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Oakland Raiders – Eine Offseason Nach Plan

OAKLAND RAIDERS – EINE OFFSEASON NACH PLAN

Bei den Oakland Raiders befindet man sich momentan zwischen Abschied, Umzug und Neuaufbau. Trotzdem konnte man seine Energien gut bündeln und zählt sicherlich zu den Gewinnern dieser Offseason. Was man an Free Agents verpflichten konnte, lässt definitiv auf eine bessere Saison hoffen. Durch den Kaderumbruch im vergangenen Jahr, hatte man sich außerdem in eine gute Position für den Draft begeben. Hier konnte die Franchise ebenfalls junge Spieler mit ganz viel Potenzial ergattern.

Plan Wird Umgesetzt

Als Jon Gruden (55, HC, Raiders) im Januar 2018 als neuer Head Coach der Oakland Raiders vorgestellt wurde, war die Euphorie an der Westküste groß. Genießt der Coach doch sehr großes Ansehen in den Staaten. Wie man Titel holt, hat er ebenfalls mit den Tampa Bay Buccaneers unter Beweis gestellt. 2002 holte er seinen bislang einzigen Super Bowl. Geht es nach den Raiders, kommt bald ein weiterer dazu.

Dass das Projekt um Gruden langfristig angelegt wurde, zeigt seine Vertragsdauer von 10 Jahren! Er möchte etwas langfristiges mit der Franchise aufbauen. Verwunderlich waren daher schon die ein oder anderen Entscheidungen, die er zu Beginn seiner Amtszeit vornahm. Bereits in dieser Offseason konnte man aber erste Dividenden einholen. In der Free Agency Periode hat man ordentlich zugeschlagen. Dabei wurde dann auch der Plan Grudens aus dem letzten Jahr etwas erkenntlicher.

Während er 2018 mit aller Macht versuchte die Gehaltsrechnung nach unten zu treiben und sich nicht davor scheute große Namen wie Khalil Mack (28, OLB, Bears) abzugeben, investierte er in dieser Offseason das ersparte Geld in Spieler, die zu seinem Stil passen. Anstatt sich jahrelang mit „Altlasten“ seiner Vorgänger herumzuschlagen, hat Gruden seinen Plan rigoros umgesetzt. Im Gegenzug erhielt er auch noch gute Draft Picks, die er ebenfalls vielversprechend investieren konnte. Heraus kam eine Offseason, die genau nach seinem Plan verläuft.

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Raiders In ShopPing Laune

Schaut man sich alleine die Spieler an, welche man auf dem freien Markt dazu gewinnen konnte, dann hat man hier gute Überzeugungskunst geleistet. Der Kader wurde viel balancierter und dazu auch mit teils großen Namen gespickt. Nehmen wir Jamarcus Joyner (28, FS), welcher zuletzt für die Los Angeles Rams nur knapp am Super Bowl vorbei schrammte. Hier sehe ich das Geld gut investiert. Der Spieler verfügt über Erfahrung in der Liga und war in den letzten Jahren in stets guter Verfassung. Das Gleiche könnte man auch über Tyrell Williams (27, WR) auf der anderen Seite des Balles sagen. Williams war für die Los Angeles Chargers ein verlässlicher Spieler. Im Normalfall sollte auch er seine 40+ Receptions und irgendwo zwischen 600 und 800 Yards Raumgewinn einpendeln.

Eine große Überraschung war es dann schon, was Gruden an Geld für Offensive Tackle Trent Brown (26) auf den Tisch legte. Kein Offensive Lineman hat je mehr Geld bekommen als Brown. Der Deal könnte in seinen vier Jahren bis zu $ 66.000.000 wert werden. Ob Brown das Geld wert sein wird oder nicht, kann man so noch nicht sagen. Fakt ist jedoch, dass der Spieler in der vergangenen Saison erheblichen Anteil am Super Bowl Sieg der New England Patriots hatte. Als Beschützer von Tom Brady (41, QB, Patriots) hat der 172 kg Koloss sehr gute Arbeit geleistet.

