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Wie Sich Corona Auf Den Cap Space Auswirkt!

WIE SICH CORONA AUF DEN CAP SPACE AUSWIRKT!

Während in Tampa Bay noch der Super Bowl Sieg gefeiert wird, dreht es sich bei allen anderen Teams bereits um die Saison 2021. Gerade für Teams, welche es nicht in die Playoffs geschafft haben, hat sich das Karussell bereits vor einigen Wochen zu drehen begonnen. Erste Trainerwechsel haben stattgefunden, ebenso Vertragsverlängerungen. Allerdings findet momentan die finanziellen Planungen noch etwas im Dunklen statt. Jährlich wird die Gehaltsobergrenze angepasst. Dieses Jahr wird allerdings ein Einbruch beim sogenannten Salary Cap erwartet.

WENIGER EINNAHMEN = NIEDRIGERE GEHALTSOBERGRENZE

Wer überhaupt keine Ahnung hat, was der Salary Cap ist, kann sich zunächst mit einem Klick HIER darüber informieren. Ansonsten ist das wichtigste was man wissen muss, dass die Höhe der jährlich veränderten Gehaltsobergrenze abhängig von den Einnahmen der Liga sind. Kann man also seine Einnahmen steigern, steigt auch die Gehaltsobergrenze automatisch. Dies führte dazu, dass sich in den letzten 10 Jahren die Spielergehälter mehr als verdoppelt haben. Die NFL befand sich im kontinuierlichen Wachstum. Es wurden neue Märkte auf der ganzen Welt erschlossen. Nicht zuletzt auch hier in Deutschland.

All dieser Wachstum hat dazu geführt, dass es fast jährlich auf den einzelnen Positionen zu neuen Rekordverträgen kam. Es wurden immer größere Finanzpakete geschnürt und verständlicherweise ist es vollkommen legitim, dass die Spieler etwas vom Kuchen abbekommen. Verglichen mit anderen Sportarten, verdienen die Footballspieler teilweise noch recht wenig. Dieses Defizit konnte durch den Wachstum der letzten Jahre etwas angepasst werden. Während 2010 Peyton Manning (44, QB, HOF) mit $15.800.000 der bestbezahlte Spieler der Liga war, verdienen mittlerweile die Topspieler auf fast jeder Position in diesem Bereich. Abgesehen vom Full Back und die Special Team Positionen. Mit $45.000.000 im Schnitt verdient Wunderkind Patrick Mahomes (25, QB, Chiefs) fast drei mal so viel wie Manning vor 10 Jahren! Hieran kann man erkennen wie gut die Liga gewirtschaftet hat und vor allem sich auch finanziell entwickelt hat.

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STREIT UMS GELD

Nun macht jedoch die Corona-Pandemie diesen stetigen Wachstumsprozess zu Nichte. Die Liga hat auch in Form der Einnahmen einen Rückgang zu verschmerzen. Somit wird es zum ersten Mal seit 2011 einen Rückgang bei der Gehaltsobergrenze geben. Warum es 2011 einen Rückgang gab, muss man dazu vielleicht noch kurz erklären. Die Bedingungen des 1994 eingeführten Salary Caps wurden 2006 bis zunächst 2012 verlängert. Wie es aber so oft beim Geld ist, fühlten sich die Eigentümer der Teams ungerecht behandelt und kündigten den bestehenden Vertrag mit der Spielergewerkschaft im Zuge einer Option, was für beide Seiten möglich war, auf. Die NFL befand sich gerade in den 2000er massiv dabei neue Märkte zu erschließen. Somit wusste niemand so genau, wie sich die nächsten Jahre auch finanziell entwickeln werden. Daher wurde im gegenseitigen Einvernehmen eine Option eingeführt, welche von den Eigentümern und der Spielergewerkschaft gleichermaßen gekündigt werden konnte, falls sich die Dinge nicht zu ihren Gunsten entwickelten.

2008 entschied sich die Mehrheit der Teambesitzer für eine Kündigung. Daraus entwickelte sich 2010 eine Saison wobei es keine Gehaltsobergrenze gab! Spieler und Teams konnten sich nicht rechtzeitig auf einen neuen Tarifvertrag einigen. Eine Spielzeit ohne Obergrenze war das daraus entstandene Resultat. Nachdem 2009 die Obergrenze noch bei $123.000.000 pro Team lag, waren es zwei Jahre später mit der neuen Vereinbarung nur noch $120.000.000. Einbusen also von knapp $3.000.000 oder 2,4 %. Ab 2014 explodierte dann der Salary Cap zum positiven und kein Ende war in Sicht. Bis nun jedoch die Corona-Pandemie zuschlug.

