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New York Giants – Komplette Abkopplung

NEW YORK GIANTS – KOMPLETTE ABKOPPLUNG

Bereits vergangene Saison haben die New York Giants eine gravierende Veränderung eingeleitet. Mit dem Pick von Quarterback Daniel Jones (23) in der 1. Runde im NFL Draft 2019, wurde ein Ersatz für den bisherigen Starting Quarterback Eli Manning (39) verpflichtet. Auf lange Sicht sollte Jones natürlich das Erbe auch irgendwann antreten. Tatsächlich tat er dies dann bereits schon in der abgelaufenen Spielzeit als Rookie, in der 3. Woche. Mittlerweile ist somit eine komplette Abkopplung vom Manning-System erfolgt

Erfolg Unter Manning

Eli Manning wird definitiv als einer der ganz großen Giants Spieler in die Geschichtsbücher der Franchise eingehen. In unserem Artikel über Eli Manning haben wir seine Karriere noch Mal etwas hervorgehoben und ins Licht gerückt. Geprägt war die Ära von Manning nicht nur mit einem ordentlichen Passspiel, rund um einer funktionierenden Defense, sondern auch zwei Super Bowl Triumphe über die New England Patriots. Allein diese Tatsache lies Manning zeitweise sogar aus den Schatten seines sonst so dominierenden Bruders und Legende Peyton Manning (44) treten!

Aufgrund von teils fehlender Unterstützung in den vergangenen Jahren, war der jüngste der Manning nicht mehr in der Lage sein Team zu alter Stärke zu führen. Mit dem Zugewinn von Saquon Barkley (23, RB) hat man einen der aufregendsten Running Backs der Liga im Offensiven Backfield. Das Talent von Barkley soll weiter gefördert werden und mehr und mehr Arbeit soll auf die Schulter von Barkley verteilt werden. Man wollte das Team gerade auf den Schlüsselpositionen gezielt verjüngen und eine neue Ära einleiten. Das System, „Gute-Defensive-Manning-Offensive“ hatte ausgedient. Überraschend kam das Aus von Eli Manning somit wahrlich nicht. Einzig das die Franchise sich für Daniel Jones entschied, war für viele eine große Überraschung. 

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Jones Als Abkopplung

Für die Duke University war Jones ein verlässlicher Strippenzieher. Trotzdem aber auch kein herausragender. Vergleicht man seine College Statistiken mit anderen seines Fachs, dann wird schnell klar, dass Jones gut war, aber ebenen kein außergewöhnlicher Spielmacher. Das der Quarterback unter dem Strich sogar früher im Draft ausgewählt wurde wie Patrick Mahomes (24, QB, Chiefs – 1. Runde / 10. Stelle – 2017) oder Lamar Jackson (23, QB, Ravens – 1. Runde / 32. Stelle – 2018) wirkt fast wie eine Farce. Jones wurde nämlich im Vergleich, in der 1. Runde an 6. Stelle ausgewählt. Das Mahomes und Jackson die beiden letzten M.V.P.’s der Liga sind, braucht man hier wahrscheinlich nicht noch zusätzlich zu erwähnen.

Die Erwartungshaltung der Giants ist also ziemlich hoch. Benutzen möchte man den Youngster um sich von der Ära Manning abzukoppeln. Wenn man es so möchte, benutzt man Daniel Jones als Symbol um etwas ganz neues einzuleiten. Natürlich darf man eine Rookie-Saison nie über- oder unterbewerten. Allerdings wirft es schon einige Fragen auf. Diverse Giants Fans sind auch der Meinung, dass es Manning auf keinen Fall schlechter hinbekommen hätte. Am Ende beendeten die Giants ihre Saison mit 4 Siegen und 12 Niederlagen! Und das in der sehr schwachen NFC East. Ein Sieg von diesen vier, holte außerdem oder besser gesagt sogar noch Eli Manning. 

