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New York Jets – Und Täglich Grüßt Das Murmeltier

NEW YORK JETS – UND TÄGLICH GRÜßT DAS MURMELTIER

Seit Jahren bewegen sich die New York Jets als graue Maus durch die NFL Welt. In den letzten zehn Saisons kam die Franchise am Ende in nur zweien auf ein positives Standing. Damals spielte Ryan Fitzpatrick (QB, 37, heute Miami Dolphins) die Spielzeit seines Lebens und führte sein Team mit 31 Touchdowns zu zehn Siegen und sechs Niederlagen, was ihnen schlussendlich den zweiten Platz in der eigenen Division einbrachte. Die Playoffs waren allerdings erneut nicht in Reichweite, dies gelang zuletzt 2010. Gefühlt befindet sich die Franchise aus dem Big Apple auch seitdem in einer Rebuild Dauerschleife. Nun stehen sie bei null Siegen und fünf Niederlagen – und täglich grüßt das Murmeltier.

Die Suche nach DEM Quarterback

Es gibt einige Teams in der NFL die nach DEM Spielmacher als Gesicht ihrer Franchise suchen, doch die Jets scheinen sich dies zur Passion gemacht zu haben. Nachdem Fitzpatrick im Jahr nach seiner Glanzsaison auf die Bank verwießen und schlussendlich aussortiert wurde, dreht sich das Quarterback Karussell in New York beinahe ohne Unterbrechung. Mit Joe Flacco (35) standen nun bereits zwölf unterschiedliche Passgeber in gerade einmal fünf Jahren in der Startelf. Ständig wurden auf dieser Position die Karten neu gemischt und kein Quarterback bekam sehr lange das Vertrauen der Verantwortlichen, allerdings war bisher auch kein wahrer Ausnahmekönner mit dabei.

Erst versagten Draft Flops wie Mark Sanchez (33), Geno Smith (30) oder, kaum einer wird ihn noch kennen, Bryce Petty (29), dann schien Sam Darnold (23) nun endlich eine langfristige Lösung darzustellen. Dieser wurde 2018 an dritter Stelle overall ins Team geholt, dieses Jahr startete er mit gerade einmal 23 Jahren bereits in seine dritte Spielzeit in der NFL. Drei weitere namhafte Passgeber fanden im selben Jahr den Weg in die NFL, vor Darnold wurde Baker Mayfield (25) an Nummer eins zu den Cleveland Browns geholt, an Stelle sieben wählten die Buffalo Bills Josh Allen (24) aus und am Ende der ersten Runde wurde Lamar Jackson (23) zu den Baltimore Ravens gedraftet.

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Mayfield scheint nun fest in der Liga angekommen zu sein, seine Browns stehen 4-1. Ebenso stark präsentiert sich Josh Allen dieses Jahr, seine Ausbeute ist die gleiche. Lamar Jackson ist der bisherige Überflieger der Quarterback Draftclass von 2018. Der Baltimore Raven ist das Gesicht der Franchise und stellt mit seinen Mannen eine der besten Offensiven der Liga, aktuelles Standing: ebenfalls 4-1. Und dann ist da noch Darnold. Der 1,93 m Mann kam bisher überhaupt nicht an die Erwartungen der Franchise heran. 30 Spiele absolvierte er bisher in der NFL, auf der Habenseite stehen 39 Touchdwons, 32 Interceptions und eine sehr schwache Passgenauigkeit von gerade einmal 59,8%. Allerdings muss man auch die immer schlecht aufgestellte O-Line der Jets mitverantwortlich machen, denn Darnold wurde in seiner Karriere schon 75 Mal vom gegnerischen Pass Rush gesackt. Das sind 2,5 Sacks pro Partie, ein Wert im unteren Drittel der Liga. Am vergangen Sonntag wurde Darnold gebencht und Flacco durfte sein Glück gegen die Denver Broncos versuchen.

Unverständliche Personalpolitik

Durch stetig schlechtes Abschneiden sichern sich die New York Jets jedes Jahr auf ein neues hohe Draftpicks, irgendwie scheinen sie damit aber nicht richtig viel anfangen zu können. Wieder blicken wir eine Dekade zurück. Von allen durch die Jets aus dem College ausgewählten Spielern schafften es nur gerade einmal vier Akteure eine Pro Bowl Nominierung einzuheimsen. Ob da schlechte Auswahlen getroffen wurden, oder das Quäntchen Glück fehlte möchte ich nicht beurteilen. Picken die Jets aber mal einen Spieler der es zum richtigen Star schaffen kann, oder bereits geschafft hat, trennen sie sich kurzerhand von diesem.