AUSWIRKUNG DER PANDEMIE

Die Pandemie trifft natürlich jedes Team finanziell. Manche Teams werden jedoch aktuell vor unerwartete Probleme gestellt. Bei der Summe einiger Spielerverträge, gerade auch bei langfristigen Verträgen, scheint es mittlerweile so, als habe man bereits den zukünftigen Wachstum des Salary Caps mit eingerechnet. Nur so kann man sich Verträge über 10 Jahre und einem Volumen von $450.000.000 erklären. Man berücksichtigte den Zuwachs der letzten Jahre und kalkulierte damit. Eine grundsätzlich verständliche Vorgehensweise. Gerade wenn alles Spitz auf Knopf gerechnet werden muss, eine Vorgehensweise, welche von nahezu jedem Unternehmen verwendet wird. Momentan schmerzt bei solchen Verträgen die Pandemie um so mehr. Das prognostizierte Wachstum fällt nun unerwartet weg. Dies führt dazu, das manche Teams nun wirklich Probleme mit ihren Spielerverträgen bekommen werden.

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Der Salary Cap für 2021 wurde bislang noch nicht offiziell von der NFL verkündet. Aus Kreisen der Spielergewerkschaft wurde immer wieder die Zahl $175.000.000 genannt. Kürzlich ist zumindest durchgesickert, dass der Cap Space bei mindestens $180.000.000 liegen wird. Zum Vergleich, 2020 lag die Gehaltsobergrenze bei $198.200.000. Das wäre dann ein Minus von sage und schreibe $ 18,2 Millionen oder 8,2 %! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Teams, welche ursprünglich knapp unter die prognostiziere Obergrenze kalkulierten, haben nun ein ganz großes Problem. Nehmen wir auch gerne hier den Super Bowl Teilnehmer Kansas City Chiefs. Die Chiefs haben eine gigantische Mannschaft. Lägen bei der aktuellen Prognose jedoch mit ca. $ 23,1 Millionen über der Gehaltsgrenze! Das Team müsste massive Überzeugungsarbeit leisten, um dieses Championship Team zusammen halten zu können. Das ein Spieler dem Team zuliebe auf Geld verzichtet ist durchaus schon vorgekommen. Allerdings sprechen wir hier von ein paar Hunderttausend oder im besten Fall bei einem Großverdiener von ein paar Millionen. Trotzdem wird es verdammt schwer so viel Geld einzusparen, wie die Chiefs benötigten um keine personellen Abstriche machen zu müssen. 

Um es zu veranschaulichen, es würde alleine nicht reichen wenn man einen der Topstars wie Tyron Matthews (28, SS – $19.733.334), Travis Kelce (31, TE – $13.500.000) oder Tyreek Hill (26, WR – $15.850.500) entlassen würde! In diesem Dilemma befinden sich aber nicht nur die Chiefs. Laut „Over The Cap“ befinden sich 13 der 32 Teams über dem vermeintlichen Salary Cap. „Over The Cap“ gilt als sehr verlässliche Seite und genießt einen guten Ruf im Bezug auf Vertragsdetails und Cap Prognosen. Dies dürfte den New Orleans Saints Fans überhaupt nicht gefallen. Ihr Team liegt aktuell nämlich unglaubliche $69,5 Millionen über der Gehaltsobergrenze! Das wird die Offseason Strategie einiger Teams massiv beeinträchtigen und verändern.

Auch die Spieler, welche sich in der Free Agency befinden, müssen ihre Forderungen anpassen. Wer dieses Jahr auf den ganz großen Zahltag hofft, wird vielleicht etwas enttäuscht sein. Oder aber nicht die Vertragslaufzeit bekommen, die er sich vorgestellt hat. Schließlich ist die Pandemie ja auch noch nicht vorbei. Ebenso könnten es auch Veteranen schwerer als üblich haben. Aufgrund des Tarifvertrages in der NFL gibt es ein Mindestgehalt für langjährige Spieler. Hat man ohnehin kaum Spielraum für Geld, wird man dieses Jahr vielleicht lieber den jüngeren und billigeren Spielern eine Chance geben. Die Möglichkeit für junge Spieler einen Platz in der NFL zu ergattern war selten so gut wie dieses Jahr. Rookies sind günstiger als Veteranen aber dafür kauft man auch hin und wieder die Katze im Sack. Diese Entwicklung muss man in der Offseason beobachten.

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Zum Abschluss haben wir die Top 5 Teams die wirklich Probleme bekommen, die Gehaltsobergrenze zu erreichen und jene die ordentlich Geld zur Verfügung haben:

TOP 5 TEAMS MIT PROBLEMEN

TEAMSALARY CAP
New Orleans Saints– $69,500,461
Philadelphia Eagles– $43,189,668
Los Angeles Rams– $33,986,331
Pittsburgh Steelers– $26,131,664
Kansas City Chiefs– $23,132,376

TOP 5 TEAMS MIT MEISTEN CAP SPACE

TEAMSALARY CAP
Jacksonville Jaguars$77,552,150
New York Jets$67,948,314
New England Patriots$62,211,837
Indianapolis Colts$43,635,239
Washington Football Team$38,277,074

Hinweis: Die Cap Angaben der Teams sind Momentaufnahmen und können sich jeder Zeit ändern.

Quelle: https://overthecap.com

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