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Playoff-Check – Die Defenses

PLAYOFF-CHECK – DIE DEFENSES

„Offense wins games, defense wins championships!“ Diese Weisheit dürfte den meisten geläufig sein. Auch in den letzten Jahren konnte man dieser Aussage kaum widersprechen. Mit nur noch acht Teams im Rennen um den Super Bowl, ist es an der Zeit sich mal den Defensivreihen genauer zu widmen. Welche Verteidigungen könnten den spektakulären Offensiven der Kansas City Chiefs (14 – 2 – 0) und Green Bay Packers (13 – 3 – 0) gefährlich werden? Wir haben uns die einzelnen Teams angeschaut.

CLEVELAND BROWNS (12 – 5 – 0)

Warum die Cleveland Browns der krasseste Underdog aller verbleibenden Teams sind? Nun ja, das Team ist in der Offensive statistisch gesehen Mittelmaß und auch die Defensive kommt nicht über jenes Prädikat hinaus! Von allen verbleibenden Teams, haben die Browns tatsächlich die schlechteste Defensive. Das man trotzdem die Pittsburgh Steelers mit 48 : 37 schlagen konnte, lag an einem Blitzstart nach Maß. Ganze 28 Punkte erzielten die Browns im 1. Quarter! Keinem NFL Team gelang dies jemals zuvor. Grundstein für den Sieg legte trotz der 48 erzielten Punkte, vor allem die Defensive. Diese sorgte für insgesamt fünf Turnovers! Das sind die meisten für die Franchise in einem Playoff Spiel seit 1968. 

Schafft es die Defensive Turnovers zu erzielen, gewinnen die Browns auch das Spiel. In bisher allen Spielen in denen die Browns diese Saison gewannen, hatten sie mehr Ballverluste erzeugt, als selbst zugelassen. Einmal mehr ein Indiz dafür, wie wichtig die Defensiven sind. Mit Blick auf den vergangenen Sonntag ist es interessant, dass ausgerechnet die größte Schwäche der Defensive, das Spiel vorzeitig entschied. Gegen den Pass ist die Verteidigung der Browns alles andere als rosig. Nimmt man nämlich nur das Passspiel zu Rate, dann befindet man sich nicht mal mehr im Mittelmaß. Die Teams wissen das und werfen daher häufig gegen das Team aus Ohio. Damit weiß man, dass die Browns das Spiel ihres Lebens an diesem Wochenende abliefern müssen. Patrick Mahomes (25, QB) und seine Chiefs werden ihnen alles abverlangen.

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Die größte Hoffnung wird daher auf dem Pass Rush liegen. Angeführt von Sackstar Myles Garrett (25, DE) wird man alles versuchen um Mahomes immer wieder unter Druck zu setzen. Garrett ist mit seinen 12 Sacks aus der Regular Season der Teaminterne Leader. Innerhalb der Liga liegt er damit auf Platz 7. Doch das gute bei den Browns ist, dass man nicht allein von Garrett abhängig ist. Der Druck auf den gegnerischen Spielmacher verteilt sich nämlich auf viele Schultern. Eine der größten Hilfen dabei ist Olivier Vernon (30, DE). Vernon fand dieses Jahr zu alter Stärke zurück, weil gerade bei Switches er immer wieder mit Garrett gut harmonierte.

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
22. Platz9. Platz21. Platz17. Rang

KANSAS CITY CHIEFS (14 – 2 – 0)

Offense hui, Defense Pui wäre bei den Kansas City Chiefs etwas hochgegriffen. Letztlich muss man ganz klar sagen, dass alle verbleibenden Teams auf beiden Seiten des Balles mehr als solide sind. Sicherlich gibt es Teams mit größeren Schwächen in Teilbereichen aber zusammen genommen, ist das alles noch recht anständig. Schaut man sich den amtierenden Super Bowl Champion an, dann muss man sagen, dass es bessere Verteidigungen als jene der Chiefs gibt. Trotzdem befinden sich beide Teile der Defensiven auf einem ähnlichen Niveau. Es gibt keine ganz große Schwäche die ein Team ausnutzen kann. Sowohl gegen den Pass, als auch gegen den Lauf präsentiert man sich solide. Nicht top aber solide.

