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Los Angeles Chargers – Neustart In Der Neuen Heimat?

Los Angeles Chargers – Neustart In Der Neuen Heimat?

Die 1960 gegründeten Chargers spielten lediglich ihre erste Saison in Los Angeles. Seit 1961 war die Franchise in San Diego beheimatet. Obwohl sie nie den Super Bowl gewinnen konnte, gab es auch Jahre in denen man durchaus zu den besten Teams der NFL zählte. Jetzt entschied man sich dazu, zurück nach Los Angeles zukehren. Wird das also nun ein Neustart für die Chargers in der neuen Heimat?

Coach Lynn Beerbt McCoy

Das man neben dem Umzug von Seiten der Chargers gewillt ist, in Zukunft einiges anders zu machen, zeigt die Tatsache, dass man sich von Head Coach Mike McCoy (45) nach vier Jahren trennte. McCoy hatte 2013 die Chargers übernommen und schaffte es auf Anhieb in die Playoffs. Dort verlor er nach einer erfolgreichen Wild Card Runde in der AFC Divisional Round gegen die Denver Broncos mit 24 – 17.

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In den folgenden Spielzeiten verpassten es die Chargers stets an diese Leistungen anzuknüpfen. So holten die Chargers in den letzten beiden Saisons zusammen so viele Siege wie sie zuvor in den ersten beiden Saisons unter McCoy jeweils in einem Jahr erreichten. Wie bereits erwähnt reichten 2013 neun Siege für die Teilnahme an den Playoffs.

Jetzt übernimmt Anthony Lynn (48, Chargers) die Position des Head Coaches. Der ehemalige Running Back sammelt bereits seit 2000 Trainererfahrungen. Auffällig ist, dass er hierbei in den letzten Jahren bei vielen verschiedenen Franchises tätig war. Lynn ist jemand der für Erfahrungswerte sehr dankbar ist. Dies ist auch der Hauptgrund warum er nicht sesshaft wurde.

Aufgrund seines vielseitigen Engagements hat er nun einige Trainerstäbe kennengelernt und die Arbeiten der verschiedenen Franchises genau studiert. Somit sollte er wissen, wie er selbst am Besten arbeiten kann. Seine Aufgabe in Los Angeles wird alles andere als einfach werden. Neben dem Umzug läuft der Mannschaft so langsam aber sicher auch etwas die Zeit davon.

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Chargers Noch Immer Ohne Super Bowl

Lynn konnte während seiner aktiven Zeit zwei Mal den Super Bowl mit den Denver Broncos gewinnen. Wie Titel gewinnen geht, weiß er also schon mal. Genau darauf vertrauen wohl auch die Verantwortlichen der Chargers. Noch immer sind die Chargers ohne Super Bowl-Gewinn. Lediglich in der Saison 1963 konnte man die damals eigenständige AFL gewinnen.

Seither steht eine Super Bowl-Teilnahme zu buche. Im Duell der Saison 1994 unterlag man den San Francisco 49ers letztlich klar mit 49 – 26. Steve Young (49ers) und Jerry Rice (49ers) stellten sich am Ende für zu stark heraus. Nachdem man ein Jahr später bereits in der Wild Card Runde scheiterte verschwand die Franchise wieder für lange Zeit von der Bildfläche.

Auffällig ist, dass die Chargers oft nur über kürzere Zeiträume Leistungen im Laufe ihrer Geschichte bestätigen konnten und danach wieder für längere Zeit aus den Playoffs verschwanden. Daran konnte auch der erfolgreichste Quarterback der Franchisegeschichte Philip Rivers (35, QB) nichts ändern. Mittlerweile im besten Alter, läuft auch dem Aushängeschild der Chargers die Zeit davon.

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Nachdem man zu Beginn der Karriere von Rivers eine gute Mannschaft, allen voran Hall Of Fame Running Back LaDainian Tomlinson (38) hatte, verlor man etwas die Zielstrebigkeit in den vergangenen Jahren. Nach Tomlinsons Abgang zur Saison 2010 schaffte man es seither nur noch ein Mal in die Playoffs. Zuvor gelang es immerhin in fünf der neun Jahre in denen Tomlinson bei den Chargers spielte. Der Quarterback brauch also Hilfe um erfolgreich sein zu können. Diese Unterstützung hat in den letzten Jahren etwas gefehlt. Hinzu kam auch Verletzungspech.

Ob es die Chargers dieses Jahr besser machen können als in den vergangenen beiden Jahren? Nun, sicherlich nur wenn Starspieler verletzungsfrei bleiben können. Ansonsten wird es auch dieses Jahr keine tolle Saison werden. Zu allen Überfluss muss man auch noch in der aktuell stärksten Division der AFC spielen. In der AFC West hat man mit den Oakland Raiders, Kansas City Chiefs und Denver Broncos drei absolute Kracher als Rivalen. Alle drei zählen mindestens zu Playoff-Kandidaten.

Glück Als Hoffnungsschimmer?

Diese Tatsache vereinfacht die Situation nicht, aber ein Hoffnungsschimmer ist doch gewahrt. So haben sich die Chargers in den vergangenen Jahren oftmals selbst geschlagen. Schon sicher geglaubte Spiele wurden am Ende doch noch aus der Hand gegeben. Immer wenn es am Ende knapp wurde, lief meist alles gegen die Chargers.

Vielleicht kann man den Neustart in L.A. dazu nutzen, dass das Glück mal umschwenkt. Der Kader hat Potenzial, wenn dann auch mal das Glück dazu kommt, könnte es wieder für einen Aufschwung sorgen. Dennoch muss man auch sagen, Glück muss man sich erarbeiten. Vielleicht hat auch unter McCoy der letzte Wille gefehlt, die letzten Yards auch kurz vor Schluss zu machen, um Niederlagen abzuwenden oder gar zu verhindern.

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Wir dürfen gespannt sein, welche Mentalität Anthony Lynn seinem neuen Team einimpft. Die Niederlage aus der ersten Pre-Season Partie gegen die Seattle Seahawks (17 – 48) sollte ein Warnschuss gewesen sein, darf aber auch nicht überbewertet werden. Die nächsten Wochen sollten wirklich Aufschluss darüber geben wo das Team steht. Spätestens die Saison wird zeigen ob die Chargers tatsächlich bereit sind in der starken AFC West ein wörtlichen mit zu reden. Ich würde nicht darauf Wetten.

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