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Vontaze Burfict – Zum Schutz Der Spieler

VONTAZE BURFICT – ZUM SCHUTZ DER SPIELER

Dieser Tage kommt man nicht an dem Thema Vontaze Burfict (29, LB) vorbei. Der Linebacker der Oakland Raiders wurde von der NFL für die restliche Saison gesperrt! Eine äußerst harte Strafe, die so in dieser Form noch nie ausgesprochen wurde. Noch nie wurde ein Spieler wegen einer zu harten Aktion für den Verlauf einer gesamten Saison gesperrt. Die Offiziellen begründen ihre Entscheidung mit den vorherigen Vergehen des Spielers. Eine Tatsache, die man definitiv nicht außer Acht lassen darf. Viele Experten gehen sogar noch einen Schritt weiter. In den Augen nicht weniger sollte Burfict nie wieder ein NFL Spiel bestreiten dürfen!

Wer Ist Burfict?

Der 29 jährige Vontaze Burfict wurde in Los Angeles, Kalifornien geboren. Nach seiner Zeit an der Arizona State University wurde er im NFL Draft 2012 nicht ausgewählt. Schon zu College Zeiten galt er als undisziplinierter Spieler, welcher stets für Strafen gut war. Daher nahmen viele Profiteams von einer Verpflichtung abstand. Eine Chance erhielt der Spieler trotzdem. Die Cincinnati Bengals sicherten sich seine Vertragsrechte als Free Agent nach dem Draft. Bei der damaligen Staffel von „Hard Knocks“ wurde er dem breiteren Publikum bekannt, wie er als Rookie seine ersten Schritte in der NFL unternahm und um einen Platz im Kader kämpfte.

Am Ende spielte Burfict für insgesamt sieben Spielzeiten in Cincinnati. Dabei schaffte er es durch seine guten Leistungen sogar einmal in den Pro Bowl. Sicherlich eines der großen Highlights seiner Karriere. Trotzdem galt Burfict schon relativ kurz nach seiner Ankunft in der NFL als „Dirty Player“. Sein Trash-Talk während dem Spiel muss öfters den „Guten Geschmack“ verlassen haben. Schnell sprach sich dieser Ruf herum. Auch seine Aktionen auf dem Feld waren zum Einen von genialen Aktionen aber auch von Wahnsinn geprägt.

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Während seiner Zeit bei den Bengals wurde das „Enfant Terrible“ insgesamt 13 mal Suspendiert oder Bestraft. Diese Zahl alleine ist Rekord verdächtig. Im Schnitt sind das fast zwei Strafen pro Saison! Irgendwann hatten natürlich auch die Verantwortlichen in Ohio die Nase voll. Vor der aktuellen Spielzeit zog man letztlich die Reisleine und beendete von Seiten der Bengals die Zusammenarbeit. Die Leistungen des Spielers spielten hierbei sicherlich keine Rolle, denn diese waren weiterhin gut. Die NFL-Strafakte von Burfict kann man aber im Verhältnis mit jener eines Schwerverbrechers im „normalen“ Leben vergleichen. Eine Gewissheit, die sicherlich auch innerhalb der Mannschaft für Gesprächsstoff sorgt.

NFL-Strafakte

Wann Strafe Grund
09/2013 $31.000 Tackle gegen einen „Defensless Receiver und Hit unterhalb der Gürtellinie
11/2013 $21.000 Übertriebene Härte – Stephen Hill (Jets)
10/2014 $25.000 Absichtliches Knöchelverdrehen – Cam Newton und Greg Olson (Panthers)
12/2015 $69.454 Mehrmaliges Unsportliches Verhalten gegen die Steelers
01/2016 3 Spiele Sperre Übermäßiges Einsteigen gegen einen „Defensless Receiver“ – Antonio Brown (Steelers)
10/2016 $75.000 Absichtliches Treten – LeGarrette Blount (Patriots)
11/2016 $12.154 Unsportliches Verhalten – Buffalo Bills
08/2017 3 Spiele Sperre + $1.400.469 Hit gegen einen „Defenseless Receiver“ – Anthony Sherman (Kansas City Chiefs)
08/2017 $12.154 Absichtlicher Tritt – Roosevelt Nix (Steelers)
03/2018 4 Spiele Sperre + $1.839.361 Verstoß gegen die Doping Regeln der NFL
10/2018 $112.000 Hit Gegen Den Kopfbereich – Antonio Brown und James Conner (Steelers)
12/2018 $53.482 Gefährliches Spiel durch Senkung des Helms – Andy Janovich (Broncos)

Rivaltität Mit Den Steelers

Wie die Strafakte bereits andeutet, taucht eine Mannschaft immer wieder auf, die Pittsburgh Steelers. Zwischen Burfict und dem Team der Steelers herrschte stets eine unglaubliche Rivalität. Was zunächst klein Anfing, erhielt seinen Höhepunkt in der Playoff Partie am 09.01.2016. Als die Saison auf dem Spiel stand, verlor der Linebacker die Nerven ausgerechnet gegen Antonio Brown (31, WR). Der Receiver wurde von Burfict am Kopf getroffen und schlicht und einfach umgemäht. Eine sehr gefährliche Aktion, welche für den Star Wide Receiver die Saison vorzeitig beendete. Schon auf dem Spielfeld selbst sorgte der Verteidiger mehr oder weniger für das Ausscheiden seines Teams. Die Aktion passierte mit nur noch 0:22 auf der Uhr und einer Führung von einem Punkt der Bengals!

