowns und 5.0 Yards pro Versuch. Außerdem fing er noch Bälle für 361 Yards. Die Line half ihrem Star jedoch eher weniger. Man beendete das Jahr auf PFFs Platz 26 und vor allem die Interior muss sich in der Offseason verbessern. Ezra Cleveland (OG, 22) war Platz 37/40 von allen Right Guards, Garrett Bradbury (C, 25) belegte Platz 34/36 und Dakota Dozier (OG, 29) 36/39 aller Left Guards. Auf Receiver hatte Cousins, nach dem Abgang von Stefon Diggs (WR, 26) ein dynamisches Duo aus Veteran Adam Thielen (WR, 30) und Rookie Justin Jefferson (WR, 21), der 1400 Receiving Yards und 7 Touchdowns fing und somit der beste Receiver seines Jahrgangs war. Die beiden waren für mehr als die Hälfte aller Air-Yards verantwortlich, weshalb das Talent danach um einiges nach unten ging.

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Defensiv ließen die Leistungen aber sehr zu wünschen übrig. Man beendete das Jahr auf Platz 29. Vor der Saison war die Defensive Line im Gespräch eine der besten zu werden. Star Danielle Hunter (DE, 26) fiel jedoch sofort verletzt aus und startete kein Spiel mehr. Yannick Ngakoue (DE, 25) spielte, nachdem er von Baltimore getradet wurde, nur noch sechs Spiele und hatte mit 5 Sacks dennoch die meisten des Teams. Die Linebacker waren die einzige Konstante und Eric Wilson (ILB, 26), sowie Eric Kendricks (ILB, 28) lieferten starke Leistungen ab. Zusammen kombinierten sie für 229 Tackles, 12 Tackles for Loss und 6 Interceptions. Das Safety Duo aus Anthony Harris (FS, 29) und Harrison Smith (SS, 31) hat auch mehr Prestige, als es die Leistungen diese Saison rechtfertigen. Vor allem Harris hatte große Probleme in Coverage und ließ nach einer guten Saison 2019 stark nach. Die Cornerbacks waren, wie die Line, auch ein großes Problem und außer Cameron Dantzler (CB, 22) enttäuschten nahezu alle.

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Baustellen

Die Vikings versuchten ihre Baustellen so gut es geht in der Free Agency zu beheben. In der Defense verlängerte man Anthony Barr (ILB, 29), welcher 2020 verletzt war, aber eigentlich zu den Besten auf seiner Position gehört. Die Defensive Line wurde durch Star Tackle Dalvin Tomlinson (27) verstärkt und auf Cornerback holte man Veteran Patrick Peterson (31), der Dantzler auf den Außenbahnen unterstützen kann. Als wichtige Abgänge verzeichnete man Anthony Harris zu den Eagles und Eric Wilson. In der Offense allerdings, konnte man wenig Talent verpflichten. Vor allem die Offensive Line sollte verstärkt werden. Zu den schlechten Leistungen, verlor man auch noch Offensive Tackle Riley Reiff (33), welcher zu den Lichtblicken der Line gehörte. Das einzige Signing war Mason Cole (C, 25), der zwar solide spielt, aber nicht den gewünschten Unterschied macht.

Wenn man also Richtung Draft schaut, muss man sogar zuerst an die Offensive denken. Die Defense steht, dank der Free Agency, ziemlich gut, nur auf Defensive End könnte man eine Verbesserung vertragen. Die ersten beiden Runden sollten aber auf Guard und Tackle abzielen. Der Vorteil ist, dass viele der schwächeren Lineman noch jung sind und Raum für Verbesserung haben. Dennoch braucht man mindestens zwei neue Spieler und die sollte man in einem Draft mit viel Offensive Line Depth finden. Wenn man es schafft, dass Cousins nächstes Jahr etwas weniger Druck bekommt und das Laufspiel noch dominanter wird, sollte man die Playoffs in einer NFC North, in der man außer die Packers wenig Konkurrenz hat, erreichen.

