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Jacksonville Jaguars – Mäusemelken In Jacksonville

JACKSONVILLE JAGUARS – MÄUSEMELKEN IN JACKSONVILLE

Es ist schon etwas frustrierend als Fan der Jacksonville Jaguars. Immer wenn man gute Ansätze gesehen hat, konnte man nicht den nächsten Schritt gehen. Seit Jahren befindet sich die Franchise im Umbruch und sucht nach seinem eigenen Weg zum Erfolg. So richtig gefunden hat man den aber bislang noch nicht. Am Ende fehlte dann sogar meist noch mehr als vor der Saison erwartet, weil sich im Laufe der Saison Lücken oder Problemzonen offenlegten, die man so nicht erwartet hatte. Ist man dann mal in seinem Flow, was in den vergangenen Jahrzehnten selten bis nie der Fall war, fehlen am Ende nur 15 Minuten bis zum Super Bowl. Es ist einfach zum Mäusemelken in Jacksonville.

Kein Super Bowl für die Jaguars

Seit Gründung der Franchise 1995 hat man es nie in den Super Bowl geschafft. Die stärkste Phase hatte die Franchise sogar unmittelbar nach seiner Gründung. In den Jahren 1996 bis 1999 schaffte man es vier mal in Folge in die Playoffs und scheiterte zweimal im AFC Championship Game. Seit dieser Zeit schaffte man es kaum mehr eine Konstante in das Team zu bringen um dauerhaft ein Anwärter auf den Titel zu sein. Dreimal kam man seit dem Ende der 90er in die Postseason. Am erfolgreichsten war man 2017.

Umgeben von einer starken Defense, hatte man die New England Patriots am Rande einer Niederlage. Niemand erwartete, dass die Jaguars nach Foxborough, Massachusetts fahren und den Serienmeister vom Thron stürzen. Über drei Quarter präsentierte man sich aber mutig und konnte vollends überzeugen. Mit einer 20 – 10 Führung starte man mit breiter Brust ins letzte Viertel. Trotzdem schenkte Jacksonville am Ende doch tatsächlich noch den Sieg her. Tom Brady (41, QB) führte sein Team mit zwei Touchdown-Pässen erneut in den Super Bowl. Genauso wie 1996 und 1999 war man wieder ganz kurz vor dem größten Spiel der Franchise Geschichte gescheitert. Genauso wie ein Jahr nach der Gründung hieß die Endstation wieder einmal New England. 1999 scheiterte man an den Tennessee Titans.

Als kleiner Trost für die Jaguars, noch nie konnte das Team gegen das sie die AFC Championship verloren haben am Ende auch den Super Bowl gewinnen. Die Patriots scheiterten zweifach im Super Bowl und auch die Titans vielen der „Greatest Show On Turf“ zum Opfer. Es soll also auch nicht für die Bezwinger der Jaguars zum großen Erfolg reichen. Jemand der maßgeblich für die Super Bowl Niederlage der Patriots 2017 verantwortlich war, soll nun aber der Heilsbringer für die Franchise sein.

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Hoffen auf st. Nick

Nick Foles (30, QB) führte 2017 die Philadelphia Eagles zu ihrem bislang einzigen Super Bowl Sieg. Foles beherrschte mit seiner Offensive die Patriots und brachte gegen eine Bill Belichick (67, HC) Defense sage und schreibe 42 Punkte auf das Board! Noch nie hatten die Patriots in einem Super Bowl so viele Punkte hinnehmen müssen! Der Quarterback, welcher den verletzten Stammspieler Carson Wentz (26, QB) würdevoll vertrat, wurde am Ende zum M.V.P., also wertvollster Spieler des Super Bowls ausgezeichnet. Nachdem sein Vertrag in Philadelphia nun ausgelaufen ist, sucht der Spieler eine neue Aufgabe. Jetzt soll er im Bestfall die Jaguars in Richtung Super Bowl führen.

