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Die Championship Games

DIE CHAMPIONSHIP GAMES

Wer schafft es in den Super Bowl? Die Frage der Fragen wird heute Abend gelöst. Die AFC, als auch die NFC spielen ihre Conference internen Champions aus. Folgerichtig stehen die Sieger dann im Super Bowl um die Vince Lombardi Trophäe. Den Auftakt machen die Tennessee Titans, die auf die Kansas City Chiefs treffen. In San Francisco versuchen im Anschluss die 49ers und Green Bay Packers ihr Ticket nach Miami zu lösen. Die 54. Auflage des Super Bowls findet nämlich in South Beach statt. Miami sollte eigentlich aufgrund der Witterung ein perfekter Gastgeber sein. Zunächst stellt sich aber noch die Frage wer es bis dahin schafft?

Tennessee Titans @ Kansas City Chiefs

Sonntag, 19.01.2020 – 21:05 Uhr

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Die Tennessee Titans sind wohl die größte Überraschung der bisherigen Playoffs. Sie haben nicht nur den amtieren Champion die New England Patriots in deren heimischen Foxborough geschlagen. Am vergangenen Wochenende fuhr man kurzerhand nach Baltimore um dort die Ravens in die Schranken zu weisen. Kein Team hat mehr Siege in der abgelaufenen Regular Season gesammelt wie jene Ravens. Das Team war nicht nur individuell für einen tiefen Playoff-Run aufgestellt, auch das System überzeugte. Man stellte statistisch gesehen die beste Offensive der Liga und die dritt beste Defensive! Eine so ausgewogene Mannschaft muss es doch in den Super Bowl schaffen. So dachte man es zumindest. Stattdessen spielten die Titans ein perfektes Spiel und liesen den Ravens keine Chance!

Am Ende stand ein überragendes 28 – 12 zu Buche. In Tennessee feierten die Leute bis in die Morgenstunden angesichts dieser großen Überraschung. Kaum ein Experte hat auf die Titans gesetzt. Doch am Ende bewahrheitete sich mal wieder das Spiel mit dem Feuer. Schon am letzten Spieltag schonten die Ravens einige Stammkräfte um für die Playoffs auf die volle Power zurückgreifen zu können. Hinzu kam noch eine Bye-Week um sich entsprechend vorzubereiten. In der Vergangenheit hatte dieses Verfahren bereits seine Tücken offenbart. Letztlich sind es für viele Leistungsträger zwei Wochen ohne Wettkampf. In dieser Zeit verlieren manche Teams nicht nur die mentale Anspannung, sondern sogar ihren kompletten Rhythmus. Was also eigentlich ein Vorteil sein soll, hat sich oftmals als Nachteil herausgestellt.

So kam es auch am vergangenen Sonntag, als sich die Ravens dem überragenden Laufspiel der Titans ergeben mussten. Im laufe der 60 Minuten schaffte man es nicht den Hebel umzulegen. Parallelen hierzu gab es auch im Spiel zwischen den Kansas City Chiefs und den Houston Texans. Die Texaner starteten perfekt in das Spiel. Im 1. Quarter lief alles für Houston. Man führte Anfang des zweiten Viertels souverän mit 24 – 0! Danach schafften die Chiefs jedoch etwas, was den Ravens einen Tag zuvor versagt blieb, den Hebel umzulegen. Angeführt von Quarterback Patrick Mahomes (24) überrollte man im Anschluss den Kontrahenten förmlich. Das Momentum schwenkte völligst um und am Ende verliesen die Chiefs mit 51 – 34 den Platz als Sieger!

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Was können wir aber nun für diese Begegnung erwarten. Aufgrund des Offensiv Rock’N’Roll der Chiefs nach dem großen Rückstand gehen diese in meinen Augen als Favorit in die Partie. Kansas überzeugt einfach durch die individuelle Starpower in der Offensive. Mahomes führt seine Mannen exzellent über das Feld. Tight End Travis Kelce (30) überragte gegen die Texans alle. 10 Pässe fing er für 132 Yards und 3 Touchdowns! Obwohl man das Laufspiel der Chiefs nahezu vergessen kann, macht Mahomes einen solch guten Job, dass man nicht das Gefühl hat einen Running Back benötigen zu müssen. Der Spielmacher läuft klug aber trotzdem effektiv.