Das Team von Head Coach Andy Reid (62) weiß natürlich um seine Stärken und Schwächen. Durch die unglaublich brachiale Offensive, hat das Team einen Gameplan, der bislang funktioniert. Aber in den Playoffs ist alles anders. Im Vergleich zum letzten Jahr, wirkte die Defensive in den letzten Wochen nicht mehr ganz so verlässlich wie noch vor der Bye Week. Möglich, dass man hier seine Körner auch etwas sparen wollte aber es ist auffällig, dass man zur Hälfte der Saison den Gegner bei einem Punkteschnitt von 20,33 Punkten hielt und danach einbrach. Natürlich wurden am letzten Spieltag bei der 38 : 21 Niederlage gegen die Los Angeles Chargers einige Schlüsselspieler geschont. Klammern wir also den letzten Spieltag aus, dann landen wir trotzdem bei einem Schnitt von 23,5 Punkte der Gegner nach der Bye Week. Ein Anstieg von 3,17 Punkte pro Partie!

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Sorgen bereiten dürfte Reid die vor allem in der Red Zone ausgemachte Schwäche der Defense. Kein Team in der NFL verteidigt innerhalb der Red Zone schwächer als der amtierende Titelträger. Schafft es der Gegner vor die Endzone der Chiefs, dann ist es zumeist ein Touchdown. Gerade in den Playoffs kann dies natürlich tödlich sein. Bislang schaffte es die starke Offensive das Team zu tragen, ob es am Ende auch wieder für den Titel reicht, bleibt fraglich. Im Fokus dürfte hierbei das Safety Trio Juan Thornhill (25, FS), Daniel Sorensen (30, FS) und „Honey Badger“ Tyrann Mathieu (28, SS) stehen. Die drei ergänzen sich immer wieder gut und Mathieu ist der ausgemachte Kopf der Passverteidigung. Er kann ein Spiel nicht nur mit seinen spielerischen Qualitäten zu Gunsten der Chiefs beeinflussen, auch seine Führungsqualitäten sollte man nicht unterschätzen. Gerade in engen Spielen, wird es auf ihn und sein Spielverständnis ankommen. 

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
14. Platz21. Platz11. Platz16. Platz

BUFFALO BILLS (14 – 3 – 0)

Die Buffalo Bills entthronten nicht nur die New England Patriots (7 – 9 – 0) als AFC East Champion, sondern machen sich berechtigte Hoffnung auf einen tiefen Playoff Run. Es ist beeindruckend, wie die Bills ihre Gegner teilweise auseinander nehmen. Kaum ein Team ist derzeit so gut drauf wie jenes aus dem Osten der USA. Während die Bills in ihren erfolgloseren Jahren zu meist von einer starken Defensive profitierten, ist es diesmal die Offensive, die so gut wie schon lange nicht mehr spielt. Es erinnert ein bisschen an die Bills Anfang der 1990er. Manch einer wird vielleicht die herzzerreißende Geschichte kennen. Von 1990 bis 1993 schaffte es die Franchise vier Mal (!!!!!) in Folge in den Super Bowl. Gewinnen konnte man ihn trotzdem nicht!