Trotzdem muss man auch ganz deutlich sagen, das es Jones hin und wieder gelang richtig zu überzeugen. Ich erinnere mich hierbei an drei konkrete Spiele. Gegen die Detroit Lions, New York Jets und Washington Football Team sammelte man zwar nur einen Sieg, Jones lieferte aber außergewöhnliche Zahlen ab. Seine Statistiken in diesen drei Spielen lassen sich wirklich sehen:

PassquoteYardsTD’sINT’sRating
66,65 %982130126.0
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Mir ist schon klar, dass keines dieser drei Teams auch nur annähernd zu den Top Teams gehört, trotzdem spiegelt es auch ein großes Problem der Franchise wieder, mit dem auch schon Eli Manning zu kämpfen hatte. Am Ende verliert man das Spiel häufig auf der anderen Seite des Balles. Mit diesen Überagenden Zahlen die Jones aufs Grün zauberte, hat man trotzdem nur eines dieser Spiele gewonnen. Und selbst beim Sieg über Washington musste man ganze 41 Punkte aufs Scoreboard zaubern, damit man knapp mit sechs Punkte Vorsprung gewinnt.

Zu viele Punkte lässt die Defensive zu. Somit ist es fast egal wie stark oder gut man in der Offensive spielt. In 12 der 16 Spiele lies man jeweils über 25 Punkte zu. Da stellt sich schon die Frage, wie man bei solchen Statistiken groß Siege sammeln kann. Die Beste offensive der vergangenen Spielzeit stellten die Baltimore Ravens. Das Team erzielte im Schnitt 31,9 Punkte pro Spiel. Um diese Zahl besser einordnen zu können. Mit diesem Durchschnitt an Punkten stellte man die 16. beste Offensive aller Zeiten. In 100 Jahre NFL! Nimmt man diesen Wert der Ravens pro Spiel her, selbst dann hätten die Giants nur 9 ihrer Spiele gewonnen! Sicherlich verändert sich der Verlauf eines jeden Spieles mit Punkten, weshalb dieser Vergleich nicht wörtlichen genommen werden kann. Trotzdem sollte man zum Ausdruck bringen, woran es dem Team vor allem fehlt. Dieses Mango muss das Coaching und Scouting Team rund um Head Coach Pat Shurmur (55, HC) beseitigen. Nur dann kann man auch erfolgreich sein.

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Verbesserung 2020

Shurmur hat bereits kurz nach seiner Ernennung zum Head Coach im vergangenen Jahr angekündigt, dem Team eine neue Identität verpassen zu wollen. Angefangen hat er dabei bereits auf der wichtigsten Postion des Spiels. Nun hat er dieses Jahr, in der Offseason, die Defensive adressiert. Hier verpflichtete man mit Blake Martinez (26, ILB) eine wahre Waffe. Martinez war bislang bei den Green Bay Packers einer der wichtigsten Puzzleteile der Verteidigung. Seine Verpflichtung für 3 Jahre hat sich die Franchise entsprechend viel kosten lassen. Ein weiterer namenhafter Neuzugang ist James Bradberry (26, CB). Was mir persönlich bei beiden Transfers gefällt ist, dass sowohl Martinez als auch Bradberry im besten Alter sind. Beide bringen das Team auf anhieb weiter, sind aber auch noch nicht am Ende der Fahnenstange angelangt.

Für 2020 ist das Ziel eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Für die Playoffs wird es in meinen Augen zwar wieder nicht reichen, doch es sollte zumindest in die richtige Richtung gehen. Schafft es Jones sich noch weiter in der Liga zu etablieren und die Defensive etwas griffiger zu werden, dann könnte man den Ein oder Anderen Sieg mehr einfahren. Um jedoch tatsächlich wieder um die Playoff-Plätze mitspielen zu können bedarf es mehr als ein paar Offseason Moves. Verachten sollte man aber auf keinen Fall, dass die Stützen der New York Giants nun sehr jung sind und man hier in den kommenden Jahren sicherlich eine Rolle in der NFC East spielen könnte. Dazu ist jedoch auch das abrufen von Potenziale nötig. Gerade talentierte Spieler wie Sterling Shepard (27, WR) und Dexter Lawrence (22, DL) sind hier gefordert. Es reicht nicht einfach nur talentiert zu sein. Auch die entsprechende Arbeit ist notwendig. Jetzt wo die Abkopplung aus vergangenen Jahren erfolgt ist, bin ich gespannt wo die Reise für die New York Giants hingeht. Spannend könnten die kommenden Jahre definitiv werden.

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