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Chicago Bears

2020: 8-8-0 Wild Card Round | Draft-Picks: 8 | Cap Space: $0,5 Mio. $

Auch die Bears haben dieses Jahr keine Glanzleistung vollbracht. Jedoch lebt dieses Team nicht von der Offense, sondern von der Defense. Alle Ebenen haben mindestens einen Star Spieler und das zeigt Wirkung. Der Passrush war nicht ganz so dominant wie die Jahre zuvor, doch Khalil Mack (OLB, 29) machte mit 9 Sacks, 11 Tackles for Loss und 3 Forced Fumbles erfolgreich auf sich aufmerksam. Akiem Hicks (DE, 31) spielte auch überragend und verzeichnete 21 QBHits und großen Einfluss gegen den Lauf. Auf Linebacker sticht ein Mann heraus. Youngster Roquan Smith (ILB, 23) war vermutlich der beste Spieler des Teams. Mit 139 Tackles, 18 Tackles for Loss, 4 Sacks und 7 Passverteidigungen, hatte er schon fast ein Argument auf DPOY. In der Secondary hatte man mit Eddie Jackson (S, 27) und Kyle Fuller (CB, 28) sogar zwei All-Pro Kaliber Spieler. Beide spielten stark, jedoch wurden ihre Leistungen von Breakout Rookie Jaylon Jonhson (CB, 21) überschattet. Er spielte von Anfang an vor allem physische Press-Coverage, die ihm sehr gut lag, und erreichte in 13 Spielen 15 verteidigte Pässe und 34 Solo Tackles.

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Die offensive Seite hingegen, war nicht so überzeugend. Das größte Problem in Chicago ist die Quarterbackfrage. Man hat keinen wahren Starter und auch dieses Jahr teilten sich Nick Foles (31) und Mitchell Trubisky (26) die Starts. Dass Foles kein Starter mehr in der NFL sein sollte, war auch schon letztes Jahr klar, dennoch versuchten die Bears ihr Glück und das Ergebnis war enttäuschend. In sieben Spielen gingen sie 2-5-0 und er warf nur zehn Touchdowns zu acht Interceptions. Trubisky spielte von den Statistiken her auch nicht viel besser, gewann aber wenigstens sechs seiner neun Spiele. Als kleine Minderung der Kritik kann man aber anmerken, dass Chicago auch keine überragende Offensive Line hat und in PFFs Ranking nur Platz 20 belegt. Das Laufspiel war anfangs auch nicht sehr gut, aber Sophomore David Montgomery (RB, 23) schaffte es die Starting Rolle vollständig zu übernehmen und erreichte am Ende trotzdem noch 1070 Yards, 8 Touchdowns und 4.3 Yards pro Lauf. 438 Yards fing er noch im Passpiel. An qualitativen Passempfängern hat das Team auch kein Überangebot. Dennoch hat der Lichtblick der Offensive, trotz fehlendem Talent um ihn herum, eine starke Saison abgeliefert. Allen Robinson (WR, 27) fing über 100 Bälle für 1250 Yards und 6 Touchdowns. Auch Rookie Darnell Mooney (WR, 23) zeigte, nachdem er das Vertrauen der Organisation gewonnen hatte, überragende Leistungen. In nur neun Spielen als Starter fing er 631 Yards und 4 Touchdowns. Jimmy Graham (TE, 34) führte das Team mit 8 Touchdowns an, war aber außerhalb der Redzone kein großer Faktor.