In allen vier Spielzeiten stellte man eine der besten Offensiven der Liga. Ähnlich ist es auch heute. Die Defensive war innerhalb dieser Jahre auch nicht von schlechten Eltern, schaffte es aber nie im ganz großen Spiel die eigene Leistung zu bringen. 1990 konnte man die New York Giants zumindest bei 20 Punkte halten. Erzielte aber trotz bester Offense der Liga einen Punkt zu wenig. In den drei weiteren Teilnahmen schaffte man es nie den Gegner unter 30 Punkte zu halten, was letztlich zu wenig war. Dieses Jahr präsentiert sich die Defensive auf einem ähnlichen Niveau wie 1992. Beide Verteidigungen rangierten am Ende der Regular Season auf dem 14. Platz. Allerdings zeigt man in dieser aktuellen Saison ein ähnliches Handicap wie die Chiefs. Auch die Bills sind sehr anfällig in der eigenen Red Zone. Hier präsentiert man sich nämlich nur minimal besser wie der große Konkurrent aus der AFC West.

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Da trifft es sich gut, dass man mit einer ganz besonderen Stärke aufwarten kann. Turnover! Lediglich die Miami Dolphins (11 – 5 – 0) und Pittsburgh Steelers holten mehr als die Bills. Man präsentierte sich hier ungemein stark! Auffällig ist, dass man gar keine Vorliebe hat wie man die Ballwechsel erzeugt. Den 15 Interceptions, stehen 9 recoverte Fumbles gegenüber! Zumeist erzielen die Teams ihre Turnover durch Interceptions, dass man sich ausgerechnet beim Fumblen so stark präsentiert ist außergewöhnlich. Etwas, was die Bills definitiv in der Postseason brauchen werden. Wie schnell ein entscheidender Turnover ein Spiel in die richtige Spur bringen kann, haben die Browns vorgemacht. 

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
13. Platz17. Platz16. Platz14. Platze

GREEN BAY PACKERS (13 – 3 – 0)

Sprechen wir über die Green Bay Packers, dann sind wir beim Top Anwärter auf eine Super Bowl Teilnahme in der NFC. Das Team aus der NFC North begeistert mit einem Aaron Rodgers (37, QB) auf M.V.P. Niveau. Dementsprechend ist die Offensive auch das Prunkstück der Packers. Aber auch die Defensive sollte man nicht unterschätzen. Schließlich befinden wir uns auch hier bei einer Top 10 Defense. Gerade gegen den Lauf hat man sich deutlich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Während man sich 2019 im hinteren Viertel gegen den Lauf ansiedeln musste, ist das dieses Jahr gänzlich anders. Mittlerweile konnte man sich auf ein gutes Mittelmaß vorarbeiten. Hier hat man aus dem letztjährigen NFC Championship Spiel gelernt.

Als die San Francisco 49ers ihr Laufspiel auspackten, konnte man bereits zur Halbzeit einen Haken hinter die Partie setzen. Dem dominanten Laufspiel der 49ers, gerade über die Außen hatte man nichts entgegenzusetzen. Dieses Jahr wird es aber sicherlich nicht so einfach für die Gegner werden. Speziell in der heimischen Tundra. Das Lambeau Field verwandelt sich im Januar zu einer eisigen unangenehmen Örtlichkeit, welche fast wie ein 13. Mann wirkt. Bei hohen Minusgraden ist es stets besser mit einem guten Laufspiel anzureisen. Daher ist es speziell im Heimspiel gegen die Los Angeles Rams von Vorteil, dass man hier wohl nicht mehr so anfällig, wie noch vor einem Jahr sein wird. Das Team aus Kalifornien wird ohnehin mit dem Wetter zu kämpfen haben. Diesen Vorteil könnte man von Seiten der Packers gut nützen. Unterbindet man das Laufspiel der Rams, wird man sich auf die Passverteidigung verlassen.