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Hinzu kommen noch weitere Spieler, wie Fontane Burfict (28, LB), Brandon Marshall (29, LB) oder Isaiah Crowell (26, RB), welche zwar keine Megastars sind, aber über reichlich Erfahrung verfügen und im richtigen Konzept tragende Rollen übernehmen können. Alles in allem gute Arbeit, was man da in Oakland geleistet hat. Abgerundet wird das Ganze jedoch vom Königstransfer. Mega Wide Receiver Antonio Brown (30) konnte von den Pittsburgh Steelers ertradet werden und soll in Zukunft das Offensivspiel der Raiders auf ein ganz neues Level hieven.

Gemeinsam mit Julio Jones (30, WR) von den Atlanta Falcons gab es in den vergangenen Jahren keinen besseren und konstanteren Wide Out in der NFL. Obwohl Brown gerade mal 30 Jahre alt ist, hat er bereits über 11.000 Yards Raumgewinn erzielt. Hält er seinen Karriereschnitt an Receptions, wird er spätestens 2020 die magische 1.000 durchbrechen. Setzt man den extrovertierten Brown richtig ein, dann könnte er im Trikot der Raiders für mehr als nur furore sorgen! Ein Zug der mal wieder irgendwie typisch Gruden ist.

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Fragezeichen Hinter draft

Zugegeben, hinter dem Plan im diesjährigen Draft ist noch ein dickes und großes Fragezeichen. Freilich hat man junge und auch extrem talentierte Spieler dazu gewonnen, die Frage bleibt jedoch im Raum, ob man das Optimum erreicht hat. Für viele Experten hätten die Raiders noch bessere Optionen gehabt. Um Clelin Ferrell (22, DE) zu bekommen, verwendete man gleich seinen ersten Pick und holte sich das Talent mit dem insgesamt 4. Pick. Gerade weil viele Teams sich um Quarterbacks bemühten, bleibt es fraglich, ob man Ferrell nicht auch zu einer späteren Zeit noch hätte holen können. War es wirklich notwendig diesen Spieler an der insgesamt vierten Position zu wählen?

Ein ähnliches Bild ergibt sich mit Josh Jacobs (21, RB). Mit weiteren soliden Talenten auf dieser Position im Draft, ver(sch)wendete man einen 1. Runden Pick um gezielt diesen Spieler zu holen. Wie bereits gesagt, was Oakland an Nachwuchsspielern dazubekommen hat sind allesamt gute Optionen, die über viel Talent verfügen. Fraglich ist aber ob man diese nicht auch günstiger bzw. etwas noch besseres hätte bekommen können. Daher darf man bei all dem Lob für die Free Agency und den Brown-Trade auch mal etwas kritischer mit dem Draft sein.

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Umzug 2020

Bereits vor längerer Zeit wurde ja bekannt gegeben, dass die Raiders Oakland verlassen werden, um ihr Glück in der Wüste zu finden. Für 2020 ist der Umzug nach Las Vegas anberaumt. Spätestens zu dieser Zeit soll dann auch wieder ein Titelkontrahent aus der Franchise erwachsen sein. Für ca. 1,8 Milliarden Dollar entsteht ein neues Stadion, welches zukünftig als Zuhause der Piraten in der Wüste Nevadas dienen soll. Der Eröffnungsplan für Juni 2020 soll nach aktuellem Stand wohl auch eingehalten werden. Abgesehen von der Stadt Oakland und seinen Fans, gibt es aber noch weitere kritische Stimmen zu diesem Umzug.

Das Stadion Projekt wird mit ca. $ 750.000.000 aus öffentlichen Geldern finanziert. Daher hat die Stadt Las Vegas gezielte Steuererhöhungen vorgenommen, um das Projekt zu realisieren. Dies führt zu einer höheren finanziellen Belastung der Menschen vor Ort. Wer sich die süffisante Steuer Erhöhung nicht leisten kann oder will, muss die Wüste verlassen. Eine Tatsache, die nicht alle Menschen in „Fabulous Las Vegas“, ihr neues Team herzlichst Willkommen heißen lassen. Natürlich hat man als Franchise nicht gerne vor einem Umzug schlechte Presse, weshalb alles versucht wird, um mit sportlichen Erfolgen den Negativschlagzeilen entgegen zu wirken, damit der Umzug möglichst reibungslos und herzerwärmend von sich gehen kann. Ein gutes Grundgerüst hat man wieder beisammen. Jetzt ist es auch ein Stückweit an Jon Gruden, daraus eine Einheit und ein Siegerteam zu formen.

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