Trotzdem sollte das keine klare Angelegenheit werden, denn die Titans könnten so etwas wie das Kryptonite werden. Die Stärken der Titans sind gleichzeitig die Schwächen der Chiefs. Tennessee kommt ganz klar über den Matchplan und dem dominanten Laufspiel. Angeführt von Derrick Henry (26), der aktuell neue Maßstäbe setzt. Seine Leistungen aus den ersten beiden Playoff Partien sind Fantasy Statistiken:

Läufe Rushing Yards Rushing TD’s Rec. Rec. Yards Rec. TD’s
64 377 1 3 29 1

Man darf dabei nicht vergessen, dass wir hier von zwei der Top 3 Defensiven der gesamten Liga sprechen. Da mag man sich schon fragen, was passiert wenn Henry und seine Offensive Line auf die eher schwache Laufverteidigung der Chiefs treffen. Gegen den Lauf gehört Kansas City zu den schlechtesten der gesamten Liga. Der Match-Plan Tennessee’s wird sich deshalb im Vergleich zu den beiden vorherigen Partien nicht ändern. Man hofft auf ein gutes Laufspiel und wird versuchen möglichst lange Drives auf das Grün zu zaubern. Wer den Ball hat, der kontrolliert die Zeit. So lange Mahomes und seine Power Offensive nicht auf dem Platz stehen, können diese auch keine Punkte erzielen. Favorisiert sind die Chiefs, wundern werden wir uns aber nicht wenn die Titans den nächsten Kandidaten aus den Playoffs werfen und sie sich das Ticket für Miami lösen.

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Green Bay Packers @ San Francisco 49ers

Montag, 20.01.2020 – 00:40 Uhr

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Auch in diesem Spiel liegt alles vermeintlich eng beieinander. Beide Teams verfügen über herausragende Verteidigungen und einem effizienten Offensivspiel. Am Ende werden in diesem Match-Up wohl Kleinigkeiten entscheiden. Jeder Turnover kann hier zur Entscheidung beitragen. In der Vergangenheit standen Partien zwischen den Packers und den 49ers stets für nervenaufreibende Spiele. Beide Traditionsteams werden trotzdem auf ihre Stärken setzen. Green Bay hat eine gute Balance in allen Mannschaftsteilen. Das Running Back Duo rund um Strippenzieher Aaron Rodgers (36) ist mittlerweile überall gefürchtet.

Aaron Jones (25, RB) und Jamaal Williams (24, RB) haben beide herausragende Laufwerte. Während Jones die Hauptarbeit übernimmt, kommt Williams zumeist von der Bank um den Starter eine Auszeit zu gönnen. Im Schnitt laufen beide über die wichtigen 4,0 Yards pro Laufversuch. Williams liegt bei 4,3, Jones sogar bei überragenden 4,6 Yards im Schnitt. Gefährlich werden beide aber auch im Passspiel. Rodgers hat gezeigt, dass er auch gerne auf die Dienste der beiden als Passempfänger zurückgreift. Hierbei sammelten beide zusammen über 727 Yards Raumgewinn und 7 Touchdowns! Aktuell das wohl beste Duo im Backfield!

Rodgers selbst präsentiert sich in einem gereiften Offensivplan. Durch die Running Backs ist das Spiel der Packers nicht nur allein von der Magie A-Rods abhängig. Meist macht der achtmalige Pro Bowler genug um sein Team vom Feld zu führen. Kritische Stimmen gegen sein Spiel kann ich so gar nicht verstehen. Jahrelang setzte Rodgers neue Standards für Quarterbacks. Es gibt keinen Spielmacher der über die Zeitspanne seiner Karriere weniger Interceptions warf als Rodgers. Seine Fehlerquote befindet sich auf einem Minimalen Level. Freilich musste er schon die ein oder andere Verletzung abschütteln doch seine Leistungen haben darunter nie groß gelitten. Er gehört weiterhin zum Besten, was diese Liga zu bieten hat.

