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Was Wird Aus Brees, Rivers Und Brady?

WAS WIRD AUS BREES, RIVERS UND BRADY?

Mit Ablauf der Saison stellen sich natürlich wie jedes Jahr jede Menge Fragen in Punkto Personalpolitik der einzelnen NFL Franchises. Spieler werden getraded, beenden ihre Karrieren oder unterzeichnen fette Verträge. Wiederum andere Spieler stehen vor großen Entscheidungen, weil ihre langjährigen Arbeitspapiere mit dem letzten Spieltag endeten. Mit Drew Brees (41), Philip Rivers (38) und Tom Brady (42) stehen gleich drei hochkarätige Quarterbacks vor einer solchen Entscheidung. Alle drei sorgten in den vergangenen beiden Dekaden für jede Menge Aufruhr. Alle drei haben jegliche Quarterback Rekorde ihrer jeweiligen Franchise gebrochen, sowie einige der NFL Geschichte. Und alle drei genießen schon jetzt Legendenstatus und wir sind sehr gespannt wohin ihre Wege führen.

Drew Brees – der Rekordmann

Drew Brees kann erneut auf eine äußerst erfolgreiche Saison zurückblicken. Trotz einer Fingerverletzung, die ihn fünf Spiele außer Gefecht setzte, lieferte der Quarterback Mal wieder grandiose Leistungen ab und hat auf seine alten Tage wohl nichts verlernt. Knapp 3000 Passing-Yards und 27 Passing-Touchdowns bei nur vier Interceptions bescherten ihm in elf Partien ein Quarterback-Rating von 116,3. Saisonübergreifend das Beste seiner langjährigen Karriere. Nach einer 13-3 Saison war dennoch bereits in der Wild-Card-Round Schluss. Wie im Vorjahr hieß der Gegner Minnesota und wie im Vorjahr unterlag man den Vikings auch dieses Jahr. Wieder wurde es nichts mit dem zweiten Ring für den alternden Spielmacher.

Nach dem Super Bowl Sieg 2010 mit seinen New Orleans Saints gelang es ihm nie wieder im größten Finale der Sportwelt zu stehen. Auch wenn er die meisten Passing-Yards und –Touchdowns der NFL Geschichte vorweißen kann, so haftet ihm noch immer an, sich nur einmal zum Meister gekürt zu haben. Wie so häufig kann er auf eine gute Spielzeit zurückblicken, nach dem frühen Playoff-Aus wurde aber prompt über ein mögliches Karriereende getuschelt.

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Verbleib in New Orleans

Bis Anfang dieser Woche sickerte rein Garnichts zur Personalie Brees durch. Nichts von Seiten der Saints und nichts von Seiten des Akteurs. Scheinbar musste sich dieser in seinem wohlverdienten Urlaub noch etwas Bedenkzeit genehmigen um eine endgültige Entscheidung treffen zu können. Die Türen in New Orleans standen ihm auf jeden Fall weiter offen. Via Social Media verkündete er dann schließlich noch immer Feuer und Flamme für den Sport zu sein und auch im neuen Jahr den Willen zu besitzen, einen erneuten Run auf den Super-Bowl zu wagen. Viele Saints Fans atmeten auf, denn auch mit seinen 41 Lenzen gehört Brees noch immer zum Besten was seine Position vorweißen kann. Zwar gibt es noch kein offizielles Statement aus New Orleans, aber alles deutet momentan auf einen Verbleib von Brees bei seinem langjährigen Arbeitgeber hin.

Brees

Philip Rivers – Der Gunslinger

Kommen wir von der Südküste der USA nun an die Westküste der vereinigten Staaten. Denn auch dort lief mit Ablauf der Spielzeit der Vertrag einer prägenden Figur einer Franchise aus. Philip Rivers wurde 2004 an vierter Stelle des Drafts von den New York Giants ausgewählt. Nachdem die San Diego Chargers im Draft sich eigentlich für Eli Manning (39) entschieden, dieser sich aber von vornerein gegen Chargers aussprach, einigten sich die beiden Franchises hinter den Kulissen auf ein spektakuläres Tauschgeschäft. Eli Manning wurde für Rivers nach New York getraded, welcher noch drei weitere Draftpicks mit nach San Diego brachte. Jedoch musste sich der Jungspund in seinen ersten beiden Jahren in der NFL mit der Rolle des Backups zufrieden geben. Vor ihm war Drew Brees gesetzt. Nachdem dessen Rookie-Vertrag allerdings auslief, wurde Rivers zum zukünftigen Starter ernannt. In 224 Starts in der NFL kommt er bisher auf 123 Siege, sowie 101 Niederlagen. Während sein Draft-Kollege Manning zwei Super Bowl Trophäen nach New York brachte, blieb Rivers eine solche  bisher verwehrt.

Allgemein lief es in den Playoffs nie so richtig für den Gunslinger. Nur fünf seiner elf Playoff Begegnungen konnte er für sein Team entscheiden. Sportlich war das Championship Game von 2007 sein bisheriger Höhepunkt, dort musste er sich aber Tom Brady und den New England Patriots geschlagen geben. Im Privatleben läuft es allerdings sehr gut. Seit 2001 ist Rivers mit Tiffany verheiratet. Die beiden sind schon seit der Schulzeit liiert und haben zusammen neun Kinder.