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Baustellen

Man ließ Mitchell Trubisky gehen, entschied sich damit aber nicht für Foles, sondern brachte mit Andy Dalton (QB, 34) einen weiteren Durchschnittsquarterback zum Team. Damit wird das 2020 Problem vermutlich im nächsten Jahr nahezu identisch sein, weil Dalton im Moment auch kein solider Starter in der NFL ist. Ein weiterer großer Abgang ist Kyle Fuller, wessen Vertragserwartungen zu hoch waren. Allen Robinson wurde auch nur mit dem Franchise Tag belegt, da man sich auf keinen längeren Vertrag einigen konnte. An sich haben die Bears nicht gerade viel Geld zur Verfügung, was das Verpflichten von offensiven Leistungsträgern erschweren wird. Somit wird der Draft die Anlaufstelle für neue Spieler sein. Eigentlich bräuchte man trotz des ganzen Aufwands in der Free Agency einen neuen und jungen Quarterback, denn Dalton und auch Foles, werden das Team nur zurückhalten. Da die Draftposition und die Richtung des Front Office aber gegen einen neuen Quarterback spricht, sollte man seinen vorhandenen Optionen wenigstens Unterstützung geben. Vor allem auf Offensive Tackle brauchen die Bears eine Neuerung. Die Interior Line hat vielversprechende Spieler, die sich entwickeln, aber einen wahren Offensive Tackle benötigt das Franchise schon lange. Defensiv wäre ein Linebacker nach Smith wichtig, denn er alleine reicht nicht aus, um die Verteidigung zusammenzuhalten. Einen wahren Nummer 1 Cornerback hat man nach dem Abgang Fullers auch nicht mehr, jedoch wird es schwer im Draft einen Spieler zu finden, der auch nur ansatzweise auf seinem Niveau spielt. Somit wird Johnson diese Rolle vermutlich übernehmen müssen. Im nächsten Jahr werden sich die selben Probleme, wie in diesem Jahr auftun. Solange das Franchise keinen wahren Starting Quarterback hat, bleibt man, wie schon so lange, im Mittelfeld ohne Aussicht auf Besserung.

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Green Bay Packers

2020: 13-3-0 Championship Game | Draftpicks: 10 | Cap Space: $2,7 Mio. $

Es fehlte wirklich nicht viel, nur ein Sieg trennte die Green Bay Packers vom Einzug in den Super Bowl. Im Championship Game der NFC machte Tom Brady (43) mit seinen Tampa Bay Buccaneers, Aaron Rodgers (37) und Co. dann aber einen Strich durch die Rechnung. Zum zweiten Mal in Folge und zum vierten Mal in den letzten zehn Jahren musste man sich ein Spiel vor dem großen Finale geschlagen geben. Seit dem Super Bowl Sieg 2010 war es den „Cheeseheads“ also nichtmehr vergönnt im größten Finale der Sportwelt zu performen. ARod wird immer älter, eigentlich müsste das Front Office in Green Bay nun „all in“ gehen um ihm endlich seinen zweiten Ring zu bescheren. Doch ganz Packers typisch war man auch dieses Jahr kaum aktiv in der Free Agency und das trotz der ein oder anderen Baustelle. Die Offensive hatte kaum Schwächen. Rodgers und sein Lieblingsziel Davante Adams (28) harmonieren wie kein anderes Duo in der gesamten NFL. 115 Receptions, 1374 Receiving Yards und 18 Touchdowns sprechen ganz für sich. Trotz verletzungsbedingter Ausfälle kam der ehemalige zweitrunden Pick in jeder Hinsicht auf Top-Werte.

Hinter Adams war es auf der Wide Receiver Position aber sehr ruhig. Tight End Robert Tonyan (26) und Runningback Aaron Jones (26) waren hinter Adams die Akteure mit den zweit- und drittmeisten Receptions. Besonders Jones war im Passspiel für wichtige kurze First Downs und in der Redzone kaum wegzudenken. Neben seinen 47 Receptions für 355 Yards und zwei Touchdowns, konnte er 1104 Yards am Boden und neun Rushing Touchdowns sammeln. Dies will man in Green Bay auch in Zukunft sehen. Erst kürzlich schloss man dem talentierten Ballträger einen neuen, Vierjahresvertrag ab. Diesen lässt man sich in Zukunft insgesamt $48 Mio. kosten und macht Jones somit zu einem der sieben bestbezahltesten Runnningbacks.