Alle Hoffnungen ruhen also nun auf St. Nick. Den Spitznamen, den er nach dem Super Bowl Erfolg in Philly bekommen hat, zeigt den großen Respekt, welchen man vor seinen Leistungen hat. Dies sah man auch in Florida, wo Jacksonville ordentlich Geld auf den Tisch legte. Für den 4-Jahres-Vertrag bekommt der Spieler bis zu $102.000.000! Etwas weniger als die Hälfte davon ist sogar garantiert! Eine ordentliche Summer für einen Spieler, der in den vergangenen Jahren nur als Back-Up Quarterback fungierte.

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Talent aber wenig PS

Mit seinen 30 Jahren hat Foles schon einiges in seiner Karriere erlebt. Von Höhen bis hin zu Tiefen ist alles dabei. Dies hat ihn sicherlich auch Mental zu einem stärkeren Menschen gemacht. Daher rechne ich auch mit einem ordentlichen Ergebnis, was seine Leistungen in Florida betrifft. Dennoch bin ich gespannt, was er aus der Offensive der Jaguars herausholen kann. Während der Free Agency ist man neben Foles recht ruhig geblieben und hat keine große Namen geholt. Was aber nicht immer schlecht sein muss. Gezielt verstärken wollte man sich auch in der Offensive Line, was gelungen ist.

Den Draft hat man solide über die Runden gebracht. Interessant wird für mich sein, wie man Tight End Josh Oliver (22) ins Offensiv Konzept einbauen wird. Bei den Eagles hatte Foles auf jeder Position ordentliche Waffen, mit denen man auch etwas auf das Grün zaubern kann. Diese vielversprechende Unterstützung hat er bei weitem nicht in Jacksonville. Hier braucht man vielmehr eine gute Mischung zwischen dem Lauf und Passspiel. Ein großer Baustein wird Leonard Fournette (24, RB) sein. Er ist der beste Running Back im Kader und gehört zu den Besten der gesamten Liga.

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Das 103 kg Powerhouse wird seinem neuen Quarterback durch sein Laufspiel viel Raum und Chancen zur Variabilität geben. Mit Fournette im Backfield hat man von Seiten der Jaxs immer gute Optionen. Gefragt sein dürften dann aber die Leistungen der Receiver. Das Fournette seine Yards machen wird, steht mehr oder weniger außer Frage. Fraglich ist jedoch, wie die Receiver um Marqise Lee (27, WR) performen werden. Hier sehe ich einige große Fragezeichen. Der Kader ist zwar mit Talent bestückt, welches aber nicht immer abgerufen wurde. Talent allein machen eben keine PS!

Nehmen wir z.B. Terrell Pryor Sr. (30, WR). Aufgrund von Verletzung spielte er meist nur wenige Spiele innerhalb einer Saison. 2016 fing er dann aber 77 Pässe für über 1.000 Yards Raumgewinn bei den Cleveland Browns. In den beiden Jahren danach waren es zusammen noch nicht mal 500 Yards. Ein solches Beispiel haben die Jaguars auf mehreren Positionen. Daher sehe ich auch für 2019 keine Playoff Mannschaft in Jacksonville. Der Kern der Mannschaft ist in Ordnung aber um mal wieder in Richtung Titel maschieren zu wollen, gehört mehr dazu als ein neuer guter Quarterback.

Das Prunkstück ist auch weiterhin die Defensive der Jaxs. Diese muss auch 2019 funktionieren um ein gutes Ergebnis erreichen zu können. Abgesehen von der Laufverteidigung gehörte man 2018 zu den Top 5 in allen wichtigen Kategorien. Dies unterstreicht zwar die Ambition auch Titel gewinnen zu wollen, aber alleine kann es die Verteidigung nicht richten. Angeführt von Calais Campbell (32, DE) wird man den ein oder anderen Quarterback sicherlich in dieser Spielzeit mehr als einmal hart erwischen. Für mehr als „Teilerfolge“ wird es aber aktuell noch nicht reichen. Wenn man keine negative Bilanz am Ende der Spielzeit hat, wäre das schon ein großer Erfolg aus Sicht der Jaguars.

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