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Diese ist ähnlich stark wie auch schon letztes Jahr. Zwar holte man nicht mehr so viele Interceptions wie vergangene Saison, verbesserte sich aber dafür in den zugelassenen Yards. Hier kann man absolut von einem Reifungsprozess sprechen, den die jungen Defensive Backs durchlebt haben. Allen voran Darnell Savage Jr. (23, SS). Der 1. Runden Pick von 2019 avancierte dieses Jahr endgültig zum Starspieler. Trotz seines jungen Alters geht er voran. Was er angesichts des jungen Altersdurchschnitts auch muss. Kein startender Defensive Back ist älter als 27! Das ist eine Hausnummer, könnte aber gerade in den Playoffs zum Boomerang werden. Die Haudegen rund um Drew Brees (42, QB, Saints) oder Tom Brady (43, QB, Buccaneers) werden Schwächen oder Unerfahrenheit sofort erkennen und versuchen zu nutzen. Da ist es ungünstig, dass man bei einem Sieg, definitiv auf einen der beiden Legenden treffen wird. Der bisherige Saisonverlauf sollte aber den Packers definitiv Auftrieb und Mut machen. Viel bessere Verteidigungen wie dieses Jahr, hatte der Spielmacher Rodgers in den vergangenen Jahren nicht.

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
7. Platz14. Platz13. Platz9. Platz

BALTIMORE RAVENS (12 – 5 – 0)

Nach dem 2019 bei den Baltimore Ravens alles so leicht aussah, tat man sich dieses Jahr etwas schwerer. Die Verteidigungen haben sich etwas besser auf letztjahres M.V.P. Lamar Jackson (24, QB) eingestellt. Nach dem die Offensive letztes Jahr alles andere überstrahlte, heißt es diesmal quälen und auf die Defensive hoffen. Hier haben die Ravens nämlich eine fulminante in ihren Reihen. Geht es rein um das Scoring, dann sind die Baltimore Ravens nämlich auf Platz 2 der gesamten Liga! Die 303 zugelassenen Punkte in den 16 Regular Season Spiele sind ein starker Wert. Das heißt nämlich, dass man im Schnitt gerade mal 18,94 Punkte pro Begegnung kassiert. Da reicht dann auch eine ordentliche Offensive aus, um trotzdem die Spiele zu gewinnen.

Schaut man sich die einzelnen Reihen der Defensive an, dann muss man zugeben, dass die Ravens eine wirkliche Bank haben. Kaum eine Verteidigung ist so tief auf den einzelnen Positionen besetzt, wie jene der Ravens. Das man es in der starken AFC North letztlich überhaupt in die Playoffs geschafft hat, kann man den Männern rund um Star Defensive End Calais Campbell (34) zuschreiben. Die Defensive performt und das ist auch wahnsinnig wichtig. Sowohl gegen den Lauf als auch gegen den Pass, kann man kaum Schwächen ausmachen. Das Team wirkt hier ähnlich stark wie letzte Saison. Nun möchte man aber auch um den Titel ein Wörtchen mitsprechen. Als letztjähriger Mitfavorit früh in den Playoffs gescheitert, hat dieses Jahr die Ravens in der AFC niemand so richtig auf dem Schirm. Alles spricht von den Chiefs und Bills. Vielleicht benötigen die Ravens diese Außenseiter Rolle um befreit aufspielen zu können. So schaffte man es nämlich auch 2012 auf den Thron. Mit Teams wie den New England Patriots, Denver Broncos und Indianapolis Colts hatte man große Konkurrenz. Baltimore ging dabei unter und holte sich am Ende das Ding! 

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Damals war es eine Kombination aus Offensive und Defensive, wobei beide über sich hinauswuchsen. Eine Topleistung abrufen, kann nicht jeder. Mit dem Sieg über die Dampfwalzen der Tennessee Titans, hat man definitiv ein Ausrufezeichen nach Buffalo geschickt. Beeindruckend war dabei, wie man den grandiosen Lauf der Titans unterband. Nur ganze 51 Rushing Yards lies man bei 22 Laufversuchen zu. Gegen Derrick Henry (27, RB), der in der Saison über 2.000 Yards Raumgewinn erlief! Der Gameplan funktionierte hervorragend und wurde perfekt umgesetzt. Ohne das Laufspiel, mussten die Titans werfen und auch hier war die Defensive der Ravens zur Stelle. Fast furchteinflößend wie man Ryan Tannehill (32, QB) bei gerade mal 165 Yards hielt. Die Offensive der Titans gehörte zu den besten der gesamten Liga und wurde mit 13 mageren Pünktchen aus den Playoffs geworfen. Mit Sicherheit darf man sagen, dass die Ravens Defense sehr gefährlich ist und mega ausbalanciert. Dank dieser gehört Baltimore zu den Geheimfavoriten!