Auf der anderen Seite des Balles waren meist die gegnerischen Runningbacks das Hauptproblem. MitFortlauf der Saison konnte man die Laufverteidigung dann stabilisieren und endete im Mittelfeld der NFL. Doch besonders zwei Akteure stachen in der Verteidigung besonders heraus. In der Defensive Line sorgte Za ́Darius Smith (28) ständig für Furore. Nur vier weitere Pass Rusher konnten mehr Sacksals Smith sammeln. Er kam auf 12,5 und war mit 39 Pressures erneut einer der besten Quarterback Jäger der NFL. Der zweite Smith in Green Bay, Preston, enttäuschte nach seiner Debut Saison als „Cheesehead“ allerdings sehr und kam nur auf magere vier Sacks. Das Defensive Backfield liest sich durchaus stark. NFL Veteran Adrian Amos (26) harmonierte super mit seinem Nebenmann Darnell Savage (23), der neben seinen vier Interceptions seine Breakout Season hatte. Kevin King (25) viel in den Playoffs mit einigen Fehlern auf und verpasste wichtige Tackles. Dennoch kann King auf eine starke Saison zurückblicken und unterschrieb jüngst einen neuen Einjahresvertrag als „Prove it Deal“.Aber besonders Jaire Alexander (24) war der Star der Secondary. In seinem dritten Jahr avancierte der Cornerback zu einem Eliteverteidiger und wurde von Pro Football Focus zum besten Corner der Liga gekürt. Noch vor Akteuren wie J.C. Jackson (25) von den New England Patriots und Marlon Humphrey (24) von den Baltimore Ravens.

Baustellen

Defensiv gibt es für die Packers also gar nicht so viel zu tun. Die Defensive Line ist stabil und könnte etwas mehr Tiefe vertragen, langfristig gilt es einen Ersatz für Preston Smith zu finden. Die Secondarysteht. Doch auf der Position der Middle Linebacker muss dringend etwas geschehen. Die aktuellen Akteure heißen hier: Krys Barnes (23), undrafted Free Agent, Ty Summers (25), Siebtrunden Pick 2019und Kamal Martin (22) Fünftrunden Draftpick 2020. Allesamt junge Spieler, bei denen aber keiner herausstechen konnte. Christian Kirksey (28) kam im letzten Jahr als große Middle Linebacker Hoffnung, konnte nicht überzeugen und verließ die Packers in dieser Offseason schon wieder Richtung Houston Texans. Im Draft hat Green Bay dank einer erfolgreichen Saison keine gute Ausgangslage. Erst an Position 29 darf man das erste Mal auswählen. Typisch für die Franchise wäre hier ein Trade nach hinten, um später, dafür aber öfter auswählen zu können. Mit etwas Glück könnte man sich an 29 jedoch auch noch eines der größten Linebacker Talente des diesjährigen Drafts sichern. Azeez Ojulari (20) ist blutjung, Innen und Außen einsetzbar und würde super in die Defensive der Packers passen.

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Auch offensiv gibt es trotz starker Schlagkraft noch Verbesserungs- und Handlungsbedarf. Auf der Runningback Position lies man Jamaal Williams (26), dessen Vertrag auslief, gehen. AJ Dillon (22) bewies schon 2020 das er diese Lücke definitiv füllen kann, lediglich ein dritter und vierter Runningback muss hier für die Tiefe des Kaders her. Vor den Runningbacks tut sich mit dem Verlust von Corey Linsley (29) allerdings eine sehr große Lücke auf. Der vermeintlich beste Center der Liga, unterschrieb jüngst seine neuen Arbeitspapiere bei den Los Angeles Chargers. Elgton Jenkins (25) bewies letztes Jahr, jede Position in der Offensive Line wie aus dem FF zu beherrschen. Auch Lucas Patrick (27) und Billy Turner (29) sind hier vielseitig einsetzbar und können beide auf Guard sowie aufTackle abliefern. Einen O-Liner mit Starting Potential muss aber ohnehin verpflichtet werden. Seit 2011 hat die Franchise keinen Lineman mehr in Runde eins des Drafts ausgewählt, der schmerzliche Verlust von Linslay könnte dies 2021 ändern.

