Aktuelles

Los Angeles Chargers – Besser Als Der Rest

Los Angeles Chargers – Besser Als Der Rest

In der NFL gibt es immer einen gewissen Favoritenkreis. Die Kehrseite von diesem Kreis sind dann die Teams von denen man überhaupt nichts erwartet. Also die vermeintlich klar schwächeren Teams. Dazwischen liegt dann der Rest. Dennoch gibt es auch immer wieder Teams denen man eine Überraschung zutrauen kann. Mannschaften die irgendwo zwischen dem Rest und dem Favoritenkreis pendeln. Für mich zählen 2018 die Los Angeles Chargers zu diesem Kreis.

Kein Grund Zur Panik

Aktuell stehen die Chargers bei einer Bilanz von 2 – 2 – 0. Natürlich ist diese Bilanz ausbaufähig. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die beiden Niederlagen gegen die zwei noch ungeschlagen Teams der AFC und NFC kamen. Zum Auftakt setzte es eine 38 – 28 Niederlage gegen den AFC West Konkurrenten Kansas City Chiefs. Danach folgte ein versöhnlicher Sieg gegen die Buffalo Bills, ehe man im Duell um Los Angeles gegen die L.A. Rams mit 23 – 35 den Kürzeren zog. Schnell berappelte man sich, als man vergangene Woche gegen die San Francisco 49ers knapp mit 29 – 27 gewann.

Die Niederlagen sind daher zu verschmerzen. Gegen die Chiefs und Rams kann man in der derzeitigen Form der Teams mal verlieren. Entscheidend wird nun sein, wie man sich in den folgenden Partien schlägt. Hier warten Gegner, die man auch schlagen muss, wenn man es in die Playoffs schaffen möchte. Angesichts des Kaders, traue ich den Chargers zu, die Postseason 2018 klar zu machen. Angeführt von einer guten Offensive und einer soliden Verteidigung, hat man grundsätzlich einen Kader, um eben besser als der Rest zu sein.

Embed from Getty Images

Ein Hauptgrund, warum man an der Westküste optimistisch sein kann, ist Star Running Back Melvin Gordon (25). Der Spieler spielt nun bereits seine vierte Saison und konnte daher bislang Erfahrung sammeln. Gordon kommt aus seiner bislang stärksten Saison. 2017 erzeugte er fast 1.600 Yards von der Line of Scrimmage. Dies zeigt die große Variabilität, über die er verfügt.  Melvin Gordon kann nicht nur laufen, sondern auch Pässe fangen. Er hat in dieser Saison schon drei Touchdown Pässe gefangen und damit einen mehr, als er erlaufen hat.

Offensive Als Prunkstück

Eben angeführt von Gordon, verfügen die Chargers aber auch im Receiver Bereich über ordentlich Potenzial. Hier muss man den Comeback Player der vergangenen Saison hervorheben. Keenan Allen (WR, 26) konnte vergangene Spielzeit zum ersten Mal in seiner Karriere eine Saison ohne Verletzungen spielen und sein Potenzial voll abrufen. Ihm fehlten gerade mal sieben Yards um die 1.400 Yards Raumgewinn zu erreichen. Außerdem fing Allen 102 mal den Ball. Beides absolute Elitewerte. Durch diese Leistungen avancierte der Wide Receiver zu einem echten Albtraum für Verteidigungen.

Rechnet man die Bilanz des Spielers von den ersten vier Spielen hoch, dann bewegt er sich zwar nicht ganz auf dem Niveau, wie vergangene Saison, aber man hatte auch schon einige große Bretter vor der Brust. Unterstützung erhält Allen von Tyrell Williams (WR, 26) und Mike Williams (WR, 24), welche beide bislang ebenfalls einen ordentlichen Job machten.

Die Lichtgestalt der Chargers ist jedoch Philip Rivers (QB, 36). Der Superstar ist das Herz des Teams. Mit einem Karriere Passer Rating von 95.2 liegt Rivers sogar auf Platz 8 der All Time Liste. Damit verweist er sogar Hall of Famer wie Joe Montana (QB, 62) und Dan Marino (QB, 57) auf die hinteren Plätze. Was Rivers jedoch noch fehlt, ist ein Super Bowl. Für den 36 jährigen wird das Fenster langsam aber sicher immer kleiner. Daher tut man gut daran, die kommenden zwei Jahre intensiv zu nutzen, um den Traum vom ersten Super Bowl möglicherweise doch noch mit Rivers zu erfüllen.

Embed from Getty Images

Red Zone Defense Ausbaufähig

Die Verteidigung der Chargers ist bislang noch nicht so in Form, wie das letzte Saison der Fall war. 2018 lässt man mehr Yards zu, als das noch im Jahr zuvor der Fall war. Was definitiv besser werden muss, ist die Red Zone Verteidigung. Zu häufig lässt man hierbei Touchdowns zu. 30.0 Punkte hat man im Schnitt in den ersten vier Spielen zugelassen. Für die Ansprüche des AFC West Teams, natürlich zu viel. Hier erwarte ich in den kommenden Partien eine deutliche Steigerung. Hat man doch zumindest auf dem Papier eine gute Verteidigung.

Ein Grund der aktuellen Situation, ist natürlich das Fehlen von Joey Bosa (DE, 23). Auch wenn Bosa bislang erst zwei Saisons gespielt hat, gehört er schon zu den Besten auf seiner Position. Gerade im Pass Rush, um Druck auf den gegnerischen Quarterback zu erzeugen, ist der Spieler eine Waffe. 23.0 Sacks stehen bislang auf seinem Konto. 2018 sollte dann eigentlich die 30 geknackt werden. Nach aktuellen Schätzungen wird der Starverteidiger frühestens in der 9. Woche gegen die Seattle Seahawks zurückkehren.

Embed from Getty Images

Neben dem Fehlen von Bosa macht, sich auch die Verjüngung, gerade auf der Linebacker Position, bemerkbar. Drei der Sechs Linebacker sind Rookies, welche natürlich noch Zeit brauchen werden, um vollends in der NFL anzukommen. Generell setzt die Franchise dieses Jahr vermehrt in der Verteidigung auf junge Spieler. Abgesehen von Brandon Mebane (DT, 33) ist kein Verteidiger älter als 30. Hervorheben möchte ich nach den bislang vier Spieltagen Rookie Derwin James (SS, 22).

James überzeugte mit einem ungemein großem Spielverständnis und Gefühl für die Situation. Dies führte auch dazu, dass der Youngster bereits 3.0 Sacks, 26 Tackles und 1 Interception auf seinem Konto hat. Eine starke Ausbeute für einen Liganeuling. Gewöhnen sich die anderen jungen Spieler auch noch weiter an die Liga, dann sehe ich auch die Verteidigung auf einem guten Wege der Besserung.

Außerdem möchte ich nochmals auf das verweisen, was ich anfangs geschrieben habe. Mit den Chiefs und Rams hat man bereits gegen zwei Offensivbestien gespielt, die natürlich die Statistik der Verteidigung anders beeinflussen, wie vielleicht in diesem Jahr die Buffalo Bills oder Arizona Cardinals. Daher sehe ich die Los Angeles Chargers absolut im Soll. Möchte man jedoch einen weiten Playoffrun erzeugen, dann muss man nun anfangen und eine gewisse Eigendynamik entwickeln, sonst wird es doch noch schwerer als erwartet.

To Top