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
6. Platz8. Platz2. Platz7. Platz

TAMPA BAY BUCCANEERS (12 – 5 – 0)

Die Tampa Bay Buccaneers wollen in den nächsten beiden Jahren unbedingt einen Titel! Am besten schon jetzt. Hierzu präsentiert sich das Team aktuell sehr schwankend, was auch an der Defensive liegt. Wahrscheinlich hat keines der verbleibenden Teams eine so große Differenz zwischen den beiden Verteidigungskategorien wie die Bucs. Während die Verteidigung gegen den Lauf total überzeugt, lässt die Passverteidigung mehr als zu Wünschen übrig. Kein Team lässt weniger Läufe, Yards und Touchdowns auf dem Boden zu. Möchte man mit einem Rushing-Gameplan das Team schlagen, ist das zum scheitern verurteilt. Daher sind die Teams fast schon zwangsweise genötigt zu werfen. Das bereitet dem Team hingegen große Probleme. Um es ehrlich zu sagen, ist die Pass-Defense nicht mal mehr Mittelmaß. 

Man lässt zu viele Yards und Touchdowns durch die Luft zu. Das wissen die Teams und können damit natürlich gut operieren. Trifft man auf starke Quarterbacks, tut man sich schwer. Dann muss man auf einen Sahnetag der Offensive hoffen und schauen, dass man den Gegner vom Ball weghält. Dies wurde auch am vergangenen Wochenende gegen das Washington Football Team (7 – 9 – 0) deutlich. Man mühte sich mit langen Drives zu einem 31 : 23 Sieg. Sicherlich verdient aber kein Spiel, welches dem kommenden Gegner Angstperlen auf die Stirn treibt. Gerade in der NFC wird das Team von Head Coach Bruce Arians (68) gut beraten sein, weiterhin auf die Strategie mit langen Drives zu setzen. Warum ausgerechnet in der NFC? Sagen wir es so, gegen lauffreudige Teams wie den Ravens oder Titans, hätten die Buccaneers in der AFC sicherlich gerne gespielt. Hier hätte man sich auf die eigene Verteidigung verlassen können. Die verbleibenden Teams in der NFC dagegen, sind für ihr überragendes Passspiel und ausnahme Quarterbacks bekannt. Gegen die Saints zum Beispiel, verlor man bereits zweimal deutlich in der Saison. Mit 23 : 34 unterlag man zum Auftakt und später daheim sogar mit 3 : 38! Am kommenden Wochenende soll es dann „Alle guten Dinge sind drei“, heißen.

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Trotzdem möchte ich die Defensive rund um Jason Pierre-Paul (32, DE) nicht zu schlecht reden. Die wohl beste Leistung der Saison zeigte man nämlich ausgerechnet gegen Aaron Rodgers (37, QB) und seine Green Bay Packers in Woche 6. Am Ende bezwang man das beste Team der NFC mit 38 : 10. An keinem anderen Spieltag ging das Team so unter wie gegen die Buccaneers! Ähnliche Leistungen wird das Team auch am kommenden Wochenende bzw. im weiteren Verlauf der Playoffs benötigen. Wie weit es dann am Ende gehen kann, wird vor allem auch an der Passverteidigung liegen. Schafft man es einen Gameplan zu kreieren, der die eigene Stärken hervorruft, ist viel möglich. Andernfalls, könnte es auch ein ganz dickes Ende nehmen!