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Denkt man an die vergangene Spielzeit, kommt einem sofort die mangelnde Qualität der Wide Receiver in den Kopf. Wurde mal nicht Davante Adams angespielt, kam es immer wieder zu fallen gelassene Bälle oder kleinen Missverständnissen zwischen Quarterback und Receiver. Besonders der deutschstämmige EQ St. Brown (24) viel mit einigen miesen Drops auf. Deep Threat Marquez Valdes-Scantling (26) hingegen konnte sich in seinem dritten Jahr in der NFL klar steigern und wurde oft für besonders tiefe Bälle gefunden. Auch Wide Receiver Allen Lazard (25) konnte seine Wichtigkeit unterstreichen und das nicht nur im Passspiel. Der 1,96 m große und 103 kg schwere Ballfänger war essenziell als Blocker für das Laufspiel und sich nie zu Schade die Drecksarbeit zu erledigen. Eine wahre Nummer Zwei hinter Adams tat sich allerdings das ganze Jahr nicht hervor. Den Packers hätte es somit gut zu Gesicht gestanden einen weiteren gefährlichen Receiver, neben der klaren Nummer Eins, von der Free Agency zu holen. Besonders gut hätte wohl Corey Davis (26) in das Scheme gepasst, auch mit Head Coach Matt LaFleur (41) war der Receiver aus vergangener Zeit bei den Tennessee Titans bekannt. Letztendlich unterschrieb Davis aber bei den New York Jets. Jetzt ist der freie Markt auf dieser Position ziemlich leergefischt und man wird die Baustelle im Draft angehen müssen. Es wäre aber sehr überraschend, wenn dies in Runde Eins geschehen würde. Dies wird das Front Office wohl eher in Runde Zwei und Drei angehen.

Detroit Lions

2020: 5-11-0 keine Playoffs | Draftpicks: 6 | Cap Space: $14,9 Mio. $

Eine der ganz großen Enttäuschungen der letzten Jahre waren die Detroit Lions. Wohl kaum ein Team war mit so viel Hoffnung auf Besserung verbunden wie jenes der Lions. Obwohl man mit Matthew Stafford (33, QB) einen starken Spielmacher und Franchise Quarterback gefunden hatte, schaffte man es seit 2009 lediglich drei Mal in die Playoffs. Immer wieder wurde der Strippenzieher mit neuen Head Coaches vertröstet und um Geduld gebeten. Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht wissen, wie man den Passgeber so lange hinhalten konnte und was man ihm nicht alles versprochen hat. Am Ende stand man nach drei oder vier Jahren stets auf den gleichen Füßen, Rebuild! Von einem Rebuild hatte der mittlerweile 33- jährige nun endgültig genug. In den Los Angeles Rams fand Stafford eine neue Heimat und wird nun zum ersten Mal seit Jahren echte Chancen auf die Playoffs haben. Dies ist ihm zuletzt bei den Detroit Lions vier Spielzeiten in Folge verwehrt geblieben. Über die Wild Card Runde hatte man es ohnehin nicht hinausgeschafft. Während die Nummer 9 nun an der Westküste versucht seine Träume zu verwirklichen, befindet sich Detroit, einmal mehr im Neuaufbau.

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Einen Vorwurf den sich die Verantwortlichen definitiv gefallen lassen müssen ist, dass man es nicht schaffte auf jüngere Erfolge aufzubauen. Immer wenn man dachte, dass man jetzt bereit sei einen Schritt nach vorne zu machen, ging man eher zwei zurück. Auch in Sachen Personalpolitik musste man immer wieder Rückschläge hinnehmen. Trauriger Tiefpunkt in der letzten Saison, als man sich nach Woche 12 von Head Coach Matt Patricia (46) trennte und Offensive Coordinator Darrell Bevell (51) als Interims Coach präsentierte. In den letzten fünf Partien konnte man ein Mal gewinnen und beendete die Saison letztlich mit enttäuschenden fünf Siegen. Viel zu wenig für das Potenzial welches im Kader grundsätzlich geschlummert hätte. Die Misserfolge der letzten Jahre gingen aber auch nicht an der aktuellen Offseason ohne Spuren vorbei.