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Was Rodgers gegen die 49ers jedoch benötigen wird ist eines seiner besten Spiele. San Francisco ist schlicht und einfach so dominant mit seiner Verteidigung! Erfahren durften die Packers dies schon in Woche 12 exklusiv. Mit 8 – 37 wurde man im Levi’s Stadium kurzerhand abgefertigt. Green Bay ist definitiv gewarnt und muss einfach alles besser machen wie in der Regular Season. San Francisco hat sich in den letzten Jahren ein Team zusammengestellt, wie man es nur mustergültig machen kann. Jede Position wurde neu besetzt. Eine rundum Erneuerung. Schon jetzt kann man sagen, dass es gelungen ist. Man hat ein Team zusammengestellt, welches auch in den kommenden Jahren in der Lage sein wird um den Super Bowl mit zu spielen.

Head Coach Kyle Shanahan (40) bewies viel Geschick in seiner Kaderzusammenstellung. Dies fängt bei seinen Assistenztrainern an und hört beim Kicker auf. Der Kader San Francisco’s ist absolut Super Bowl würdig. Man hat sich im laufe der Saison gesteigert und steht zurecht im NFC Championship Game. Es wird sehr viel über die unglaublich starke Defensive der 49ers gesprochen, sodass die Offensive etwas zu kurz kommt. Das Team von der Bay Area dominiert seinen Gegner so häufig, dass der starke Auftritt der Defensive im Gedächtnis bleibt. Statistisch gesehen ist die Offensive aber sogar noch besser! Ligaweit rangiert man hier auf Rang zwei. Eine Tatsache die wahrscheinlich mehreren gar nicht so bewusst ist. Nur die Baltimore Ravens mit Lamar Jackson (23, QB) waren noch besser. Zentrum des Geschehens im Offensivspiel der 49ers ist dagegen Jimmy Garoppolo (28, QB).

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Ursprünglich in der 2. Runde im Draft von 2014 ausgewählt, lernte er vom Besten der Besten. Die New England Patriots suchten in Garoppolo den Nachfolger für Altmeister Tom Brady (42, QB). Als sich abzeichnete, dass Brady noch nicht genug hat, war die logische Konsequenz den Youngster abzugeben. Jimmy G fand eine neue Heimat an der Westküste, wo das Team um ihn herum aufgebaut wurde. Das Potenzial zum Superstar ist definitiv vorhanden. Neben seiner Passsicherheit gehört vor allem die Ruhe und seine Ausstrahlung zu den größten Stärken des Spielmachers. Kein Wunder also, dass San Francisco eine Renaissance in seinem Offensivspiel erlebt. Auffallend ist dabei, dass es ihm fast egal ist zu wem er das Ei wirft. Alle Spieler sind im Offensivspiel eingebunden. Zwischen den einzelnen Spielern ist daher verhältnismäßig wenig Diskrepanz was es an Receptions und Yards angeht.

Gewarnt sollte die Defensive der Packers jedoch vor George Kittle (24, TE) sein. Nach seiner Break-Out-Season 2018 hat er diese Leistungen auch 2019 bestätigen können. Zwar schaffte er es nicht seine letztjährige Statistik zu übertrumpfen, spielte aber auch zwei Spiele weniger. Vor der Nummer 85 sollten sich die Packers also in Acht nehmen. Als Favorit gehen die 49ers ins Spiel. Die Packers werden alles geben um eine erneute Abreibung wie in der 12. Woche zu vermeiden. Dazu müssen sie aber das beste Spiel der Saison abrufen. Ohne eine Monsterleistung wird es schwer werden gegen diese 49ers zu bestehen. Wer letzte Woche die Divisional Round angeschaut hat wieß aber, dass in der NFL alles passieren kann. Wer die Packers abschreibt ist selbst schuld, denn auch dieses Spiel startet bei 0 – 0 und dauert 60 Minuten. 60 Minuten stehen nur noch zwischen Miami und Super Bowl LIV. Möge der Bessere gewinnen!

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