Der Hit gegen Brown und die anschließenden Beschwerden des Spielers kosteten seinem Team insgesamt 30 Yards Strafe! Somit standen die Steelers anstatt der gegnerischen 47 Yard Linie, urplötzlich an der 17 Yard Linie. Das anschließende und vor allem Sieg bringende Field Goal aus 35 Yards war nur noch Formsache. Zwar gewannen die Steelers die Partie mit 18 – 16. Scheiterten dann aber gegen den späteren Super Bowl Sieger Denver Broncos mit 23 – 16 knapp. Noch heute stellt man sich in Pittsburgh manchmal die Frage was gewesen wäre, hätte Brown spielen können.

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Über die Spielzeiten danach gehörte das Aufeinandertreffen der Cincinnati Bengals und der Pittsburgh Steelers zu den brisantesten. Die Divisionsrivalität nahm komplett neue Formen an. Im Laufe seiner Karriere hätte sich Burfict alleine über $1.550.000 an Strafgelder sparen können, hätte er nie gegen die Steelers gespielt! Schon allein diese Statistik zeigt, wie Gefährlich der Spieler ist. Kein anderes Team der NFL wurde im Laufe der Karriere des Rebells so geschädigt wie jenes der Steelers. Trotzdem hielt dies nicht die Oakland Raiders ab, dem Spieler eine neue Heimat zu geben.

Rekordsperre

Nach all den Eskapaden und der Entlassung durch die Bengals, fand der Pro Bowler eine neue Heimat an der Westküste. Die Oakland Raiders gaben ihm eine neue Chance. Ein Neustart sozusagen. Das Vertrauen seiner Kollegen sicherte sich der mittlerweile erfahrene Verteidiger schnell. So wurde er zu einem der Teamkapitänen gewählt, was für mich schon an einem Skandal grenzt. Trotzdem schaffte er es am vergangenen Sonntag auf all den bisherigen Strafen noch eins drauf zu setzen.

Im Spiel gegen die Indianapolis Colts und einem Hit gegen den Kopf von Tight End Jack Doyle (29) wurde er sofort des Feldes verwiesen. Nach Prüfung der Videobilder in Verbindung mit den vorherigen Vergehen wurde nun von der NFL bekannt gegeben, dass der Spieler bis zum Saisonende gesperrt wird! Noch nie wurde ein Spieler für ein Vergehen auf dem Spielfeld für solch eine lange Zeit gesperrt. Eine Strafe die schlagartig neue Dimensionen erreicht. Trotzdem kommt sie nicht von ungefähr. Der Spieler hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er seine Arbeit auf Kosten der Gegner erledigt. Schaut man sich viele seiner Aktionen an, dann ist es fast schon beschämend, dass er bislang noch nicht aus dem Verkehr gezogen wurde.

Sicherlich passieren manche Sachen auf dem Spielfeld im Eifer des Gefechts oder von Emotionen geleitet. Das Burfict jedoch bereits mehrfach billigend Verletzungen seiner Gegner in Kauf nimmt, geht eindeutig zu weit! Ein Spieler, der für junge Menschen ein Vorbild sein sollte und letztlich die Taten nicht nur an Gegnern, sondern irgendwie ja auch an Kollegen begeht, ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar. Hier werden Grenzen überschritten, die mit sportlichem Ehrgeiz nichts mehr gemein haben. Die Forderungen einer kompletten Sperre des Spielers kann ich absolut nachvollziehen. Gerade, wenn man mittlerweile weis, das Hits gegen den Kopf auch langfristige Schäden verursachen können, dann ist das ja fast schon grobfahrlässig.

Auch wenn der Spieler grundsätzlich ein guter ist und sicherlich auch für starke Plays zu haben ist, zeigen seine Aktionen eine klare Tendenz. Vontaze Burfict ist eine Zeitbombe, die jederzeit wieder und wieder die Karriere und vor allem die Gesundheit seiner Kollegen bewusst auf´s Spiel setzt. Was ist die Steigerung von „Dirty Player“? Übt ein Mensch im „normalen“ Leben mit einer solch kaltblütigen und verwerflichen Art seine Arbeit aus, dann würde dieser wahrscheinlich weggesperrt werden. Warum also nicht einen solchen Spieler aus der NFL sperren? Die Sperre bis zum Ende der Saison ist ein erster guter Schritt. Vielleicht lernt der Verteidiger der Raiders aus dieser Aktion. Falls nicht, wäre der nächstweitere Schritt absolut notwendig! Zum Schutz der Spieler!

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