Baustellen

Bei welchen Baustellen fangen wir am Besten an? Gefühlt gilt es nahezu überall eine Lücke zu schließen. Das größte Problem ist wahrscheinlich das, was man zwischen den Zeilen der einzelnen Offseason-Aktionen herauslesen kann. Sinnbildlich für die vergangenen schlechten Jahren sind die Moves auf der Wide Receiver Position. Mit Stafford under Center und Skill-Players wie Marvin Jones Jr. (31, WR) und Kenny Golladay (27, WR) hatte man ein bemerkenswertes Trio. Da man die PS als Team jedoch nicht auf die Straße brachte, ist es wenig verwunderlich, dass nach Staffords Trade keiner der beiden Star-Receiver einen neuen Vertrag für Detroit unterzeichnete. Jones zog sogar die Jacksonville Jaguars seiner alten Franchise vor. Golladay fängt nun lieber am „Big Apple“ für die New York Giants Bälle. Generell lässt sich ein Stückweit aus der aktuellen Free Agency Phase herauslesen, dass langjährige Veteranen ein deutliches Signal gesendet haben. Schlüsselspieler haben sich für andere Teams entschieden, die noch nicht mal wirklich besser sind als ihr vorheriger Arbeitgeber. Mit dem Cap Space welches man in Detroit zur Verfügung hat, hätte man sich finanziell nicht vor den Angeboten der Konkurrenz verstecken müssen. Wenn jedoch auch ein Jarrad Davis (26) eine Lücke bei den Linebackern reist, um zukünftig für die New York Jets zu spielen, fragt man sich schon was da im Norden los ist. Weiterhin ist auch sehr auffällig, dass die Spieler welche mit der Franchise einen Vertrag geschlossen haben, zumeist lediglich einen Ein-Jahres-Vertrag aushandelten. Abgesehen von Back-Up Quarterback Tim Boyle (26), der für zwei Jahre bleiben wird und Defensive End Romeo Okwara (25), welcher für drei Jahre unterschrieb. Es scheint also so, als trauen viele der Franchise aktuell nicht über den Weg. Man weiß nicht in welche Richtung sich das Projekt entwickelt und bevor man dann sein Talent bei einem „Loser-Team“ für mehrere Jahre vergeudet, möchten die Spieler durchaus flexibel bleiben. Schätzungsweise konnten andere Teams wie die Jaguars, Giants oder auch Jets die Spieler mit einem guten Konzept und Plan für die Zukunft überzeugen. Das Vertrauen in die Franchise Detroit Lions scheint derzeit bei den Veteranen verloren gegangen zu sein.

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Eine wichtige Rolle für die Zukunft wird Jared Goff (26, QB) einnehmen. Schafft man es seine Leistungen abzurufen, könnte es schnell wieder in die richtige Richtung gehen. Goff kam als Tauschobjekt für Stafford. Damit ist zumindest die Quarterback-Position besetzt. Ob es eine Dauerlösung sein wird, muss man sehen. Der neue Head Coach Dan Campbell (44) wird versuchen möglichst viele seiner Draftpicks für die Passverteidigung zu verwenden. Hier muss man noch unbedingt etwas machen um mit einem guten Gefühl in die neue Saison gehen zu können. Auch die Outside Linebacker Position sollte spätestens in der 4. Runde adressiert werden. Selbiges gilt für die Offensive Line. Gerade auf der Offensive Tackle Position ist man dünn besetzt. Einen der ersten beiden Picks in diesem Jahr wird Detroit aber wohl für einen Wide Receiver verwenden. Nach den schmerzhaften Abgängen von Jones Jr. und Golladay braucht man auch hier noch Nachschub. Um ehrlich zu sein, hat die Franchise gar nicht so viele Picks wie sie bräuchte um wirklich alle Lücken halbwegs zu schließen. Auf Campbell und seinem Team kommt vermutlich eine sehr schwere Saison zu.

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