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Free Agency 2019 – Verlierer

FREE AGENCY 2019 – VERLIERER

Wo es Gewinner gibt, sind natürlich auch Verlierer nicht weit. Die Free Agency Periode neigt sich dem Ende entgegen und auch wenn es noch täglich bei den Teams Zugänge oder Trades zu verzeichnen gibt, hat es diverse Franchises während jener Free Agency dick erwischt.

Pittsburgh Steelers

Einst gehörten die Pittsburgh Steelers zu einem der ganz großen Titelaspiranten aus der AFC. Das Trio um Quarterback Ben Roethlisberger (38), Wide Receiver Antonio Brown (30) und Running Back Le’Veon Bell (27) lehrte so einigen Teams das Fürchten. Obwohl man über Jahre hin eine der gefürchtetsten Offensiven stellte, schaffte man nie den ganz großen Wurf. Freilich lag dies zum einen auch an der unausgewogenen Defensive, als auch an der Tatsache, dass mit den New England Patriots ein Dauer Widersacher im Wege stand.

Nun scheint es fast so, als habe sich das „Super Bowl Fenster“ auf unbestimmte Zeit wieder verschlossen. In dieser Offseason mussten die Steelers nämlich zwei ganz große Rückschläge einstecken. Da man bereits letztes Jahr auf den Streikenden Le’Veon Bell vollends verzichten musste, standen hier logischerweise die Zeichen bereits im Vorfeld der Offseason auf Abschied. Zu allem Überfluss versuchte dann auch noch der wohl beste Wide Receiver der vergangenen Jahre, Antonio Brown, ebenfalls das Weite. Nach mehreren Meetings mit Eigentümer und Coaches, kam man zu dem Entschluss, dass es keinen Sinn macht, den Spieler weiterhin und auch gegen seinen Willen in Pittsburgh zu halten.

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Brown wurde zu den Oakland Raiders getradet, Bell heuerte bei den New York Jets an. Vom einstigen Supertrio blieb also nur noch Roethlisberger übrig, welcher im Nachgang sowohl von Brown, als auch von Bell sich harscher Kritik ausgesetzt sah. Für die Steelers steht alles auf Neuanfang. Der bisherige Verlauf der Offseason, wo man auch noch weitere Spieler verlor, aber nur wenig namhaftes dazu bekam ist frustrierend. Angesichts der hervorragend verlaufenen Offseason für die Cleveland Browns, bahnt sich bereits jetzt ein Matchwechsel in der AFC North an.

New York Giants

Der Plan der New York Giants erschließt sich mir nicht so ganz. Eine Franchise die seit ihrem Super Bowl Triumph von 2011 kaum mehr ein Bein auf den Boden bekommen hat und nach einem Rebuild 2016 fast schon wieder zurück war, schaffte es in den folgenden zwei Jahre komplett auseinander zu brechen. Nicht nur, dass mit gerade mal 8 Siegen aus den vergangenen zwei Spielzeiten die Enttäuschung bei den Fans riesig ist, wurde auch noch Publikumsliebling und Lichtblick der Franchise Odell Beckham Jr. (26, WR) an die Cleveland Browns abgegeben.

Sicherlich ist Jabrill Peppers (23, SS) ein ordentlicher, sowie für die Giants sinnvoller Ersatz und auch mit den ebenfalls erhaltenen Erst- und Dritt-Runden-Picks beim diesjährigen Draft kann man was ordentliches anstellen. Trotzdem setze ich ein ganz dickes Fragezeichen hinter diese Aktion. Beckham gehört zu den Topspielern seiner Position und schaffte es auch in schweren Spielzeiten mit seinem Spiel Zuschauer zu begeistern. Auch das durch den Trade die Giants ganze $ 16.000.000 für die Gehaltsobergrenze verschwendeten ist für nicht wenige unverständlich. Insgesamt kommt das Team auf knapp $ 33.700.000 Dead Money, welches also somit für die Gehaltsobergrenze angerechnet wird, ohne jedoch einen Gegenwert zu haben.

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Zu allem Überfluss gab man nicht nur den größten Sympathyträger ab, sondern verpackte auch noch einen seiner Top Linebacker in Olivier Vernon (28) in den Deal. Zusätzlich verlor man auch noch Star Saftey Landon Collins (25) an die Washington Redskins! Und trotzdem gibt es auch eine erneute Chance für die New York Giants. Durch die erhaltenen Draftpicks, hat man die Möglichkeit etwas aufzubauen. Mit Saquon Barkley (22, RB) landete man im letzten Jahr einen Volltreffer. Der Jungspund welcher an 2. Stelle in der Ersten Runde im vergangenen Jahr von den Giants gewählt wurde überzeugte in seinem ersten Jahr komplett. Auch die dieswöchige Vertragsverlängerung von Sterling Shepard (25) ist positiv.

Zukünftig werden Barkley und Shepard die neuen Aushängeschilder der Franchise werden. Fraglich ist jedoch noch, was aus Quarterback Eli Manning (38) wird. Immer wieder befand sich der Spieler in der Schusslinie und wird auch für die zuletzt schlechten Leistungen verantwortlich gemacht. Aufgrund seiner zwei Super Bowl Siege verspürt der jüngere Bruder von Quarterback Legende Peyton Manning (43) natürlich Kredit innerhalb seiner Franchise. Es bleibt abzuwarten, ob eine mögliche Wachablösung nach dem Draft erfolgen könnte. Die Aussichten, sind sicherlich alles andere als rosig.

Baltimore Ravens

Manch einer wird vielleicht auch überrascht sein, dass die Baltimore Ravens ausgerechnet bei den Verlierern erscheinen. Hat man doch zur letztjährigen Top-Defense der Liga noch Super Free Safety Earl Thomas (29) hinzubekommen. Doch genau bei dieser Defense sehe ich das Problem. Für meine Begriffe müssen die Ravens auf zu viele Schlüsselspieler aus der letztjährigen Verteidigung verzichten. C.J. Mosley (26, LB) wanderte zu den New York Jets ab. Außerdem setzte man den 34 jährigen Eric Weddle (FS) nach der Verpflichtung von Thomas kurzerhand selbst vor die Tür.

Weddle kennt das System und hätte sicherlich auch in einer Rolle als Back-Up agieren können. Die Ravens entschieden sich wohl auch aus finanziellen Gründen dagegen. Neben dem Safety verloren die Ravens Schlüssel Linebacker Preston Smith (26) an die Green Bay Packers, wo dieser nun richtig gutes Geld verdient. Außerdem wanderte das Urgestein Terrell Suggs (36, DE) zu den Arizona Cardinals ab. Freilich kann eine Verjüngung der Verteidigung auch etwas Gutes haben, aber im Moment bin ich da doch etwas skeptisch.

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Schaut man sich den Vertrag von Earl Thomas an, dann muss man auch offen und ehrlich sagen, dass dieser mutig ist. Der Vier-Jahres-Vertrag ist $ 55.000.000 schwer, für einen 29 jährigen Spieler, der in der Vergangenheit hin und wieder von Verletzungen gebeutelt wurde. Man muss kein Genie sein um zu erkennen, dass dieser Deal durchaus risikobehaftet für die Ravens ist. Ähnlich sehe ich die Abgabe der vier Schlüsselspieler. Es kann am Ende zwar alles gut gehen und Baltimore gehört wieder zu den Top Verteidigungen der Liga, muss aber nicht. Spätestens dann wird man seine Offseason Strategie hinterfragen müssen. Gerade in der NFL sollte man Risikos vermeiden.

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