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Wer Oder Was Ist Die Alliance Of American Football?

WER ODER WAS IST DIE ALLIANCE OF AMERICAN FOOTBALL?

Eine Woche nach dem 53. Super Bowl der NFL startete eine neue Liga in der USA. Die Alliance of American Football, kurz AAF. Was es mit der Liga auf sich hat, versuchen wir euch kurz mal etwas zu erläutern.

AAF

Das Konzept Der Liga

Da die AAF nicht parallel zur NFL ihren Spielbetrieb hat, kann man sie nicht direkt als Konkurrent sehen. Ganz im Gegenteil. So wird die AAF sogar von der NFL unterstützt. Gründer Charlie Ebersol (36) sah durchaus Potenzial in einer Amerikanischen Football Profiliga im Frühjahr. Daher setzte er gemeinsam mit seinem Partner, NFL Hall of Famer Bill Polian (76) alle Hebel in Bewegung um dieses Projekt zu realisieren.

Am 10.02.2019 wurde schließlich der Spielbetrieb aufgenommen. Aktuell ist die Liga in einer Eastern und Western Conference unterteilt. Jede Conference besteht aus 4 Teams. Natürlich sind die Teams der AAF fast ausschließlich in Städte beheimatet, welche kein aktuelles NFL Team haben. Einzige Ausnahme sind die Atlanta Legends, welche sich die Stadt zukünftig mit den Atlanta Falcons teilen werden. Die AAF möchte im Vergleich zur NFL viele Dinge anders machen. So soll die Spieldauer gedrückt werden und Regeln angepasst bzw. verändert werden. Das ist auch die Chance, welche die NFL in der AAF sieht.

Eastern Conference

Team Stadt US-Bundesstaat Stadion Kapazität
Atlanta Legends Atlanta Georgia Georgia State Stadium 24.333
Birmingham Iron Birmingham Alabama Legion Field 71.594
Memphis Express Memphis Tennessee Liberty Bowl Memorial Stadium 58.325
Orlando Apollos Orlando Florida Spectrum Stadium 44.206

Western Conference

Team Stadt US-Bundesstaat Stadion Kapazität
Arizona Hotshots Tempe Arizona Sun Devil Stadium 57.078
Salt Lake Stallions Salt Lake City Utha Rice-Eccles Stadium 45.807
San Antonio Commanders San Antonio Texas Alamodome 64.000
San Diego Fleet San Diego Kalifornien SDCCU Stadium 70.561
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Potenzielle Regeländerungen könnten z.B. im Vorfeld in jener AAF ausprobiert werden. Die Liga während der Offseason könnte also vor dem Start einer NFL Saison, bereits als Testläufer fungieren und Erfahrungen sammeln, welche zukünftige Änderungen für die NFL vereinfacht. Schließlich gab es in der Vergangenheit nicht selten Diskussionen über gravierende Regeländerungen. Das diese bislang noch nicht umgesetzt wurden, hatte überwiegend auch damit zu tun, dass man nicht einschätzen konnte, wie gewisse Änderungen das Produkt verändern und bei den Fans ankommen.

Dies möchte sich die AAF nun zum Nutzen machen. Schon zu Beginn der Liga gibt es hier diverse, im Vergleich zur NFL, gravierende Änderungen. Wie diese Änderungen beim Zuschauer ankommen, wird man in den kommenden Wochen sehen. Sicherlich werden wir nicht alle Regeländerungen der AAF irgendwann auch in der NFL sehen, trotzdem arbeiten beide Ligen zusammen, um den Sport nach vorne zu bringen.

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Kooperation mit der NFL

Dass die NFL diese neugegründete Liga nicht wirklich als Konkurrenz sieht, zeigt die Tatsache, dass die NFL auch als Medienpartner der Alliance of American Football fungiert. Es werden sogar wöchentlich zwei Spiele auf dem NFL Network übertragen. Auch auf der Homepage der National Football League gibt es eine eigene Newsseite für den „kleinen Bruder“.

Worauf sich beide Ligen einigen können ist, dass die AAF zukünftig wohl als Spieler Lieferant der NFL dienen wird. Spieler die es zunächst nicht in der NFL schaffen oder geschafft haben, könnten zukünftig durchaus eine Chance in der AAF erhalten. Somit sehe ich hier über kurz oder lang, dass die AAF die CFL ablösen wird. Die CFL ist die Canadian Football League. Diese hatte bisher als „Förderliga“ der NFL gedient. Spieler die es in der knallharten NFL nicht geschafft haben, suchten oftmals Jenseits der nördlichen Grenze ihr Glück.

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Zukünftig wird es durch die AAF auch eine Möglichkeit innerhalb des eigenen Landes geben, auf sich aufmerksam zu machen. Ehemalige Starspieler wie Tim Tebow (31, QB) oder gar Colin Kaepernick (31, QB) sollen ganz oben auf der Liste der Liga stehen. Natürlich möchte man mit diesen potenziellen Verpflichtungen auch die eigene Liga Hypen, schließlich geht es ja trotzdem auch ums Geld.

Win-Win Situation

Im Moment sehe ich sowohl für die AAF, als auch für die NFL eine Win-Win Situation. Die NFL könnte im Hintergrund agieren und so gewisse Interessen der eigenen Liga steuern, während die AAF im Frühjahr den amerikanischen Markt inne hat. Interessant wird es in meinen Augen erst dann werden, wenn die AAF sich über Jahre etablieren sollte und nach größeren Märkten strebt. So lange die NFL alles im Griff hat und nichts zu befürchten hat, sehe ich einer Kooperation der beiden Ligen positiv entgegen. Anders würde es jedoch werden, wenn das Blatt sich irgendwann wenden würde.

Schließlich wissen wir nicht wie die Zuschauer diese neue Liga annehmen werden. Was wäre also, wenn plötzlich die Fans umschwenken würden und die AAF besser ankommt als erwartet? Was wäre, wenn die Liga sich zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten entwickeln würde? Was wäre, wenn die Spieler aus gesundheitlichen Gründen die AAF bevorzugen würden? Im Moment kann man sich dies alles nicht vorstellen und ehrlich gesagt müsste da schon sehr viel zusammen kommen. So wirklich glauben, kann ich daher nicht, dass über kurz oder lang die AAF es mit der NFL aufnehmen kann und wird.

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Hier würde die NFL in meinen Augen rechtzeitig dagegen steuern. Deshalb sollten wir alle die AAF nehmen wie sie ist, eine Förderliga der NFL zum Zeitvertreib bis die richtige Saison wieder losgeht! Eine Chance kann und sollte man dem Ganzen auf jeden Fall geben.

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