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
21. Platz1. Platz8. Platz6. Platz

NEW ORLEANS (13 – 4 – 0)

Das die New Orleans Saints mit breiter Brust in das Wochenende gehen werden, ist nicht nur dem Sieg über die Chicago Bears (8 – 8 – 0) zu verdanken. Gegen den Gegner am kommenden Wochenende aus Florida, hat man bereits zweimal gewonnen. Man kennt das Team und weiß, wie man sie schlagen kann. Trotzdem wird Head Coach Sean Payton (57) sein Team warnen. Während man mit der eigenen Offensive versuchen wird, die anfällige Passverteidigung unter Beschuss zu nehmen, erwartet man von der eigenen Defensive schlicht und einfach ähnliche Leistungen wie die gesamte Saison über. Hier agierte man nämlich auf einem konstant sehr hohem Niveau. Nur eine Verteidigung der verbleibenden Playoff Teams ist besser als jene der Saints. Das macht das Team fast zum komplettesten der gesamten NFC. Im Vergleich zum letzten Jahr konnte man sich nämlich gehörig verbessern. Ich möchte sogar meinen, dass es sehr lange her ist, dass Drew Brees (42, QB) eine solche Defensive als Unterstützung hatte.

Schaut man sich die bisherigen Spiele der Saints an, fallen zwei Dinge auf. Schafft es der Gegner über 30 Punkte zu erzielen, verliert man auch das Spiel. In drei der vier Niederlagen erzielte der Gegner über 30 Punkte. In den restlichen Partien schaffte man es den Gegner gut unter Kontrolle zu halten und lies somit auch nur viermal in der Saison zu, dass der Kontrahent die 30 Punkte Marke knackte. Erwähnen sollte man hierbei jedoch, dass die 33 Punkte der Minnesota Vikings (7 – 9 – 0) beim 52:33 Sieg in Woche 16, auch aufgrund von Schonungen zum Spielende zustande kamen. Man nahm etwas Intensität aus dem Spiel, was dem Gegner zu Yards und Punkten verhalf. Bei einem anderen Spielstand, wäre es wohl auch hier ein Spiel, mit unter 30 Punkten für den Gegner geworden. Das führt uns auch gleich zum Nächsten.

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Funktioniert der Gameplan der Saints, schafft man es an guten Tagen den Gegner überhaupt nicht ins Spiel kommen zu lassen. Einschließlich letzter Woche, schaffte man es fünf (!!!!!) Mal den Gegner im einstelligen Punkebereich zu halten. Das schaffte nicht mal die beste Defense der Liga! Es scheint also so, als könne man einen Gegner dermaßen aus dem Spiel nehmen, dass dieser keinen Fuß auf das Grün bekommt. Danach zieht man mit seiner guten Offensive einfach davon. Möchte man also Brees nochmals das Gefühl eines Champions bescheren, ist man auf die Defensive angewiesen. Schließlich sind der Spielmacher und Strong Safety Malcolm Jenkins (33, SS) die letzten verbliebenen Spieler, welche 2009 die Vince Lombardi Trophäe für die Franchise in den Himmel strecken durften. Schlüsselspieler wie Mason Lattimore (24, CB) oder Janoris Jenkins (32, CB) lechzen nach einem Titel. Fair zu sagen, dass es eine bessere Chance in nächster Zeit wohl kaum mehr geben wird!