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Neues Jersey für Rivers

Vor etwa zwei Wochen gaben die Chargers bekannt nicht weiter mit Rivers planen zu wollen. Ob es an zu hohen Forderungen, Neustrukturierung oder einer persönlichen Entscheidung des Spielers lag, dazu gab es keine Information. Fest steht aber, dass Rivers eines der heißesten Eisen in der Free Agency ist. Das viel zitierte Quarterback Karussell wird sich während der Offseason so drehen, wie selten zuvor. Jede Menge Verträge liefen aus und Karrieren wurden beendet. Mit großen Fragezeichen auf der Position des Quarterbacks gehen einige Teams auf die Suche nach einen adäquaten Spielmacher.

Angeblich haben auch schon mehrere Franchises bei Rivers angeklopft. Doch besonders die Indianapolis Colts scheinen großes Interesse zu haben. Kein Wunder. Erst kurz vor der letzen Saison beendete Andres Luck (30) dort überraschend seine Karriere. Jacoby Brissett (27) rückte nach und sollte auch in Zukunft die Schlüsselfigur der Offensive werden. Nach einem aber recht enttäuschenden Jahr gibt es dort definitiv Handlungsbedarf.  Der Flirt mit dem achtmaligen Pro-Bowler würde auch wirklich passen. Die Chargers und die Colts sind in ihrer offensiven Spielweise recht ähnlich und vielleicht wäre Rivers das fehlende Puzzlestück um wieder oben mit zu spielen. Außerdem coacht in Indi ein alter Bekannter Rivers´. Frank Reich (58) war bereits von 2013 bis 2015 Positions-Coach bei den Chargers ehe er 2016 Offensive-Coordinator bei den Philadelphia Eagles wurde.

Tom Brady – der GOAT

Der letzte alte Recke unserer Liste ist niemand geringerer als der GOAT höchstpersönlich. Tom Brady betritt nach einer durchschnittlichen und eher enttäuschenden Saison die Free Agency. Überraschend schwach und nicht annähernd so dominant und selbstverständlich präsentierten sich die Patriots dieses Jahr. Somit war die Postseason bereits in der Wild-Card-Round gegen den Underdog schlechthin, den Tennessee Titans beendet. Alles deutet darauf hin, dass die einzigartige Ära der New England Patriots tatsächlich das zeitliche gesegnet hat.

Bei allen sechs Super Bowl Titeln war er der Starting Quarterback in New England und konnte sich in den letzten 20 Jahren sein eigenes Denkmal in der NFL errichten. Doch schon vor einigen Jahren kursierte das Gerücht Head Coach Bill Belichick (67) würde gerne getrennte Wege mit seinem langjährigen Kompagnon gehen. Hierfür bildete er nach und nach Jimmy Garopollo (28) aus. Dieser wurde nach internen Streitigkeiten schließlich nach San Francisco zu den 49ers verschachert und Brady sicherte sich seinen Posten. Somit waren jegliche Diskussionen auf einen möglichen Erben beendet. Auch die Spekulationen um ein mögliches Karriereende stehen jedes Jahr erneut zur Debatte. Kein Wunder, so ist der alte Knabe nun auch schon 42, kündigte aber schon vor geraumer Zeit an bis 45 auflaufen zu wollen.

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Vor Neuanfang?

So war es auch dieses Jahr. Nachdem der Vertrag Brady´s nicht offiziell verlängert wurde und auch von beiden Seiten kein Statement nach außen drang, ist die Zukunft um den Spielmacher weiter offen. Robert Kraft (78), Besitzer der New England Patriots, verkündete zuletzt öffentlich Brady immer mit offenen Armen zu empfangen, würde dieser zurückkehren wollen. Wie Coach Belichick zu der Sache steht, weiß wohl nur er selbst. Nachdem die Patriots aus dem Titelrennen ausschieden, wurden die Spekulationen immer leiser. Doch was ist schon ein Super Bowl ohne Tom Brady? Während der Halbzeit flackerte er doch wirklich wieder auf sämtlichen Bildschirmen der USA. Während eines Werbespots verkündete er kryptisch auch in der neuen Spielzeit wieder aufzulaufen. Beim zukünftigen Arbeitgeber blieben die Spekulationen aber weiter erhalten, denn hierzu folgte kein Hinweis. Seine Rückkehr bestätigte Brady vor Kurzem noch einmal in den sozialen Netzwerken. Mit einem Bild während seines Trainings und der Bildunterschrift besteht nun kein Zweifel mehr, der GOAT spielt weiter. Nur für welches Team?

brady

Man kann es sich zwar kaum vorstellen, aber vielleicht werden wir ihn im nächsten Jahr tatsächlich in einem anderen Jersey auflaufen sehen. Die Las Vegas Raiders unterbreiteten dem 14-fachen (!) Pro-Bowler angeblich schon ein Angebot über zwei Jahre welches ihm $30 Mio. pro Saison einbringen sollte. Aber auch die Miami Dolphins und die Los Angeles Chargers sollen ganz heiß im Rennen sein. Diese beiden Teams hätten auf seiner Position auch jede Menge Handlungsbedarf. Ich wage jedoch die These dass es Tom Brady tatsächlich nach Tampa Bay zieht. Die Seeräuber haben jede Menge Geld zur Verfügung, außerdem könnten sie dem Quarterback ein gut aufgestelltes Waffenarsenal in Form von Mike Evans (WR, 26), Chris Godwin (WR, 23) und O.J. Howard (TE, 25) bieten. Darauf deuten auch die scheinbar nicht stattfindenden Verhandlungen mit ihrem bisherigen Spielmacher Jameis Winston (26) hin, welcher ohnehin als Mittelgrad zwischen Genie und Wahnsinn unterwegs ist. Ob dies wirklich passiert, steht jedoch in den Sternen, eine spannende spielfreie Zeit haben wir aber definitiv  vor uns.

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