Bestes Beispiel  ist hier Jamal Adams (SS, 25). Der Defensive Back wurde ebenfalls in der ersten Runde des Drafts ausgewählt, allerdings im Jahr 2017. Seit Tag eins ist Adams Starter in der NFL und wurde in kürzester Zeit Mitglied im kleinen Kreis der Top-Safeties. Positionsübergreifend war er in New York definitiv der beste Footballspieler, nach nur drei Jahren im Verein, verschipperten die Verantwortlichen im Front Office ihn jedoch zu den Seattle Seahawks. Eine jede Franchise wünscht sich gerade solche Superstars um welche man das Team Schritt für Schritt aufbauen kann und nach oben bringt. In New York scheint man da anders zu denken.

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Kürzlich folgte dann die nächste merkwürdige Personalentscheidung, die Entlasung des Starting Runningbacks. Nach Le`Veon Bell´s (RB, 28) Vertragspoker mit den Pittsburgh Steelers vor ein paar Jahren, sicherten sich die Jets die Rechte an einem damals zur Elite aufgestiegenen Runningbacks. Dies ließ man sich schlappe $ 52,5 Mio. für eine vierjährige Vertragsdauer kosten. Bei den Steelers noch als Allzweckwaffe eingesetzt, verkümmerten die überragenden Statistiken Bell´s in New York regelrecht. Es schien duchgehend so als wüsste man nicht wie man einen solch vielseitigen Spieler richtig einsetzen könne. So fiel die für Running Back´s so wichtige Statistik der Yards pro Versuch auf unter 3,5 Yards Raumgewinn. Für Bellsche Verhältnisse eine Katastrophe.

Via Social Medial markierte Bell kürzlich einige Beiträge die die Spielweise und Spielzugauswahl von Head Coach Adam Gase (42) kritisierten mit „gefällt mir“, was ihm erneut Ärger mit seiner Facility einbrockte. Die Franchise entschied sich den Runningback kurzerhand in die Free Agency zu entlassen, ein Riesen Schock für die „Gang Green Nation“. Nun ist er bei den Kansas City Chiefs unter Vertrag und die Jets setzten $ 28 Mio. garantiertes Gehalt in den Sand, über $ 9 Mio. pro Rushing Touchdown. Wer soll das sowieso schon schwache Laufspiel nun auf seine Schultern packen? Etwa NFL-Opa Frank Gore (37)? Laut Adam Gase nicht. Seine Hoffnungen liegen auf Rookie-Runningback Lamical Perine (22), den er nun als Starter auserkoren hat. Bisher kam der Viertrundenpick bei fünfzehn Laufversuchen auf 56 Yards, außerdem konnte er zwei Pässe fangen, aber nur für ein Yard Raumverlust.

Erfolgloser Coaching Staff

Die Jets sind eigentlich bekannt dafür recht lange an ihren Coaches festzuhalten. Die beiden Vorgänger von Adam Gase blieben überdurchschnittlich lange im Amt. Rex Ryan (57) hatte das Amt des Head Coach´s sechs Jahre inne, Todd Bowles (56) vier Jahre lang. In der zweiten Saison von Gase als Hauptübungsleiter wackelt dessen Stuhl aber schon kräftig. Er brachte zwar zwanzig Jahre Erfahrung in Sachen Footballcoaching mit, muss sich jetzt aber heftiger Kritik entgegensetzen.

Die Zahlen sprechen für sich. Seitdem er im Amt ist, sind die Jets offensiv im Keller der NFL. 2019 belegte die Rushing Offense den 31sten Rang der Liga, 2020 den 26sten. In Punkto Passing Offense rutschte man von Rang 28 auf Rang 30sten ab. Dieses Jahr ließen bisher nur zwei Teams noch mehr Punkte zu als die Jets. Seit dem Start der 2019er Spielzeit haben sie nun schon das sechste mal mit 20 oder mehr Punkten Unterschied auf die Mütze bekommen, keinem anderen Team geschieh das öfter.

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BegegnungErgebnis
@ Buffalo BillsL 17:27
vs. San Francisco 49ersL 31:13
@ Indianapolis ColtsL 7:36
vs. Denver BroncosL 28:37
vs. Arizona CardinalsL 10:30

Gegnerische Quarterbacks scheinen es besonders leicht gegen die Jets Defense zu haben. In Woche eins gelangen Josh Allen mit seinen Bills 312 Passing Yards und 57 Rushing Yards. Kyler Murray (23, Arizona Cardinals) konnte in Woche vier eine persönliche Bestmarke von 375 Passing Yards für sich verbuchen. Und sogar der dritte Quarterback der Denver Broncos, Brett Rypien (24), schenkte ihnen 242 Passing Yards und zwei Touchdowns ein.

Vor der Saison die Trennung von Safety Jamal Adams, nun die Trennung von Le´Veon Bell, beinahe $ 28 Mio. freien Cap Space den man besser hätte einsetzen können, absolut konservativ in der Free Agency sowie Auf dem Trading-Markt. Irgendwie scheint es so als hätte man die Saison bei den Jets nach fünf Wochen schon jetzt wieder abgehakt und nun kommt der Rebuild.

Und täglich grüßt das Murmeltier.  

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