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
5. Platz4. Platz5. Platz4. Platz

LOS ANGELES RAMS (11 – 6 – 0)

Von allen verbleibenden Teams, haben die Los Angeles Rams die wenigsten Siege geholt. Woran das liegen mag? Zum einen ist man in der starken NFC West beheimatet. Wenn man zweimal in der Saison auf die Seattle Seahawks (12 – 4 – 0), Arizona Cardinals (8 – 8 – 0) oder den letztjährigen Super Bowl Teilnehmer San Francisco 49ers (6 – 10 – 0) trifft, dann ist das absolut kein leichtes Unterfangen. Ebenso ist dies aber auch auf die schwächelnde Offense zurückzuführen. Weder im Lauf, noch im Passspiel präsentiert man sich auf einem Elite Level. Im Passspiel schon mal gar nicht. Hier rangiert man bei den erzielten Touchdown Pässen sogar im hinteren fünftel! Das man also immer noch im Rennen um den Super Bowl ist, kann man alleine der Defense zuschreiben. Es ist Fakt, dass die Los Angeles Rams die beste Vereidigung der gesamten Liga haben! Packt man diese Verteidigung zu den Bills, Chiefs, Packers, Saints oder gar Buccaneers, würde wohl der zukünftige Champion schon feststehen. 

Wenn eine Defensive ein gesamtes Team trägt, ist das immer ein Indiz für die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Spieler. Wie gesagt, die Offensive der Rams ist gerade mal Mittelmaß. Trotzdem flog man nach Seattle und bezwang Russell Wilson (32, QB) & Co mit 30 : 20. Auch wenn man ordentlich punktete, kann man der Defensive den Sieg ruhig zuschreiben. Wilson, der bis dahin noch nie ein Playoff-Heimspiel verlor, wurde aus dem Spiel genommen. Ganze fünfmal wurde der flexible, schnelle und wendige Strippenzieher gesackt. Seine Passquote lag am Ende bei unterirdischen 40,74 %! Nur zum Vergleich. Sein Durchschnitt in der Saison lag bei 68,80 %! Freilich gingen die Rams gut vorbereitet in das Spiel und setzten den Spielplan perfekt um. Aufgrund einer kontrollierenden Verteidigung heraus, konnte man solide und unaufgeregt mit dem Ball agieren. Jared Goff (26, QB) managte das Spiel und sorgte kaum für Fehler. Es wurden keine Ballverluste zugelassen und so konnte man sich ganz und gar auf die Verteidigung verlassen. 

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Angeführt vom wahrscheinlich besten Verteidiger der Liga Aaron Donald (29, DT) funktionierte fast alles. Seattle schlug sich die Zähne aus und Donald zeigte seinen Kammeraden den Weg ins gelobte Land. Allerdings macht der Spieler seinem Team aktuell die größten Sorgen. Im letzten Spiel musste er aufgrund einer Rippenverletzung vorzeitig vom Feld. Zwar wird erwartet das Donald gegen die Packers spielt, in welcher Verfassung er aber sein wird, ist ein Geheimnis. Nicht selten passiert es, dass Leistungsträger für ein Playoff-Spiel fit gespritzt oder limitiert aufs Feld geschickt werden, nur um durch die Präsenz andere zu beflügeln oder gar den gegnerischen Gameplan zu beeinflussen. Ähnliches könnte man sich auch bei Donald vorstellen, je nach dem wie die Partie verläuft, könnte er auch nur zeitweise auf dem Feld erscheinen. Sollte Donald nicht fit sein, wäre das eine Schwächung der Defensive wie keine andere.

Trotzdem ist die Rams-Defense nicht nur Donald. Auf allen Position, vor allem auch in der Passverteidigung ist man exzellent aufgestellt. Das zeigen die Statistiken. Letztlich muss man sagen, geht es allein um den Spruch, dass Defensiven Titel gewinnen, dann sind wir bei den Los Angeles Rams absolut richtig. Angesichts der Tatsache, dass Sport nun mal keine Milchmädchenrechnung ist und wesentlich komplexer, hat am Ende jedes der verbleibenden Teams eine Chance den Thron zu besteigen. Das Eine mehr, das Andere weniger. Wer auch immer am Ende oben stehen wird, wird dennoch eine starke Defensive benötigen um das Ziel zu erreichen!

Passing DefenseRushing DefenseScoring DefenseGesamt
1. Platz3. Platz1. Platz1. Platz

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