Salary Cap

Salary Cap

Ein interessantes Thema in jeder Free Agency Phase ist der sogenannte Cap Space der Teams. Seit 1993 gibt es eine Gehaltsobergrenze in der NFL, welche zum Ausgleich bzw. einer besseren Balance zwischen den Teams führen soll. Da die NFL eine geschlossene Liga ist, wobei die Teams nur untereinander, innerhalb der Liga konkurrieren, fällt es natürlich leicht eine solche Regelung einzuführen. Finanziell stärkere Teams können so die finanziell schwächeren Teams nicht gänzlich ausstechen. Ein krasser Wettbewerbsvorteil soll somit vermieden werden. Es lässt sich also sagen, dass die Gehaltsobergrenze eine ähnlich wichtige Rolle in der NFL einnimmt, wie es der NFL Draft tut. Beide dienen zur langfristigen Ausgeglichenheit des Wettbewerbs der Liga.

Das wichtigste vor jeder Saison ist dabei dann der Raum zwischen den aktuellen Gehältern zur Gehaltsobergrenze. Der Cap Space macht meist sehr deutlich, welche Teams in der Lage sind, auf dem Markt aktiv zu werden und wer schauen muss, wie er mit den Zahlen balanciert. Hier ist man also durchaus auch auf das Geschick der Verantwortlichen angewiesen, mit den Zahlen jonglieren zu können. Zahle ich meinem Superstar ein Megagehalt, dann fehlt mir das möglicherweise irgendwann irgendwo um einen anderen Top Spieler zu halten. Das feilschen um jeden Cent ist somit vorprogrammiert.

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Nicht selten hört man daher auch immer wieder, dass Spieler ihr Gehalt vor einer Saison anpassen lassen um bei einem Team bleiben zu können und eine drohende Entlassung zu vermeiden. Personalpolitische Entscheidungen werden deshalb auch nicht selten aufgrund des Gehalts getroffen. Wenn man einen Spieler halten möchte, sieht man seine Leistungen stets auch im Verhältnis zu seinem Gehalt. Manchmal muss man ungewollt wichtige Spieler ziehen lassen, weil der Markt einem nicht erlaubt sie zu halten. Hier sind wir wieder beim Thema Wettbewerb.

Berechnung

Die Gehaltsbeschränkung ergibt sich aus den Gesamteinnahmen der NFL. Von den Einnahmen sind zwischen 47 und 48,5 % für Spielergehälter vorgesehen. Je höher die Einnahmen der Liga also sind, desto größer ist auch die Gehaltsobergrenze.

Gehaltsanrechnung

Bei der Gehaltsanrechnung werden lediglich aktuelle und ggf. ehemalige Spieler (Cut, Trade) berücksichtigt. Trainerstab oder Management gehören nicht dazu. Wie die Verträge ausgehandelt werden, geschieht auf individueller Basis. Manche Verträge beinhalten ein Grundgehalt und noch zusätzliche Bonuszahlungen. Bei anderen ist eine hohe Summe garantiert.

Wichtig ist zu beachten, dass während der Saison alle Grundgehälter des 53-Mann-Kaders, der Spieler auf der Verletztenliste oder anderen Ausfalllisten (Injury Reserve List, Physically Unable To Perfom List, Non-Football Injury List) und die des Practice Squads berücksichtigt werden.

Strafen

Bei der Überschreitung der Gehaltsobergrenze, kann dies zu empfindlichen Geldstrafen, Kündigung von Verträgen oder gar zum Verlust von Draft Picks führen. Die Liga prüft hierbei individuell jedes Team.

Kritik

In Zeiten, in denen die Gehälter von Athleten in die Höhe schnallen und teilweise nicht mehr verhältnismäßig sind, kann so zumindest etwas Rahmen gewahrt werden. Da die Liga jedes Jahr die Grenze festlegt, gibt es aber auch hier Punkte die oftmals kritisiert werden. Manch Kritiker ist der Meinung, dass durch den Signing Bonus, welcher meist nach der Unterschrift eines neuen Vertrages gezahlt wird, die Gehaltsgrenze umgangen wird. Finanzkräftige Teams können sich durch den Unterschriftsbonus einen Vorteil verschaffen.

Bemängelt wird auch, dass die Liga bewusst in Kauf nimmt, dass „ältere“ Spieler vom Markt verdrängt werden. Liganeulinge bekommen geringere Gehälter wie ein Veteran der bereits seit vielen Jahren spielt. Um mehr Geld für die Superstars übrig zu haben, sollen Teams bewusst auf jüngere und unerfahrene Spieler setzen. Das hierbei gesparte Gehalt, kann man wiederum für die Leistungsträger verwenden.

Auch die Entwicklung des Salary Cap nahm in den letzten 9 Jahren eine recht steile Kurve. Vergleicht man noch den geringen Anstieg zwischen 2011 und 2013, stieg in der Folge die Obergrenze jährlich um über $ 10.000.00 an!

Es wird bemängelt, dass man den bislang vorgesehenen prozentualen Anteil für Spielergehälter auch senken könnte, um so weitere Gehaltsexplosionen vorzubeugen.

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